Dein wichtigster Touchpoint zur Digitalbranche.
Dein wichtigster Touchpoint zur Digitalbranche.
E-Commerce
Hustende Kollegen und Überstunden: Amazon-Mitarbeiter leiden unter Corona-Pandemie
© Bryan Angelo - Unsplash

Hustende Kollegen und Überstunden: Amazon-Mitarbeiter leiden unter Corona-Pandemie

Nadine von Piechowski | 18.03.20

Extra-Schichten und Angst vor einer Infektion: Mitarbeiter des E-Commerce-Riesen Amazon sind am Ende ihrer Kräfte.

Das COIVD-19-Virus hat Europa und die USA fest im Griff: Theater, Schulen und Läden bleiben geschlossen, um die Infektionsrate möglichst niedrig zu halten. Da ist es kein Wunder, dass sich die E-Commerce-Plattform Amazon in den kommenden Wochen auf einen Anstieg der Online-Bestellungen einstellt. Der Konzern schrieb bereits über 100.000 neue Stellen aus, um der rapide steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Aber diese neuen Mitarbeiter müssen erstmal gefunden werden. Bis dahin leiden die jetzigen Mitarbeiter in den Amazon-Lagern unter der Ausbreitung des Virus. Besonders schwer trifft es dabei die Menschen in den USA. Gegenüber dem Online-Magazin The Guradian sagte ein Lager-Mitarbeiter aus Tourtdale, Oregon:

I usually work 40 hours a week, four 10-hour shifts. We’ve all been called in for a mandatory extra day, a 10-hour shift, which is usually reserved for holiday peak season.

Ein anderer Mitarbeiter sagte, dass er sich unwohl dabei fühle, weiterhin jeden Tag zur Arbeit zu gehen. Er wohne mit Familienmitgliedern zusammen, bei denen die Ansteckungsgefahr viel größer sei als bei ihm selbst. Weiter sagten Mitarbeiter eines Amazon-Lagerhauses:

There are people coughing in here. There aren’t paper masks. We are getting unlimited unpaid time off, but I still need to pay bills and rent. I can’t take that unpaid time off.

Amazon verkündete, dass die Lagerarbeiter uneingeschränkt unbezahlten Urlaub im März nehmen dürfen. Viele Angestellte stellt das jedoch vor gravierende finanzielle Probleme, da die regulären Kosten beispielsweise für Miete oder Strom weiterhin gezahlt werden müssen. Daher gehen viele Amazon-Mitarbeiter trotz Bedenken zur Arbeit. Der E-Commerce-Riese sicherte infizierten Mitarbeitern zwar jüngst eine weitere Auszahlung des Lohns zu – allerdings nur für zwei Wochen. Und auch erst nachdem der US-Kongress die Maßnahme offiziell beschlossen hat.

Amazon: Lager sind trotz Coronavirus geöffnet

Dass die Lager von Amazon weiterhin geöffnet sind, ist unter den dortigen Mitarbeitern stark umstritten. Denn einerseits belastet das hohe Arbeitspensum sowie die Sorge um eine mögliche Infektion die Angestellten. Andererseits ist nicht klar, ob Amazon im Falle einer Schließung die Mitarbeiter weiterhin bezahlen würde. Außerdem kritisieren viele Lagerarbeiter, dass sie auch jetzt noch arbeiten müssen, obwohl Schulen zum Beispiel geschlossen bleiben. Amazon-Mitarbeiter Sparrow Springs sagte dazu:

What good is it if schools are closed, kids are home and parents still have to work, if parents catch the virus and bring it back to the household? Then everyone has a virus that they can not pay for, because a lot of people don’t have health insurance. […] It’s careless. They don’t care about people’s safety.

Amazon wies die Vorwürfe in einer E-Mail an The Guardian entschieden zurück:

The health and safety of our employees and contractors around the world continues to be our top priority. As communities around the world are requiring social distancing, we’re seeing that our teams – much like grocery stores, pharmacies and other essential services – have a unique role getting customers the critical items they need and this is especially vital for the elderly, people with underlying health issues, and those sick or quarantined.

Außerdem würde Amazon seinen Mitarbeitern bis Ende April zwei US-Dollar mehr Stundenlohn bezahlen. Ob sich die Situation in den Amazon-Lagern weiter zuspitzt, ist noch unklar. Sicher ist allerdings, dass die Eindämmung des Coronavirus oberste Priorität im privaten und Arbeitsalltag haben sollte. Auch Verbraucher können ihren Teil zur Entspannung der Lage beitragen, indem auf überflüssige Online-Käufe verzichtet wird. So kann die mittlerweile angespannte Situation möglichst schnell überstanden werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*