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AI soll SI heißen: Weißes Haus läutet Ära der Super Intelligence mit Google, OpenAI und Co. ein

AI soll SI heißen: Weißes Haus läutet Ära der Super Intelligence mit Google, OpenAI und Co. ein

Niklas Lewanczik | 30.09.26

Wenn es nach der US-Regierung geht, löst die Super Intelligence die Artificial Intelligence als Begriff ab. Im Accord on Super Intelligence werden zudem Sicherheitsregeln für Tech-Unternehmen festgelegt – allerdings eher vage.

Die USA sehen sich als Speerspitze der KI-Entwicklung. In diesem Kontext und mit Unterstützung von führenden Tech CEOs hat das Weiße Haus jüngst einen Accord on Super Intelligence veröffentlicht und unterschreiben lassen sowie eigenmächtig die Ära der Super Intelligence eingeleitet – zumindest was das Wording angeht. Dazu gehört auch, dass Super Intelligence für die Regierung als Terminus die Artificial Intelligence ersetzen soll.



OpenAI streicht Launch für neues KI-Modell wegen Sicherheitsbedenken

OpenAI-Logo vor Büro-Hintergrund
OpenAI-Logo vor Büro-Hintergrund, © OpenAI via Canva


KI-Bremse oder nur Show? White House Accord on Super Intelligence unterzeichnet

Vor Kurzem hat Anthropic-Chef Dario Amodei eindringlich vor KI-Gefahren gewarnt und ein neues Entwicklungstempo für die KI vorgeschlagen, dem auch OpenAI CEO Sam Altman zugestimmt hat. Altmans Unternehmen hat zudem Sicherheitsmaßnahmen auf nationalem Level für die KI-Entwicklung gefordert. Solche wurden nun beschlossen. Amodei hat zusammen mit OpenAI-Präsident Greg Brockman eine neue Vereinbarung des Weißen Hauses mit Tech-Unternehmen unterschrieben. Zu den Unterzeichnern gehören zudem Google CEO Sundar Pichai, NVIDIA CEO Jensen Huang, SpaceXAI-Chef Elon Musk, Meta CEO Mark Zuckerberg und US-Präsident Donald Trump. Der White House Accord on Super Intelligence fordert verantwortungsvolle Schritte bei der Entwicklung von AI, von der Implementierung interner Kontrollen und Überwachungs-Teams über die Kooperation mit Auditor-Unternehmen bis hin zum Einsatz eines unabhängigen Komitees für die Prüfung der vorherigen Kontrollinstanzen.

Zusammen wollen die Branchen-Leader der Tech-Unternehmen verantwortungsvolle KI bauen und dabei auch notwendige Rückschritte machen. OpenAI hat beispielsweise ein neues Astra-Modell bisher nicht gelauncht, weil es bei den Standards zum Alignment nicht die geforderten Werte im Test erreichte. Die jüngste Vereinbarung mit dem Weißen Haus soll die Kontrolle von KI-Systemen noch umfangreicher machen. Ob diese basalen Vorgaben die Befürchtungen der User und der Branche bezüglich zu mächtiger und eigenmächtig handelnder KI wirklich einschränken können, ist aufgrund der unkonkreten Maßnahmen fraglich. Die vier Kernpunkte der Vereinbarung sehen vor:

  1. Die Kontrolle der Alignmentvorgaben in Tests, besonders in Bereichen wie Cyber-Security oder chemischen Gefahren, samt einer Sicherstellung, dass Hacks bei Dritten nicht vorkommen.
  2. Die Einstellung eines internen Teams, das diese Tests überwacht.
  3. Eine Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Auditor-Unternehmen, das prüft, ob die Kontrollen greifen.
  4. Der Einsatz eines unabhängigen Komitees zur Prüfung der Kontrollen und Kontrollinstanzen in ihrer Summe.

