9 Möglichkeiten, um als digitaler Nomade Geld zu verdienen

Immer mehr junge Menschen reisen als digitale Nomaden um die Welt. Dabei füllen sie während der Reise ihre Kasse.

Geld verdienen digitaler Nomade

© AdrienBe | Pixabay, CC0

Um die Welt reisen, ohne an die Ersparnisse gehen zu müssen. Geld verdienen von überall auf der Welt. Was zuerst wie ein Traum klingt, ist für viele digitale Nomaden längst Realität geworden. Dies sind die gängigsten Möglichkeiten, um unterwegs Geld zu verdienen.

Freelancer

Viele digitale Nomaden starten ihr Nomaden-Dasein als Freelancer. Der klassische Freelancer bietet seine Fähigkeiten für einzelne Aufträge an. Die häufigsten Tätigkeitsbereiche sind Texter, Designer und Programmierer. Aber auch Lektoren, Berater und (Sprach)-Lehrer arbeiten als Freelancer.
Die großen Vorteile dieser Tätigkeit sind die einfache Abwicklung und die direkte Bezahlung. Zu Beginn benötigst du nicht mehr als deinen Laptop, ein passendes Programm für deine Arbeit und eine Email-Adresse. Für jeden abgeschlossenen Auftrag erhältst du umgehend deine Bezahlung.
Vor allem in der Startphase gibt das Sicherheit und erleichtert dir so den Start in das Leben als digitaler Nomade.

Productized Service

Ein Productized Service ist eine Art Weiterentwicklung des Freelancer-Daseins. Als Freelancer arbeitest du jeden Auftrag eines Kunden einzeln ab. Ein Productized Service liefert eine vorgefertigte Lösung, die für einzelne Kunden angepasst werden kann. Anstatt bei jedem Auftrag von Null zu beginnen, erarbeitest du ein Schema, das auf 95 Prozent der Probleme deiner Kunden passt. Je nach Bedarf werden dann die restlichen 5 Prozent individuell gestaltet.
Ein Productized Service funktioniert nicht 1:1 bei jeder Freelancer-Tätigkeit. Mit etwas Nachdenken lässt sich aber für viele Bereiche eine Lösung finden. Ein gutes Beispiel dafür ist Torsten Kucklick mit UltraPress. Er programmierte zunächst Websites nach individuellen Kundenwünschen. Im Laufe der Zeit hat er ein Baukasten-Prinzip entwickelt, bei dem Kunden einzelne Komponenten selber zusammensetzen können. Er übernimmt dann noch die kleinen, individuellen Arbeiten.

Virtual Assistant

Die Assistentin des Firmenchefs gibt es auch in digital. Viele digitale Nomaden starten über dieses Modell in ihr neues Leben. Der Einstieg als virtueller Assistent ist für viele digitale Nomaden ideal, da sie häufig alle notwendigen Fähigkeiten (Computerkenntnisse, Organisation, Online-Fertigkeiten) mitbringen. Als virtueller Assistent arbeitest du einem Chef zu. Du übernimmst für ihn alltägliche Aufgaben wie Email-Bearbeitung, Terminkoordination, Reiseplanung etc. Die Aufgaben können aber auch umfassender sein und bis zur Erstellung von Präsentationen und Entscheidungsgrundlagen gehen. Die genauen Tätigkeiten hängen immer von der jeweiligen Vereinbarung ab. Eine gute Plattform für virtuelle Assistenten ist etwa Strandschicht.

Verkauf digitaler Produkte

Digitale Produkte haben den Vorteil, dass sie kein Lager und keine große Logistik benötigen. Sie sind deshalb wie gemacht für digitale Nomaden. Die Bandbreite an digitalen Produkten ist sehr groß. Von einem normalen eBook über eine Anleitung zum Aufbau von Nischenseiten bis hin zu einem Kurs für besseres Schreiben sind die Möglichkeiten vielseitig.

Sie alle haben gemein, dass sie nach einmaligen Erstellen fast beliebig skalierbar sind. Da die Produkte nicht klassisch gelagert werden, benötigst du keinen zusätzlichen Platz, wenn du mehr Kunden hast. Der gesamte Zahlungs- und Versandprozess lässt sich über digitale Marktplätze wie DigiStore24 abwickeln. Du kannst es selbstverständlich auch über deine eigene Website laufen lassen. Das ist aber meist umständlicher. Es gibt unzählige Beispiele für den Verkauf von digitalen Produkten. Eines davon ist Walter Epp und sein Schreibclan. Dort erklärt er den Leuten, wie sie schön schreiben und von ihrem Blog leben können.

Verkauf physischer Produkte

Bei diesem Geschäftsmodell handelst du nicht mit digitalen, sondern mit physischen Produkten. Was sich erst mal wie ein klassisches Offline-Business anhört, wird dank moderner Komponenten auch für digitale Nomaden interessant. Am verbreitetsten ist die Nutzung des Amazon FBA Programms für den Verkauf physischer Güter als digitaler Nomade.

Bei einem normalen Handelsmodell beziehst du die Produkte von einem Hersteller, lagerst sie ein und verschickst sie im Falle des Kaufs. Beim Amazon FBA-Modell läuft es genauso ab, nur dass Amazon dir viel Arbeit abnimmt. Du suchst einen Hersteller, bei dem du zu günstigen Konditionen einkaufen kannst. Häufig geschieht das über alibaba.com. Die produzierten Waren lässt du direkt vom Hersteller in ein Amazon-Lager liefern. Anschließend erstellst du eine Produktseite auf Amazon, wo dein Produkt angeboten und verkauft wird. Wenn es zum Kauf kommt, übernimmt Amazon die Kaufabwicklung und den Versand. Bei Reklamationen auch die Retoure. Dafür verlangen sie eine Gebühr für Lagerung und Versand. Mit diesen Komponenten kannst du von jedem Ort der Welt mit einer guten Internetverbindung deinen Handel betreiben.
Gil und Thomas von Private Label Journey haben sich diesen Lifestyle zu eigen gemacht und berichten auf ihrer Internetseite über ihre Erfahrungen.

