10 absurde Geschichten, die Mitarbeiter zur Kündigung bewegten

Respektlose Manager, nervige Kunden und tobende Kollegen – Was manche Arbeitnehmer im Job erleben, rechtfertigt den Spruch „Scheiß drauf, ich kündige!“.

© Gabriel Matula - Unsplash

Vor kurzem wurde auf Reddit die Frage gestellt, welche Situationen Arbeitnehmer dazu brachten zu sagen: „Scheiß drauf, ich kündige!“. Der Thread füllte sich schnell mit über 500 Antworten, von denen eine haarsträubender ist als die andere. Nun lässt sich natürlich nicht genau feststellen, ob die Geschichten sich wirklich so abspielten. Doch trotzdem möchten wir die zehn krassesten Erlebnisse mit euch teilen.

1. Eine Weihnachtsgeschichte

User seagoingcook berichtet von einem winterlichen Vorfall aus den 80ern. Was als Weihnachtswunder hätte beginnen können, endete schnell in einem Albtraum:

Ich arbeitete in einem Restaurant, in welchem neben dem Manager und mir noch acht andere Personen angestellt waren. An einem Weihnachtstag tauchten plötzlich nur mein Chef und ich auf. Wir schmissen den Laden allein. Während er kochte, kümmerte ich mich ums Kellnern, Abwaschen und alles andere. In der Eile fielen mir zwei Brotteller herunter. Mein Chef meinte, er müsse mir diese vom Lohn abziehen. Ich lachte über den guten Witz. Es war kein Witz. Also nahm ich einen Stapel großer Teller, ließ sie ebenfalls runterfallen und verließ den Laden. Mein Ex-Chef sollte sich alleine um das Chaos kümmern.

2. Toilettenpausen sind wertvoll

Magicthelathering hatte eine sehr kurze Zeit an seinem neuen Arbeitsplatz. Doch menschliche Bedürfnisse lassen sich nicht unterdrücken, auch durch einen Vorgesetzten nicht. Wobei die Reaktion dieses Chefs viele Fragen offen lässt:

Ich habe vier Stunden in einem Sushi-Restaurant gearbeitet. Als ich fragte, wo die Toiletten wären, antwortete man mir, dass es keine Klopausen gäbe. Ich kündigte sofort. Am traurigsten war, dass der Chef meinte, er verstünde meine Entscheidung und wäre nicht sauer.

3. McDonalds aus der Hölle

Der User PuppetShowJustice hatte einen harten Morgen bei der Fastfood-Kette. Während Drive-In und Restaurant voll waren, musste er allein alle Stationen bedienen. Sein Manager gönnte sich in der Zeit eine Zigarette draußen. Als er wieder rein kam und begann seinen Mitarbeiter zusammenzufalten, konnte dieser nicht anders…:

Ich schrie, dass ich momentan die Arbeit von vier Leuten erledigte und er nichts besseres zu tun hätte als Rauchen. Meine Aussage machte ihn wütender und er drohte mir mit Konsequenzen. Also nahm ich mein Namensschild ab, zog mir eine Jacke über und setzte mich auf eine freie Bank mit den Worten: „Sieh zu, wie du damit fertig wirst“. Ich beobachtete das Spektakel und kaum fünf Minuten später, flehte er mich um Hilfe an. Ich meinte, ich müsse erstmal eine rauchen und bin raus gegangen. Übrigens bin ich Nichtraucher. Ich fuhr einfach nach Hause.

4. Freitag ist kein freier Tag

Gut organisiert hatte OnePunchCon seinen freien Tag eigentlich. Monate im Voraus hatte er einen Antrag gestellt und den arbeitsfreien Freitag zugesprochen bekommen. Ein Problem gab es jedoch:

Meine drei Kollegen hatte auch alle für diesen Tag frei bekommen. Am Abend davor rief mein Chef mich an und meinte, ich müsse morgen doch erscheinen. Ich erklärte ihm, dass ich bereits Pläne habe und die Sache schon lange geklärt war. Ich hatte sogar die E-Mail zum Beweis. Daraufhin meinte er nur, entweder ich komme oder wäre gefeuert. Ich bin natürlich nicht hingegangen. F*ck dich, Jason!

5. Die Mittellosen noch mehr ausbeuten

Userin DubbMcLuvin8885 arbeitete für ein College im Büro. Sie sollte die Stunden erfassen, welche die Studenten bei einer Art dualem Studium ansammelten.

