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Geschäft mit der KI-Skepsis: DuckDuckGos Normal F***ing Sunglasses schon ausverkauft

Geschäft mit der KI-Skepsis: DuckDuckGos Normal F***ing Sunglasses schon ausverkauft

Niklas Lewanczik | 07.08.26

Die Normal F****** Sunglasses der datenschutzzentrierten Suchmaschine DuckDuckGo machen sich über Metas AI Glasses lustig, sind aber ein echtes Produkt und schon vergriffen. Sie verweisen auf ein großes Problem, das Smart Glasses mit sich bringen.

No camera. No AI. Just Normal Sunglasses.

Das ist das Versprechen, das das Suchmaschinenunternehmen DuckDuckGo und Knockaround als Designunternehmen hinter den neuen Sonnenbrillen geben. Denn der Name ist Programm: Die Normal F***ing Sunglasses haben keinerlei KI-Technologie, sind einfach nur Sonnenbrillen. Dabei werden sie als „innovative Anti-Überwachungs-Sonnenbrillen“ vermarktet, designt, um die Sonne auszusperren und niemals Daten in die Cloud zu schicken.

Der Verweis ist klar und DuckDuckGo lässt keine Zweifel offen. Das Produkt gilt als humorvoller Angriff auf Metas AI Glasses, die aufgrund ihrer Aufnahme- und Speichermöglichkeiten ein großes Gefahrenpotential mit sich bringen – etwa, wenn Menschen ohne Einwilligung gefilmt werden. Während die Kritik klar erkennbar ist, verdient das Unternehmen mit dieser Abwehrhaltung gegenüber polarisierenden KI-Technologien Geld.

Ausverkaufte Standardsonnenbrillen mit Botschaft: DuckDuckGo vermarktet sich als Alternative zu KI-Treibern

Die Normal F***ing Sunglasses kosten 30,83, sind damit also auch preislich kaum mit Metas neuen AI Glasses zu vergleichen, die in Deutschland ab 309 Euro erhältlich sind. Metas AI Glasses in Kooperation mit Ray-Ban bieten umfassende KI-Fähigkeiten. Dazu zählen:

  • freihändige Foto- und Videoaufnahmen
  • direkter Zugriff auf Meta AI über eine Aktionstaste
  • automatische Bildaufnahmen mit Dynamic Photo: Mehrere Bilder werden aufgenommen und die beste Aufnahme vorgeschlagen
  • eine Fußgänger:innennavigation für Brillen ohne Display, die bald folgen soll
  • die Live-Übersetzung mit 14 weiteren Sprachen, darunter Japanisch, Mandarin, Hindi und Koreanisch

Solche Optionen sind durchaus innovativ, bringen aber auch Sorgen hervor. In einem Blog-Beitrag beantwortet Meta häufige Fragen zum Umgang mit Fotos, Videos und Privatsphäre und stellt zusätzliche Schutzmaßnahmen für die Smart Glasses vor. Im Fokus steht die weiße Aufnahme-LED an der Vorderseite der Brille. Sie blinkt während Foto- und Videoaufnahmen und soll Menschen in der Umgebung signalisieren, dass gerade Inhalte aufgezeichnet werden. Bereits seit der zweiten Generation deaktivieren sich die Kameras automatisch, wenn erkannt wird, dass die LED verdeckt wurde. Künftig soll dies auch dann gelten, wenn die Kontrollleuchte beschädigt oder bewusst zerstört wurde. Auslöser der neuen Maßnahmen sind unter anderem kostenpflichtige Manipulationsdienste, die Umbauten anbieten, um die Aufnahme-LED dauerhaft außer Kraft zu setzen.

Meta kündigt an, entsprechende Anzeigen, Beiträge und Marketplace-Angebote von den eigenen Plattformen zu entfernen, beteiligte Konten zu sperren und auch rechtlich gegen Anbieter:innen solcher Dienste vorzugehen. Jedoch bereitet der Plan, mit „Super Sensing“ eine dauerhafte Aufnahme mit solchen Brillen zu ermöglichen, die womöglich nicht auf den ersten Blick von außen erkannt wird, vielen Sorgen.

In den sozialen Medien und auf Reddit wurden Smart Glasses, wie Meta, aber auch andere Tech-Unternehmen sie anbieten, bereits scharf kritisiert und unter anderem als „Pervert Glasses“ beschrieben. Genau dieses Moment der Kritik nutzen DuckDuckGo und Knockaround für ihre eigene Brillenkollektion. Sie werden als Gegenmodell zu den KI-gespickten neuen Kreationen von Meta und Co. vermarktet, mit Hinweisen wie „Seamless Offline Mode“, „Zero Notifications Guaranteed“ und dergleichen mehr.

You’ll be amazed at what you can do with these glasses. Walk on the beach without anyone wondering if they’re being filmed. Chat with friends without an AI listening in. Look at whatever you want without wondering who else is watching. The possibilities are endless,

heißt es auf der Produktseite.

Offenbar mit Erfolg. Auf der Knockaround Website sind die Brillen bereits ausverkauft, in weniger als einer Woche war es so weit. Es gibt aber Nachschub, Vorbestellungen sind derzeit nur für US-Kund:innen möglich.

DuckDuckGos USP: Weniger KI und mehr Datenschutz

Die Hinweise auf etwaige Probleme für den Datenschutz, die DuckDuckGo regelmäßig gibt, erstrecken sich über diverse Tech- und Digitalbereiche. So kritisiert das Unternehmen regelmäßig auch Google für die den Usern aufgezwungenen KI-Dienste in der Suche. Ähnlich verhält es sich mit aufdringlicher Werbung, der User etwa auf YouTube ohne Abonnement nicht ausweichen können. Diese blockiert der DuckDuckGo Browser jetzt standardmäßig ohne Plugin.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass DuckDuckGo diese Haltung als Element des Geschäftsmodells versteht. Zuletzt konnte die Suchmaschine einen immensen User-Anstieg verzeichnen, weil viele User keine AI-Elemente als Zwang in einer Suchmaschine wünschen.

Hinsichtlich der Marktanteile im Suchmarkt liegt DuckDuckGo, das seit jeher auf Datenschutz ausgelegt ist, nur hinter Google, Bing, Yahoo und Yandex und kommt auf immerhin 1,46 Prozent Marktanteil. In den USA sind es 1,58 Prozent. Nur Yahoo, Bing und Google sind dort vor der Suchmaschine. DuckDuckGo stilisiert sich als Gegenpart zu Big Tech und gibt Usern mehr Privatsphäremöglichkeiten und weniger AI. Dabei verdient das Unternehmen vor allem mit Werbung – aber ohne massive Personalisierung, aber auch mit Abonnements und neuerdings Sonnenbrillen Geld. KI-Angebote hat DuckDuckGo aber auch, darunter Duck.ai, das zur privaten Konversation mit Third-Party-KI-Modellen befähigt.



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© Meta via Canva


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