Büro-Knigge: Wann darf ich Musik am Arbeitsplatz hören?

Ariana Grande on repeat oder Last Christmas den ganzen Dezember über? Wir klären über die Regelungen zum Musikhören am Arbeitsplatz auf.

© Simon Abrams - Unsplash

Für mich persönlich gehört das Hören von Musik bei der Arbeit einfach dazu. Ich brauche ein bisschen Sound im Hintergrund. Doch was für mich normal ist, stellt sich für andere Menschen vielleicht als Horror dar. Es gibt vor allem im Zeitalter des Großraumbüros Menschen, die sich durch Musik bei ihrer Arbeit gestört fühlen. Was für mich dazugehört, wie für viele Menschen die Milch im Kaffee, ist für andere Personen eben undenkbar. Sie fühlen sich durch Musik im Büro in ihrer Konzentration gestört und vielleicht sogar genervt. Doch wie sehen eigentlich die Fakten aus? Wir klären auf.

Ist das Hören von Musik im Büro eigentlich erlaubt?

Musikhören im Büro wird schon seit längerer Zeit durchaus kontrovers diskutiert. Einerseits hört man immer wieder, dass Musik die Konzentration fördert. Andere Personen sehen wiederum durch eine eventuelle Ablenkung eine mögliche Unfallgefahr. Stellt sich also die Frage, wie der Arbeitgeber selbst mit dem Thema umgeht und aus welcher Sicht er das Musikhören im Büro betrachtet.

Rein vom Gesetzgeber her ist Musik am Arbeitsplatz nicht verboten. Zu dieser Entscheidung kam jedenfalls das Bundesarbeitsgericht (BAG). Es gilt jedoch die Einschränkung, dass die Arbeit dadurch nicht beeinträchtigt werden darf. Alles recht und schön, aber die Entscheidung liegt nach Ansicht des BAG noch immer beim Arbeitgeber selbst. Dieser entscheidet, wo im Büro oder im Betrieb Musikhören erlaubt ist und wo nicht. Sollte zudem ein Betriebsrat vorhanden sein, dann hat dieser ebenfalls ein Wort mitzureden.

Hilft die Musik, um bei der Arbeit zu entspannen?

Spannend ist natürlich die Frage, ob Musik bei der Arbeit wirklich zur Entspannung und damit auch zur Förderung von besseren Arbeitsleistungen beitragen kann. Es gibt Studien darüber, die besagen, dass das Hören von Musik im Büro durchaus leistungsfördernd ist. Doch dies ist eher subjektiv zu betrachten.

Wenn ich mir vorstelle, dass mein Kollege oder meine Kollegin den ganzen Arbeitstag nur Volksmusik hört, dann wäre das sicher nicht entspannend für mich. Natürlich habe ich nichts gegen Volksmusik, aber nicht acht Stunden lang. Ich will damit sagen, dass beim Musikhören im Büro natürlich auch die Art der Musik eine Rolle spielt. Ich hätte ebenso gut sagen können, dass acht Stunden Hardrock im Büro wahrscheinlich nicht positiv für die Arbeitsleistungen sind.

Welche Art von Musik eignet sich für das Büro?

Es gibt auch eine Studie von Forschern, die bestätigt, dass sich Musik durchaus entspannend im Alltag auswirkt. Musik kann helfen, den Stress zu reduzieren und die Konzentration zu steigern. Die Frage ist nur, ob dies bei der Arbeit auch der Fall ist – oder, ob die Musik eher ablenkt. Ich bemerke das bei mir selbst.

Es gibt bestimmte Lieder, beispielsweise einen richtigen Ohrwurm, bei dem ich gerne mitsinge oder ein wenig summe. Für die Arbeit gestaltet sich das dann eher kontraproduktiv. Deshalb spielt natürlich die Art der Musik eine entscheidende Rolle. Wie bereits oben erwähnt, hat jeder Mensch seine Vorliebe für eine bestimmte Musikart oder Richtung. Deshalb ist auf ein paar Dinge zu achten:

  • Die Musik sollte im Büro nicht zu laut und zu aggressiv sein.
  • Gut geeignet ist leichte Musik mit wenig Text und möglichst nicht in deutscher Sprache (das verleitet sonst schnell zum Mitsingen).
  • Der Stil der Musik sollte nicht ständig wechseln, beispielsweise von Klassik zu Hardrock und danach zum deutschen Schlager.

Musik im Alltag mag zweifelsfrei entspannend wirken. Es ist aber auch nicht von der Hand zu weisen, dass laute oder aggressive Musik das Gegenteil bewirken könnte. Diese Musik kann bei zu langer Dauer sogar Kopfschmerzen und Schwierigkeiten bei der Konzentration verursachen.

Wie wäre es mit einer Knigge zum Musikhören im Büro?

Eine Lösung wären Kopfhörer. Doch auch das kann ebenfalls schnell zu Ärger mit den Kollegen führen. Ideal sind dagegen klare Regeln, eine Art Musik-Knigge für das Büro. Klare Regeln helfen dabei, Ärger und Stress mit den Kollegen zu vermeiden.

  1. Zunächst sollte man seine Kolleginnen und Kollegen fragen, ob sie mit genereller Musik einverstanden sind. Überdies gilt es, die Frage nach der Art der Musik zu klären. Sind diese Fragen nicht zu beantworten, dann wären Kopfhörer durchaus eine Option.
  2. Das bedeutet aber nicht, dass man einfach seine Kopfhörer aufsetzt und seine Musik hört. Vorher ist klarzustellen, dass man selbstverständlich von den Kollegen oder Kolleginnen weiterhin angesprochen werden darf.
  3. Ist man sich im Büro einig, dass Musik läuft und auch die Art der Musik ist festgelegt, dann gilt es, auf die Lautstärke zu achten. Diese sollte nicht zu hoch sein, eher dezent im Hintergrund.
  4. Steht man auf eine besondere Art von Musik, die bei den Kolleginnen oder Kollegen gar nicht gut ankommt, ist wieder die Option eines Kopfhörers eine gute Wahl.
  5. Die Musik sollte immer eher dezent im Hintergrund laufen und jede Person im Raum sollte sich mit der Art der Musik abfinden können. Ist dies nicht der Fall, kann die Konzentration leicht vermindert werden. Das würde vor allem dem Arbeitgeber überhaupt nicht gefallen.

Wer sich auf bestimmte Verhaltensregeln beim Musikhören im Büro einigt, kann durchaus von den positiven Effekten profitieren. Voraussetzung ist natürlich in erster Linie, dass der Arbeitgeber nichts dagegen hat. Es gibt einige Bereiche, in denen Musik nicht angebracht ist, vor allem in Büros, in denen Kundenverkehr herrscht. Ansonsten aber spricht bei einer klaren Regelung und Vereinbarung kaum etwas dagegen.

Über Maria Lengemann

Maria Lengemann

Maria Lengemann liebt Texte sowohl privat als auch beruflich. Sie ist Ü30, wissbegierig und ein gutgelaunter Workaholic. In ihrer Freizeit gehören Bücher, aber auch Serien, Games, jede Menge Apple-Produkte und ein großes Interesse für SEO und Marketing zu ihren Freizeitbeschäftigungen.

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