Digitalpolitik
Was ist echt, was ist KI? EU legt neue Leitlinien vor

Was ist echt, was ist KI? EU legt neue Leitlinien vor

Larissa Ceccio | 23.06.26

Die EU-Kommission veröffentlicht neue Leitlinien für die Kennzeichnung von KI-Inhalten. Denn je realistischer KI-generierte Bilder, Videos und Stimmen werden, desto wichtiger wird die Frage, was echt ist – und was nicht.

Mitte Juni stellte die EU-Kommission ihren Technological Sovereignty Plan vor. Mit dem Maßnahmenpaket sollen europäische Technologien und Alternativen gestärkt sowie die Abhängigkeit von außereuropäischen Anbieter:innen, insbesondere aus den USA und China, reduziert werden. Nun folgt ein weiterer Schritt, mit dem die EU den Umgang mit Künstlicher Intelligenz stärker regulieren und transparenter gestalten will.

Die Europäische Kommission hat einen neuen Verhaltenskodex zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte veröffentlicht. Der Leitfaden soll Anbieter:innen und Unternehmen dabei unterstützen, sich auf die Transparenzpflichten des AI Acts vorzubereiten. Zudem soll er helfen, KI-generierte Inhalte künftig einheitlicher zu kennzeichnen und für Nutzer:innen besser erkennbar zu machen.



„Your digital future is made in Europe“:
Europas Plan gegen Tech-Abhängigkeit

Pixel-Art-Grafik einer Figur, die von „Other tech“ zu „EU Tech“ springt. Der Schriftzug „Level Up“ symbolisiert den Technological Sovereignty Plan der EU, mit dem Europa die technologische Unabhängigkeit stärken und eigene Alternativen bei Cloud, KI, Halbleitern und Software fördern will.
© Europäische Kommission via X


So will die EU KI-Inhalte kennzeichnen

KI-generierte Bilder und Videos erreichen inzwischen ein Qualitätsniveau, das sie für viele Nutzer:innen kaum noch von realen Aufnahmen unterscheidbar macht. Dadurch wird es auch immer einfacher, Deepfakes, manipulierte Medien und KI-gestützte Desinformation glaubwürdig zu verbreiten. Entsprechend wächst der Druck auf Plattformen, KI-Anbieter:innen und Gesetzgeber:innen, KI-generierte Inhalte transparenter zu kennzeichnen.

Einen wichtigen Vorstoß macht jetzt die Europäische Kommission. Mit einem neuen Leitfaden zeigt sie, wie KI-generierte Inhalte für Nutzer:innen erkennbar gemacht werden können. Der Leitfaden beschreibt unter anderem, wie KI-generierte Inhalte gekennzeichnet, entsprechende Informationen maschinenlesbar hinterlegt und Hinweise auch dann sichtbar gemacht werden können, wenn Inhalte auf anderen Plattformen weiterverbreitet werden.

Diejenigen, die KI-generierte Inhalte veröffentlichen, sollen die Transparenzvorgaben des AI Acts dadurch leichter umsetzen können. Die Empfehlungen sind zwar zunächst freiwillig, sollen aber als Orientierung für die künftigen Anforderungen des europäischen KI-Gesetzes dienen.

Interessierte finden den vollständigen Code of Practice auf der Website der EU-Kommission. Dort werden die vorgeschlagenen Leitlinien zur Kennzeichnung von KI-Inhalten ausführlich erläutert. Zudem enthält das Dokument Beispiele für mögliche Labels, Symbole und Kennzeichnungen, die KI-generierte Inhalte künftig für Nutzer:innen leichter erkennbar machen sollen.



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