Technologie
Meta launcht Pocket: Vibe-Coding App für interaktive Apps und Games

Meta launcht Pocket: Vibe-Coding App für interaktive Apps und Games

Niklas Lewanczik | 03.07.26

Social Media trifft Gaming: Mit Pocket können User via KI-Prompts schnell interaktive Gaming-Erfahrungen schaffen, sie im scrollable Feed entdecken, ein Profil anlegen und eine Community aufbauen.

Achtung, Verwechslungsgefahr: Metas neue App Pocket hat nichts mit der 2025 eingestellten App Pocket von Mozilla zu tun. Dabei handelte es sich um eine Anwendung zum Merken und Speichern populärer Artikel im Internet – die viele User im Firefox Browser als Erweiterung gesehen haben dürften. Doch Metas Pocket schlägt eine ganz andere Richtung ein. Es ist eine App zum Erstellen und Teilen sogenannter Gizmos, mit denen User auf verschiedene Weise interagieren, ja sogar spielen können. Diese Gizmos werden im Feed geteilt, User können Playlists erstellen, ein eigenes Profil mit Gizmo-Veröffentlichungen kuratieren und Follower sowie ganze Communities aufbauen. Der Launch dieser App basiert auf einer Team-Übernahme Metas, scheint aber noch Beschränkungen zu unterliegen.

Social Media App für KI-kreierte Spielereien

Die App Pocket ist bereits im Google Play Store zu finden. Allerdings steht sie dort noch nicht für alle zum Download bereit. In unserem Test konnten wir sie noch nicht nutzen. Aktualisiert wurde der App-Eintrag im Play Store am 2. Juli; am 29. Juni war sie dort eingestellt worden, wie unter anderem TechCrunch berichtet. Über die Entwicklung der App hat der App Researcher Alessandro Paluzzi schon auf Threads informiert.

Auf Threads ansehen

Schon die URL der App-Eintragung im Google Play Store gibt einen Hinweis auf die Macher:innen hinter der Anwendung, denn in der id findet sich „com.facebook.gizmo“. Vor einigen Monaten hat Meta – ehemals Facebook als Konzern – das Team von Gizmo übernommen. Dieses kreierte und kreiert interaktive digitale Experiences wie Mini-Games. User können solche in der Gizmo App von Atma Sciences Inc. auch testen, die in der Entwicklungsphase ist.

Metas App Pocket nennt die eigenen interaktiven digitalen Erfahrungen ebenfalls Gizmos. Das lässt sich im Deutschen mit „Ding“ oder auch „Gadget“ übersetzen. Die Gizmos können von den Usern mit simplen KI-Prompts erstellt werden. Das kann dann zum Beispiel ein Mini-Game sein, in dem User malen können, aber mit einer Blume als Pinsel. Beim Gaming selbst reagieren die Gizmos auf Berührungen und Handy-Neigungen. Auch können die User ihre Gizmos anpassen, die Farbauswahl ändern, Texte einfügen und dergleichen mehr. Überdies lassen sich Bilder aus dem eigenen Archiv integrieren, ebenso Songs als Untermalung der Erfahrungen.

Pocket setzt auf bekannte Social-Media-Muster

Die App User können des Weiteren eigene Playlists für ihre favorisierten Gizmos erstellen. Darin können sie zum Beispiel Mini-Games sammeln, die an Tetris oder Snake erinnern, 3D-Welten zusammenlegen, die andere User kreiert haben, oder kreative Zeichen-Gizmos vereinen. Die Gizmos diverser User finden sie in einen scrollable Feed, genau wie auf Instagram, TikTok und Co. Dort können sie sie mit Likes versehen und speichern. So ist Pocket durchaus als Mischung aus AI App und Social Media App gedacht. Denn die User können sich Profile anlegen, die einem Instagram- oder TikTok-Profil ähnlich sehen. Dort werden Follower-Zahlen angezeigt, die gefolgten Accounts gelistet und unter einer Bio findet sich ein Grid für die eigenen Gizmos.

Neue Chancen für Metas App-Kosmos

Noch hat Meta die App nicht offiziell vorgestellt. Demnach dürfte sie sich noch in einem experimentellen Stadium befinden, worauf auch die Tatsache hindeutet, dass viele User sie nicht herunterladen können. Allerdings könnte Pocket als Ergänzung im App-Kosmos eine weitere Plattform darstellen, die Meta User verschafft und mit ihnen wertvolle Nutzungsdaten. Denn Pocket kann App-Aktivitäten, personenbezogene Daten, Standorte, Geräte-IDs und Co. weitergeben, was Metas Werbegeschäft zugutekäme.

Ob aber Pocket letztlich von wirklich vielen Usern genutzt wird, die diese technischen Spielereien rund um Gizmos in einem Social-Media-Kontext nutzen möchten, steht noch zur Debatte. Vorstellbar ist indes auch, dass Meta die Pocket-Optionen einst auf den großen Plattformen Instagram, Facebook und Threads integriert, um die Verweildauer dort weiter zu erhöhen und womöglich neue User für die App zu generieren – wenn sie denn eine Zukunft hat.


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© Penfer – Unsplash


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