Dropshipping

Dropshipping ist ebenfalls ein Handelsmodell, für das du kein eigenes Lager und keine eigene Logistik benötigst. Du suchst dir einen Hersteller für dein Produkt und lässt diesen deine Ware produzieren. Im Gegensatz zu Amazon FBA behält der Hersteller die Ware aber in seinem Lager. Wenn du jetzt ein Produkt über deine Website (oder über Amazon etc.) verkaufst, bekommt der Hersteller eine Nachricht. Er versendet die Ware dann direkt an den Käufer. Da die meisten Produzenten in Asien sitzen, dauert der Versand etwas länger. Dafür entfällt das Zwischenlager. Für diese Art von Business ist eine sehr gute Geschäftsbeziehung zu dem Hersteller oder Lieferanten notwendig. Da du keinen Zugriff auf die Ware hast, musst du dich auf seine gleichbleibende Qualität verlassen können.

Affiliate-Marketing

Ein Affiliate verdient Geld, indem er Produkte von anderen empfiehlt und dafür eine Provision erhält. Das kann in unterschiedlichen Formen ablaufen.

Der Klassiker im Affiliate-Marketing ist das Erstellen von Nischenwebseiten. Du erstellst eine Seite zu einem Thema und empfiehlst dort passende Produkte, beispielsweise für Rasierhobel (das ist ein Nassrasierer). Auf der Seite erklärst du alles Wichtige zu diesem Rasierertyp. In einem begleitenden Blog kannst du noch interessante begleitende Fakten erwähnen, z.B. Bartpflege allgemein oder aktuelle Bartstile. Dann verlinkst du über ein Partnerprogramm zu verschiedenen Rasierern. Wenn dein Leser auf den Link klickt und darüber das Produkt kauft, erhältst du eine Provision – ohne, dass dein Leser mehr zahlt. Dasselbe funktioniert natürlich auch bei digitalen Produkten.

Fortgeschrittene Affiliate-Marketer setzen mehr auf ausgeklügelte Sales Funnel, denn auf Nischenwebseiten. Für einen solchen Funnel wird die Email-Adresse eines Interessenten gewonnen. Dies geschieht zum Beispiel durch ein Freebie, das sich der Interessent im Tausch gegen seine Email-Adresse herunterladen kann. Diese Email wird dann in einen Prozess übernommen, in dem der Interessent eine Abfolge von Emails mit Angeboten zu einem oder mehreren Produkten erhält. Diese sind aber keine plumpen Werbemails, sondern punktgenau auf das Interesse des Lesers zugeschnitten. Wenn der dann über den Link in einer Mail kauft, erhält der Absender eine Provision. Der gesamte Prozess läuft automatisiert ab. Von Adressgewinnung bis Verkauf musst du theoretisch nicht eingreifen.

Coaching

Trainer und Coaches werden immer verbreiteter im digitalen Raum. Durch moderne Kommunikation via Skype oder ähnlichen Systemen kann die Beratung von Menschen von überall auf der Welt stattfinden. Das Coaching erfolgt in den verschiedensten Nischen. Klassisch ist das Business-Coaching, das dir hilft, dein Business zu verbessern. Aber auch Persönlichkeits-, Fitness- oder Sprachtraining kann online erfolgen. Je nach Ausgestaltung vereinbarst du als Coach Termine mit deinen Kunden und berätst diese dann online. Mit der Zeit kannst du als Coach aber auch zusätzliche Infoprodukte anbieten, die deine Klienten noch weiter in ihrer Entwicklung unterstützen.

Reiseblog

Connie Biesalski und Sebastian Canaves haben es vorgemacht. Die beiden waren die Pioniere in der Szene der Reiseblogger. Seitdem hat sich die Zahl der Reiseblogs exponentiell vervielfacht. Der Grundgedanke ist, seine Reise auf einem Blog öffentlich zu machen und so Tipps, Erfahrungen und Anregungen mit Interessierten zu teilen. Je nach Nische (Reise mit Familie, Reisen allein als Frau, etc.) kann man so ein interessiertes und dankbares Publikum aufbauen. Mit dem reinen Schreiben verdienst du aber noch kein Geld, deshalb musst du deinen Blog auch entsprechend vermarkten. Häufig geschieht dies über Affiliate-Marketing (Empfehlung von besonderen Tools für die Reise) oder über eigene Produkte (selbst entwickelter Reiserucksack). Das Reisebloggen ist also eher die Grundlage, um eine Leserschaft aufzubauen. Im Anschluss kannst du dann eine der oben genannten Methoden nutzen, um mit ihnen Geld zu verdienen.

Das Modell funktioniert übrigens auch mit allen anderen Arten von Blogs.

Über Stephan Hütter

Stephan Hütter

Stephan Hütter ist ein Kind des Ruhrgebiets. Als gelernter Sportökonom schreibt er viel über Sport. Dabei hat es ihm vor allem das Sportsponsoring und dessen Einbindung in den Sales Funnel angetan. Seit seiner Selbstständigkeit beschäftigt er sich zudem mit dem Thema digitaler Lifestyle und den damit verbundenen neuen Karrieremöglichkeiten. Seit 2018 schreibt er für OnlineMarketing.de

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