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Digitalpolitik
Technische Fehler bei Social-Plattformen: Erhöhte Nutzung des #blacklivesmatter zeigt Schwachstellen auf
Screenshot Instagram

Technische Fehler bei Social-Plattformen: Erhöhte Nutzung des #blacklivesmatter zeigt Schwachstellen auf

Aniko Milz | 02.06.20

User wunderten sich am Wochenende: Schränkten TikTok und Instagram die Reichweite des Hashtags #blacklivesmatter ein? Die Social-Plattformen entschuldigten sich für die technischen Fehler, die die Rassismusdebatte weiter befeuerten.

Sowohl Instagram als auch TikTok berichteten über das vergangene Wochenende von Schwierigkeiten auf ihrer Plattform. Die verstärkte Nutzung der Hashtags #blacklivesmatter und #georgefloyd stellte besonders Instagrams Anti-Spam-System vor eine Herausforderung. Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd vergangenen Montag teilten viele User ihre Gedanken online und nutzen dafür die besagten Hashtags. Auf Instagram kam es dazu, dass Posts mit den Hashtags blockiert wurden. TikTok hingegen zeigte unter den Videos fälschlicherweise an, dass diese keine Aufrufe und kein Engagement hätten.

Instagram blockiert die Handlung: Unter #blacklivesmatter konnte nicht mehr gepostet werden

Einige User, die unter dem Hashtag posten wollten, erhielten eine Meldung von Instagram, die sonst spammigem Verhalten vorbehalten ist. Bei vielen ließ dies die Frage aufkommen, ob oder warum Instagram die Nutzung des Hashtags einschränken möchte.


In einem Tweet reagierte das PR Team von Instagram und erklärte den Grund für die Meldung. Demnach sollte die Reichweite des Hashtags nie eingeschränkt werden, jedoch führte die stark angestiegene Nutzung dazu, dass das Spam Prevention Tool der Plattform eingriff und die Handlungen einiger User blockierte.

We have technology that detects rapidly increasing activity on Instagram to help combat spam. Given the increase in content shared to #blacklivesmatter, this technology is incorrectly coming into effect,

heißt es im Statement auf Twitter. Das ganze Team arbeite derzeit daran, dass Handlungen der User nicht mehr aufgrund des Hashtags blockiert werden.

TikTok zeigte falsche Aufrufzahlen an

Auch TikTok vermeldete einige Probleme. Hier wurde kein Content blockiert, jedoch wurde in der App angezeigt, dass Content, der mit den Hashtags #blacklivesmatter oder #georgefloyd versehen war, keine Aufrufe hat. Grund dafür war ein technischer Fehler, für den Vanessa Pappas, TikTok US General Manager, und Kudzi Chikumbu, Director der Creator Community, sich in einem Blogpost entschuldigten:

[I] n fact, videos with these hashtags have currently generated well over 2 billion views, which is a testament to their importance to and resonance among our community. Nevertheless, we understand that many assumed this bug to be an intentional act to suppress the experiences and invalidate the emotions felt by the Black community. And we know we have work to do to regain and repair that trust.

Um das Vertrauen ihrer Community wieder herzustellen, möchte TikTok mehrere Millionen US-Dollar an einige Nonprofit-Organisationen spenden, die Rassismus bekämpfen. Zudem soll ein eigens gegründeter Creator Diversity Council dafür Sorge tragen, dass Creator, die Konversationen zu wichtigen Themen anregen, vermehrt Gehör bekommen.

Technologien versagen noch bei heiklen Themen

Geschehnisse wie diese zeigen, welche politische Verantwortung soziale Netzwerke mittlerweile tragen. Schließlich bieten sie den Raum für einen Austausch. Sobald dieser gestört wird, sei es durch Einschränkungen oder technische Fehler, muss extrem schnell reagiert werden, um bei Nutzenden nicht in Ungnade zu fallen. Gerade der Fehler auf Instagram verdeutlicht, wie wenig ausgereift Tools wie das für Spam Prevention noch sind. Während einem menschlichen Moderator klar wäre, dass das erhöhte Vorkommen des Hashtags mit den aktuellen Protesten zusammenhängt, sieht das Tool ein Verhalten, das es mit Spam gleichsetzt und unterbindet dieses. Gerade bei so sensiblen Themen müssen die Social-Netzwerke sich besser vorbereiten, um gar nicht erst in Verdacht zu geraten, einige Inhalte absichtlich einzuschränken.

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