Corporate Social Responsibility: Mit Nachhaltigkeit zur Gewinnoptimierung

Über die Hälfte der Konsumenten ist bereit, mehr Geld für nachhaltig gehandelte Produkte auszugeben. Ist CSR der neue Unternehmensbooster?

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Nachhaltigkeit – das große Thema unserer Zeit. Bioprodukte werden bevorzugt gekauft, Nachhaltigkeitslabels sind im Trend und ein mitgebrachter Coffee-to-go Becher ist angesehener als ein Heißgetränk in einem Einweg-Pappbecher. Dennoch sehen viele Unternehmen nach wie vor ihre Ziele in Gewinnoptimierung, Wachstum und steigenden Verkaufszahlen. Wo bleibt da noch die Kapazität über Nachhaltigkeit nachzudenken? Warum es sinnvoll ist, Corporate Social Responsibility (CSR) einen Platz im Unternehmen einzuräumen, erfahrt ihr im Folgenden.

Sozial engagierte Firmen im Trend

Entscheidend ist, dass sich die Ziele Firmenwachstum und Nachhaltigkeit nicht ausschließen. Im Gegenteil, es zeigt sich sogar, dass sozial engagierte und umweltbewusste Unternehmen wie zum Beispiel TOMS durch Beliebtheit bei ihren Kunden punkten. Dadurch wird klar, dass Kunden ihre Erwartungen an Firmen der Produkte, die sie konsumieren, in Bezug auf Nachhaltigkeit, erhöhen. Eine Umfrage beweist, dass sogar im globalen Durchschnitt über die Hälfte der Konsumenten bereit ist, für Produkte, die positive soziale Veränderung als auch Umweltbewusstsein anstreben, mehr zu bezahlen. Durch diese Erkenntnis wird deutlich, dass Firmen, die einen Corporate Social Responsibility-Ansatz verfolgen, immer beliebter werden. Auch aus einem ökonomischen Aspekt ist Nachhaltigkeit also eine überaus sinnvolle Motivation und sollte in keiner Unternehmensphilosophie mehr fehlen.

Beispiel Unilever: Mit CSR zum Erfolg

Unilever ist ein niederländisch-britischer Konzern und gehört weltweit mit der Produktion von Konsumgütern zu den internationalen Marktführern. Bekannte Marken wie Dove, Knorr oder Langnese tummeln sich unter der langen Produktliste, die allesamt von Unilever verwaltet werden. Mit so einer globalen Popularität geht unweigerlich eine hohe Verantwortung für Mensch und Umwelt einher.

Keith Weed, Marketing- und Kommunikationsmanager von Unilever, nahm zu dieser Verantwortung auf der Website Word Economic Forum Stellung und betonte wie wichtig es sei, dass Unternehmen soziale Verantwortung übernehmen sollten. Nachhaltigkeit sollte seiner Meinung nach in der Wirtschaft großgeschrieben werden. Es gilt die Einflussnahme von großen Unternehmen nicht zu unterschätzen und diese Stärke auszunutzen, um Gutes zu tun.

Er berichtet, dass es seit sechs Jahren den Unilever Sustainable Living Plan gebe. Das Unternehmen habe die Abteilungstrennung von Marketing, Kommunikation, Medien und Nachhaltigkeit aufgehoben und diese stattdessen zusammengelegt. Aus unterschiedlichen Zielen innerhalb der Abteilungen wurden gemeinsame – vor allem im Hinblick auf CSR – entwickelt. Durch die neue Zusammenarbeit rücke nachhaltiges Handeln in den Mittelpunkt und alle arbeiteten gemeinsam an den Unternehmenszielen. Der Marketing- und Kommunikationsmanager von Unilever hebt vor, dass diese Umstrukturierung geglückt sei. Und nun kommt das spannende Fazit: Die Marken, die Unilever unter ihrem Nachhaltigkeitsplan produziert, wachsen um 30 Prozent schneller als ihre herkömmlichen Marken. Auch hier bestätigt sich, dass Corporate Social Responsibility zum Wachstum führt und Kunden begeistert.

