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Digitalpolitik
Schwere Vorwürfe gegen Meta: Hat der Konzern Daten von Kindern gesammelt und schädlichen Content kleingeredet?

Schwere Vorwürfe gegen Meta: Hat der Konzern Daten von Kindern gesammelt und schädlichen Content kleingeredet?

Caroline Immer | 28.11.23

Laut einer Rechtsbeschwerde hat Meta die Anzahl an schädlichen Posts auf den eigenen Plattformen heruntergespielt und im großen Stil Daten von Kindern gesammelt. Dass Millionen User unter 13 Jahren entgegen der Plattformrichtlinien Instagram nutzen, sei bei Meta ein „offenes Geheimnis“ gewesen.

Offiziell dürfen Kinder unter 13 Jahren keinen Account bei den Meta-Plattformen Facebook und Instagram führen. Die Realität sieht anders aus. Doch statt die Konten junger User zu deaktivieren, hat Meta einen Großteil dieser, trotz Meldungen, stillschweigend bestehen lassen – und stattdessen die Daten der Minderjährigen „routinemäßig gesammelt“. Das geht aus einer Rechtsbeschwerde hervor, die von mehreren Generalstaatsanwält:innen in den USA gegen den Konzern eingereicht wurde, wie die New York Times berichtet.


Konkret habe Meta seit Anfang 2019 mehr als 1,1 Millionen Meldungen bezüglich Usern unter 13 Jahren auf Instagram erhalten, jedoch nur einen Bruchteil dieser Accounts gesperrt. Die Daten der jungen User wurden von Meta gesammelt und analysiert, diese Praktiken wiederum wurden vor der Öffentlichkeit geheim gehalten, heißt es in der Beschwerde. Meta habe beispielsweise den Prozentsatz an 11- und 12-Jährigen, welche täglich Instagram nutzen, regelmäßig getrackt.

Meta habe Kinder als „wichtige Zielgruppe“ angesehen

Statt effektive Systeme zur Überprüfung des Alters einzuführen, habe es Meta Usern unter 13 Jahren ermöglicht, falsche Angaben über ihr Alter zu machen – und so unkompliziert einen Account auf Instagram zu eröffnen. Darüber hinaus hätten Führungskräfte unter Eid ausgesagt, dass Meta Konten von Nutzer:innen unter 13 Jahren entferne, sobald der Konzern von diesen erfahre, was den Vorwürfen in der Rechtsbeschwerde zufolge nicht der Wahrheit entspricht. Laut dieser seien Kinder für Meta eine „wichtige Zielgruppe“.

Zu den Informationen, welche Meta gesammelt haben soll, gehören die Standorte sowie die E-Mail-Adressen der Kinder. Sollten sich die Anschuldigungen bewahrheiten, könnten Strafzahlungen in Höhe von hunderten Millionen US-Dollar auf den Konzern zukommen. Meta selbst hat sich bereits geäußert und wirft den Staatsanwält:innen vor, die Arbeit des Konzerns mittels „sorgfältig ausgewählter Zitate und Dokumente falsch darzustellen“.

Hat Meta das Ausmaß an schädlichem Content heruntergespielt?

Ein weiterer Vorwurf, welchen die Anwält:innen im Rahmen der Beschwerde erheben, betrifft die Zahl an schädlichen Inhalten – also beispielsweise Fehlinformationen, Hassrede und Diskriminierung – auf den eigenen Plattformen. Meta habe in den vierteljährlichen sogenannten Community Standards Enforcements Reports (CSER) von geringen Raten an Richtlinienverstößen berichtet und dabei relevante Daten aus User-Umfragen nicht berücksichtigt.

So enthalten laut Meta nur etwa 0,1 Prozent aller Beiträge Inhalte, die unter Hassrede fallen. Allerdings haben laut den Umfragen 19,3 Prozent der User auf Instagram sowie 17,6 Prozent der Facebook-Nutzer:innen bereits Hassrede oder Diskriminierung auf der Plattform mitbekommen. Ein:e Sprecher:in des Konzerns stritt gegenüber Business Insider ab, dass die aus den Umfragen hervorgehenden Zahlen die Prävalenz der schädlichen Inhalte auf Facebook und Instagram widerspiegeln würden.



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Meta macht Auswahl bezüglich personalisierter Werbung zwingend nötig

© Muhammad Asyfaul – Unsplash

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