Ich bemerkte schnell, dass die Studenten abgezockt  und die Stundenzettel gefälscht wurden. Also begann ich Kopien an sie zu verteilen und empfahl ihnen, selber Buch zu führen. Laut Vertrag musste das Studium in Regelstudienzeit geschafft werden, andernfalls wären 200 Dollar für jede weitere Woche fällig. Offenbar das Ziel meines Chefs, denn er bat mich sogar darum, Studenten als Abwesend einzutragen und damit eine gewisse Zeit zu suspendieren, obwohl diese da waren. Ich kündigte und erzählte den Studenten von den Ungerechtigkeiten und half ihnen dabei, Aussagen und Beweise für den Anwalt zusammenzutragen.

6. Manager gegen den eigenen Willen

Die Erfahrung die User aantonio1194 gemacht hat, stellt eine Situation dar, die auf Reddit tatsächlich viele erlebt haben. Es geht darum als „Hilfsmanager“ eingesetzt zu werden, ohne entsprechenden Lohn zu erhalten:

Ich arbeitete als Kassierer in einem Kiosk. Der Manager wurde gefeuert und mein Chef wollte, dass ich einspringe. Für eine Gehaltserhöhung hätte ich zugestimmt. Er versicherte mir jedoch, dass es nur eine Woche dauern würde, also tat ich ihm den Gefallen. Aus der Woche wurde über ein Monat. An den Wochenenden arbeitete ich von 6 bis 23 Uhr und musste mich um alles kümmern, Kunden wie Inventur und Bestellungen. Mein Chef wollte mir trotzdem nicht mehr zahlen und mich stattdessen mit einem Abendessen vertrösten. Also sagte ich ihm, ich würde kündigen und er könne sich ab morgen um alles selbst kümmern. Er wusste nicht mal, wie die Kasse aufging. Kurz darauf kam er zu mir und gab mir 100 Dollar als „Bonus“. Ich nahm das Geld und meinte, ich würde trotzdem kündigen. Sein Gesichtsausdruck war herrlich.

7. Illegale und unmenschliche Strafen

Obwohl der nächste User schon jahrelang im Einzelhandel tätig ist, schockten ihn die Methoden, welche sein neuer Chef etablierte.

Es wurde ein neues Strafsystem eingeführt, wenn wir einmal unsere Verkaufszahlen nicht erreichten. Mir ist es zum Glück nie passiert. Aber eines Tages postete mein Ex-Chef ein Video in unsere Mitarbeitergruppe, in welchem er einen Eimer Wasser über einem Kollegen ausleerte. Einfach, damit jeder darüber lachen konnte. Der Mitarbeiter war bereits 10 Jahre im Unternehmen und arbeitete momentan im Lager. Er hatte gar keine Chance, irgendein Sales-Ziel zu erreichen. Der Mann musste dann durchnässt auf den Heimweg und sogar zwei verschiedene Busse nehmen. Das war mein „Scheiß drauf, ich kündige“-Moment.

8. Vorschule des Grauens

Userin Haceldama arbeitete zeitweise als Vorschullehrerin. Das Tolle an dem Job war, dass der Direktor erlaubte, dass sie ihr eigenes Kleinkind einfach mit zur Arbeit bringt:

Die anderen Kinder liebten mein Kind und machten es zum Klassenmaskottchen. Ich war froh, dass ich keinen Kindergartenplatz für sie brauchte und sie für ihr junges Alter schon früh Farben und ähnliches lernte. Einer andere Lehrerin schien dies jedoch nicht zu passen. Sie fand, Kinder gehörten nicht an den Arbeitsplatz und ich wäre eine schlechte Mutter, weil ich überhaupt arbeitete. Eines Tages ging sie sogar noch weiter. Sie behauptete ich würde mein Kind vernachlässigen und dass sie das Jugendamt informieren würde und ich gefeuert wäre (was sie nicht zu entscheiden hatte). Trotzdem gab ich ihr meine Schlüssel und sagte, sie solle mich nie wieder kontaktieren. Am selben Tag rief ich den Direktor an, bedankte mich für die Chance und berichtete von meinen Erlebnissen, die mich zur Kündigung bewegten. Zumindest wurde die andere Lehrerin am nächsten Tag auch gefeuert.

9. Kunden können grausam sein

Justin_Inc hat schon während der Schulzeit negative Erfahrungen im Job gemacht. Dafür ist ein Umgang damit umso souveräner:

In den Ferien habe ich als Dachdecker ausgeholfen, was im Sommer ein total heißer Job ist. Ich bekam 5 Dollar die Stunde, was extrem wenig für diesen Job war, aber damals für mich okay. An einem besonders heißen Wochenende haben wir wieder auf einem Dach gesessen und geschwitzt. Der Besitzer lag in einer Luftmatratze im Pool, fragte wie die Luft da oben so ist und begann uns auszulachen. Ich sagte meinem Boss daraufhin, er müsse sich eine andere Aushilfe suchen. Also stieg ich vom Dach, machte eine Arschbombe in den Pool und verärgerte nicht nur den Hausbesitzer, sondern auch meine Eltern. Aber das war’s wert.