Wegweiser in die Zukunft

Die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit in der Wirtschaft hat auch die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeit erkannt. Seit 2008 werden in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung und anderen Partnern Preise für Firmen mit Vorbildfunktion verliehen. Dieses Jahr fand nun die zehnte Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitsspreises in Düsseldorf statt. In den verschiedenen Kategorien Großunternehmen, mittelgroße Unternehmen, KMU und Marken sowie einem Sonderpreis für Ressourceneffizienz zeichnete die Stiftung jeweils einen Sieger aus.

Unter den Großunternehmen wurde die Deutsche Telekom AG als Gewinner gekürt. In der Jurybegründung wird deutlich, dass die Telekom den Klimawandel und die globale Digitalisierung verantwortungsbewusst mitgestalte. Mit Lösungen für energieintensive Netzinfrastrukturen habe das Unternehmen seinen Hauptanspruch im Thema Nachhaltigkeit gefunden. Hervorzuheben ist an dieser Stelle, dass die Telekom einen wesentlichen Teil des Umsatzes durch Produkte und Dienstleistungen mit Nachhaltigkeitswirkung erzielt.

Bei den mittelgroßen Unternehmen schaffte es das Unternehmen Ritter Sport, das Tafelschokoladen produziert, auf das erste Treppchen. Die Jury begründete, dass nachhaltiges Wirtschaften im Familienunternehmen zum Selbstverständnis gehöre. Zudem finde die Produktion ausschließlich in Deutschland statt, dennoch erstrecke sich der Verkauf über 100 Länder. Ausschlaggebend ist auch das Engagement für bessere Bedingungen im Kakao-Anbau in Nicaragua. Die von Ritter Sport errichtete Modellplantage sei beispielhaft in ökologischen und sozialen Standards bei größtmöglicher Wirtschaftlichkeit.

Mit der Produktion von innovativen und ökologischen Reinigungsmitteln aus pflanzlichen Bio-Rohstoffen, gewann Sodasan das Rennen bei den kleinen und mittleren Unternehmen. Mit zertifizierten Bioprodukten und sozialem Engagement habe Sodasan, so die Jury, auf allen Ebenen der Nachhaltigkeit punkten können.

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Fortschritt durch Nachhaltigkeit: Ökologie und Ökonomie vereinen

Also wird es mehr als Zeit Ökologie und Ökonomie zu vereinen. Wie zuvor deutlich wurde, sind Firmen mit einer nachhaltigen Philosophie in ihrem Wachstum erfolgreicher als konventionell geführte Unternehmen. Nachhaltigkeitsaspekte sind also nicht nur ein Riesengewinn für Natur und Mensch und somit für unsere Zukunft, sondern bedienen auch die Wünsche der Kunden. Diese scheinen aus nachvollziehbaren Gründen Produkte, die einen geringen ökologischen Fußabdruck mit sich bringen, zu bevorzugen. Mit all den globalen Problemen, die der Klimawandel und der Ressourcenverbrauch mit sich bringt, können wir einen Lichtblick in nachhaltig gehandelten Konsumgütern sehen. Corporate Social Responsibility scheint also nicht nur im Trend zu sein, sondern besticht eher durch den Antrieb, dass wir versuchen unseren Planeten zu erhalten.

Bisher konventionell geführte Unternehmen sollten also schleunigst darüber nachdenken, Nachhaltigkeit mit zu den eigenen Zielen dazuzuzählen. Schließlich werden dadurch keine Abstriche gemacht, sondern sie verhilft dem Unternehmen sogar zum Wachstum und tut der Umwelt und unserer Zukunft etwas Gutes!

Über Maja Christin Hansen

Maja Christin Hansen

Maja studiert an der Universität Hamburg Germanistik und schreibt seit 2017 für das OnlineMarketing.de Karriere Magazin. Sie behandelt Themen rund um den Büroalltag.

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