Im unterzeichneten Paper heißt es, dass diese Schritte Unternehmen, Kund:innen und der Öffentlichkeit Zuversicht geben sollten, dass die Technologie so funktioniert wie gewünscht. Zugleich heißt es, dass es ratsam sein könnte, diese Schritte einst in Gesetze und Regularien umzuwandeln. Bis dahin sollen sich die Tech Leader treffen und Standards sowie Best Practices etablieren. Das ist allerdings keine konkrete Regulierung, sondern eine vage Vorgabe ohne echten Risikorahmen für die Unternehmen. Sie sollen selbst die Entscheidung darüber treffen, wie genau die Wahrung der KI-Sicherheitsstandards aussieht. Während KI-Modelle für umfassende Hacks bei Dritten und KI-Tools wie Muse für unerwünschte Datenweitergaben verantwortlich sind, Modelle wegen mangelnder Sicherheit zurückgehalten werden und Anthropic beim IPO vor „existentiellen Risiken“ der KI warnen wird, bleibt eine echte Einschränkung von außen aus. Mark Zuckerberg sieht in dieser Entwicklung einen Ansatz, der das Vertrauen der Menschen in die KI stärken kann.

Eine Bremse für die KI-Entwicklung ist indes nicht geplant. Die US-Regierung hält nicht viel von einer KI-Bremse. Präsident Donald Trump erklärte gegenüber der Financial Times, die USA führe im KI-Wettbewerb mit China. Eine Verlangsamung der Entwicklung könne das ändern. Er lehnt sie daher ab. Der Sprecher des Weißen Hauses, Mike Johnson, sieht die Verantwortung nicht bei der Regierung, sondern bei den Plattformen. Deshalb kam das Treffen zustande, bei dem die Player, die ebenfalls kein wirtschaftliches Interesse an einer eingeschränkten Entwicklung haben, sich der Vereinbarung verschrieben; die allerdings nicht viel Neues hergibt. Beteuerungen zur Sicherstellung der Cybersicherheit gab und gibt es heute wie vor Monaten.

Neu ist: US-Regierung will AI durch SI ersetzen

Derweil möchte die US-Regierung das Wording rund um die AI-Entwicklung ändern. Michael Kratsios, ehemals CTO der US-Regierung und jetzt Direktor des Office of Science and Technology Policy (OSTP) und der wissenschaftliche Berater des US-Präsidenten, gab das via X bekannt.

In einem Amtsdekret gibt Donald Trump an, dass die heutigen Frontier-Modelle und -Systeme der führenden Tech-Unternehmen aus den USA längst den Bedeutungsrahmen der Artificial Intelligence gesprengt hätten. Passender sei die Bezeichnung Super Intelligence. Trump schreibt:

The terminology used by the Federal Government should reflect the transformative capabilities of these technologies and the limitless opportunities they create for the American people.  Accordingly, the term ‘Super Intelligence‘ more appropriately captures the promise, potential, and rapidly advancing capabilities of these technologies.  It is therefore the policy of my Administration that, to the maximum extent permitted by law, the executive branch shall use the terms ‘Super Intelligence‘ and ‘SI‘ in place of ‘Artificial Intelligence‘ and ‘AI‘ and will not acknowledge the usage of ‘Artificial Intelligence‘ and ‘AI‘ in any applicable setting.

Auf sein Geheiß soll die Regierung öffentlich also nur noch von SI reden, nicht von AI. Ob die Tech Leader bei dieser Entwicklung ebenfalls eine Rolle gespielt haben, ist nicht bekannt. Auffällig ist, dass insbesondere der regierungsnahe Mark Zuckerberg immer wieder von der Relevanz der Super Intelligence für die Digitalwelt spricht.

Die Zukunft ist für alle,

betonte Zuckerberg zuletzt bereits in einem Text, der die Branche und alle Digital-User auf eine positive AI-Zukunft einstimmen soll. Ihm zufolge wird die sogenannte „Super Intelligence“ zu einer der wichtigsten Technologien der Geschichte avancieren. Dazu sollen Metas diverse KI-Systeme, -Modelle und -Tools beitragen. Auch OpenAI, Google, NVIDIA und SpaceXAI sitzen in den USA mit am Tisch, der über die Fortentwicklung entscheidet. Sie sind nicht die einzigen zentralen AI Player, aber im politischen Klima der USA besonders einflussreich.



„Du bist weder Unternehmen noch Regierungen Rechenschaft schuldig“:

OpenAI legt 6 Fälle problematischen KI-Verhaltens offen

Weißes OpenAI-Logo auf orangefarbenem Verlaufshintergrund zum als „Critical“ eingestuften AI-Modell Astra.
© OpenAI via Canva


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