10. Wenn der Job die Gesundheit gefährdet

User Zentuxal arbeitete in einem Sterne-Hotel als Kellner. Doch die Anzahl der Sterne sagt nichts darüber aus, wie es hinter den Kulissen abläuft:

Die Ausstattung der Küche war schon ziemlich abgenutzt und so verletzte ich mich eines Tages an einem Industriegeschirrspüler. Bei diesem hing das Plastik schon in Fetzen und natürlich blieb ich ausgerechnet an so einer Stelle hängen. Die Haut schälte sich beim Herausziehen von meinem Finger ab, als wenn man eine Karotte für den Salat schält. Ich wollte mir Verbandszeug holen, doch der Kasten war leer. Also gab man mir Taschentücher und Duct Tape. Das war provisorisch okay. Jedoch wollte mein Chef, dass ich die nächsten fünf Stunden meiner Schicht weiter arbeitete, anstatt zum Arzt zu gehen. Es schien ihm egal zu sein, dass ich die Teller mit einer Art blutdurchtränktem Tampon am Mittelfinger servierte.

Wie gesagt, lässt sich die Echtheit dieser Geschichten nicht nachweisen. Doch manchmal sind es gerade die absurdesten Sachen, die tatsächlich so geschehen sind. Manche Chefs, ebenso wie Kunden und Kollegen denken, sie können sich alles herausnehmen. Doch so muss und darf es nicht sein. Deshalb ist eine Kündigung in solchen Extremfällen auch mehr als gerechtfertigt. Selbst wenn man sich danach erst einmal umorientieren muss.

Habt ihr Ähnliches erlebt, das euch zu einer spontanen Kündigung verleitet habt? Teilt uns eure Erlebnisse gern in den Kommentaren mit! 

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

Ein Gedanke zu „10 absurde Geschichten, die Mitarbeiter zur Kündigung bewegten

  1. M.Ünal

    Ich war arbeitslos. Nach einer Bewerbung bei einer Elektrofirma wurde ich eingestellt. Der Vertrag war noch nicht unterschrieben und sollte in den nächsten Tagen folgen.
    Als Tätigkeit war die Verdrahtung von E-Schaltschränken für Trafoanlagen vorgesehen.
    Am nächsten Tag bekam ich einen Anruf ob ich sofort loslegen konnte, da jemand ausgefallen war.
    Ich wollte natürlich den job nicht verlieren und akzeptierte. Anstatt E-Schaltschränke zuverdrahten war ich auf einer Baustelle und musste Trafoleitungen verlegen. Jeder weiß was für ein Querschnitt solche Kabel haben (diese werden mit einem Vorschlaghammer gebogen).
    diese Situation dauerte 4 tage lang. Ich wollte meinen Vertrag unterschreiben aber der Chef tröstete mich immer wieder das wir das später machen.
    Auf der Baustelle war ich auch nur Hilfarbeiter. Also bin ich nach getaner Arbeit gegangen, die Kollegen wollten, dass ich da bleibe. Aber ich hatte kein Bock mehr bis Feierabend (2h) im container rumzuhocken. Also bin ich gegangen.
    Am Abend ruft mich der Chef zu einem persönlichen Gespräch ins Büro.
    Ich nehme einen Aufnahmegerät mit um das Gespräch versteckt aufzunehmen.
    Das Gespräche ging in die Richtung ich wäre für diese Tätigkeit eingestellt worden und sollte es akzeptieren, dass ich überhaupt einen job bekomme/habe.
    Da es keinen Vertrag gebe hätte ich jetzt auch kein Anspruch auf Bezahlung. Da habe ich ihm gesagt, dass er das so machen kann. Aber wenn ich Nachweise, dass ich auf der Baustelle war und dort gearbeitet habe, würde ich Ihn wegen Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung anzeigen. Nach weiteren 10 min. hat er such einverstanden gezeigt mir das Geld für die Woche zuzahlen. Was natürlich sehr gering war. Ich habe das Geld genommen und Ihn darauf hingewiesen, dass was wir machen Steuerhinterziehung ist.
    Ich habe Ihm gesagt, dass ich trotzdem Anzeigen werde und hab ihm auch kurz die Aufzeichnung abgespielt. Er bittete, es dabei zu belassen und wir die Sache soweit geklärt hätten.
    Das Gesicht wie der da geschaut hat ,werde ich nicht vergessen.

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