Human Resources
Hier sind Beschäftigte am demotiviertesten

Hier sind Beschäftigte am demotiviertesten

Selina Beck | 12.08.26

Wie zufrieden sind Beschäftigte mit ihren aktuellen Jobs? Wir zeigen dir, wo Beschäftigte am zufriedensten sind und was die häufigsten Gründe für Wechselwünsche sind.

Sommer, Sonne, Urlaub und dann neuer Job? Viele Arbeitnehmer:innen denken in der Sommerzeit über eine neue Arbeitsstelle nach, bei der sie glücklicher sein könnten, neue Herausforderungen warten oder mehr Gehalt winkt. Die aktuelle XING Wechselwilligkeitsstudie 2026 – Jobwechsel-Atlas Deutschland hat nun untersucht, wo Angestellte am zufriedensten und am unglücklichsten sind. Dabei zeigt sich: Die generelle Wechselwilligkeit liegt hierzulande bei 34 Prozent, doch es gibt große lokale Unterschiede. So planen ganze 44 Prozent der Angestellten in Hamburg konkret einen Firmenwechsel oder sind offen dafür, während es im Saarland nur 25 Prozent der Befragten sind.

Hier fühlen sich Beschäftigte mindestens einmal pro Woche motivationslos

Bei der regionalen Befragung zeigt sich, dass die Unlust am Job vor allem in Hamburg, Berlin und Brandenburg sehr ausgeprägt ist. 43 Prozent der Hamburger:innen sagen, dass sie sich mindestens einmal die Woche demotiviert fühlen, dicht gefolgt von den Berliner:innen mit 41 Prozent und Brandenburger:innen mit 40 Prozent. 47 Prozent der Wechselbereiten haben täglich oder mehrmals pro Woche keine Lust auf ihre Arbeit – bei den Nicht-Wechselbereiten sind es nur zwölf Prozent.

Ganz anders sieht es im Saarland und in Bayern aus: Hier können sich nur 25 Prozent beziehungsweise 26 Prozent ein neues Unternehmen vorstellen. Auch in Bremen mit 27 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 20 Prozent scheinen die Beschäftigten relativ zufrieden. Die Befragung zeigt allerdings auch, dass es bei der Sorge vor dem Arbeitsplatzverlust und bei der Zuversicht in die eigenen Chancen in der Arbeitswelt ebenfalls erhebliche regionale Unterschiede gibt.

Viel Angst in Bremen und Baden-Württemberg, wenig Befürchtungen in Niedersachsen

Die Angst vor einem Jobverlust ist in Bremen und Baden-Württemberg in der Tendenz am höchsten mit je 14 Prozent, während diese Besorgnis in Niedersachsen bei nur zwei Prozent der Befragten eine Rolle spielt. Der XING-Arbeitsmarktexperte Dr. Julian Stahl sieht hier lokale Differenzen „zwischen urbanen Arbeitsmärkten, wirtschaftsstarken Regionen und Bundesländern mit mehr sicherheitsorientierten Beschäftigten“. Bei der Studie hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa über 3.400 Beschäftigte in Deutschland zum Jahreswechsel Dezember 2025/Januar 2026 befragt.

Für einen Großteil der Befragten (70 Prozent) ist ein langfristig sicherer Job das wichtigste Kriterium bei der Wahl eines neuen Unternehmens. Viele Beschäftigte schätzen ihre Chancen am Arbeitsmarkt trotz KI und weiterer Entwicklungen weiterhin positiv ein. 63 Prozent der Angestellten rechnen auf jeden Fall oder wahrscheinlich damit, innerhalb der nächsten sechs Monate eine neue Arbeitsstelle zu finden. Besonders positiv sind dabei Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen und Berlin mit jeweils 70 Prozent gestimmt, gefolgt von Schleswig-Holstein und Bremen mit je 68 Prozent. In dieser Kategorie liegen die Saarländer:innen am unteren Ende der Skala mit 54 Prozent. Auch in Thüringen (55 Prozent) und Niedersachsen (57 Prozent) herrscht hierbei eine schlechtere Zukunftsansicht.

Gutes Führungsverhalten erwarten bundesweit 62 Prozent der Befragten, © Xing, Bild, Beschäftigte wollen von neuen Vorgesetzten bundesweit ein höheres Gehalt mit 63 Prozent, in Niedersachsen wird dies am stärksten mit 72 Prozent priorisiert. Gutes Führungsverhalten nennen 62 Prozent als Kriterium, während es überdurchschnittlich viele in Schleswig-Holstein (74 Prozent) und Bremen (73 Prozent) erwarten. Einen sinnerfüllenden Job wird als Kriterium im Durchschnitt zu 57 Prozent genannt, hier legen vor allem die Hamburger:innen mit 67 Prozent Wert darauf.
Gutes Führungsverhalten erwarten bundesweit 62 Prozent der Befragten, © XING

Kaum Sorge vor Jobverlust

Generell betonen die Expert:innen, dass die Sorge vor einem Verlust der Arbeitsplatzstelle gering ausgeprägt ist. Hierzulande machen sich nur acht Prozent der Beschäftigten sehr oder eher große Sorgen, dass ihnen im laufenden Jahr gekündigt wird. Besonders gelassen wird dies in Niedersachsen mit je zwei Prozent und in Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin mit je fünf Prozent gesehen. Zudem fällt auf, dass sich viele Beschäftigte, die offen für neue Firmen sind, sich deutlich häufiger Sorgen um ihren Arbeitsplatz (15 Prozent) machen als diejenigen, die in ihrer Firma bleiben wollen (fünf Prozent).

Beschäftigte erwarten von neuen Vorgesetzten bundesweit ein höheres Gehalt (63 Prozent), in Niedersachsen wird dies mit 72 Prozent am stärksten priorisiert. Gutes Führungsverhalten nennen 62 Prozent als Kriterium, während es überdurchschnittlich viele in Schleswig-Holstein (74 Prozent) und Bremen (73 Prozent) erwarten. Einen sinnerfüllenden Job ausüben zu können wird als Kriterium im Durchschnitt zu 57 Prozent genannt. Darauf legen vor allem die Hamburger:innen mit 67 Prozent Wert.


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© Vlada Karpovich – Pexels


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