Human Resources
Handwerk sicherer als Bürojobs: Attraktivität wächst auch wegen KI

Handwerk sicherer als Bürojobs: Attraktivität wächst auch wegen KI

Selina Beck | 19.06.26

Eine neue Studie zeigt: Die Mehrheit der Beschäftigten sieht handwerkliche Berufe als sicherer an als Bürojobs. Dies liegt auch am Einzug von KI in die Arbeitswelt. Doch oft fehlen die Berührungspunkte für junge Menschen.

Die Arbeitswelt verändert sich stetig – nicht nur durch den Einsatz von KI-Tools am Arbeitsplatz. So wächst nun auch die Attraktivität des Handwerks, das zeigt eine neue Studie. 66 Prozent der Arbeitnehmer:innen empfinden handwerkliche Berufe als sicherere Arbeitsstelle im Vergleich zu Bürojobs. Diese Aufwertung verdankt das Handwerk auch den KI-Tools, die in Büros immer mehr Einzug halten.


Der FOBO-Trend 2026:

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Eine Frau sitzt frustriert vor ihrem Laptop auf einem Sofa
© Darina Belonogova – Pexels


Das Handwerkbarometer 2026, eine repräsentative Befragung unter 2.032 Personen, welche die Dachdeckerei Hanebutt mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov im Mai dieses Jahres durchgeführt, hat, zeigt: Die Attraktivität des Handwerks steigt – und mit ihr auch die Bereitschaft zur Weiterempfehlung. Mittlerweile sehen 63 Prozent Handwerksberufe als attraktiv oder sehr attraktiv an. Zudem würden 61 eine Handwerkslaufbahn heute häufiger empfehlen als noch vor fünf Jahren.

Stellenwert von Handwerk in Gesellschaft noch nicht angekommen

Doch die gesellschaftliche Anerkennung erfolgt laut der Analyse dadurch dennoch noch nicht angemessen. So sagen auch 73 Prozent der Teilnehmer:innen, dass das Handwerk gesellschaftlich immer noch nicht ausreichend wertgeschätzt wird. Es sind sogar rund zwölf Prozentpunkte mehr als noch vor zwei Jahren. 86 Prozent der Befragten halten hier vor allem eine bessere schulische Aufklärung über Handwerksberufe für (sehr) wichtig.

Das Fachportal „DDH: Das Dachdecker-Handwerk“ kritisiert, dass junge Erwachsene nach wie vor berichten, dass sie in der Schule kaum Berührungspunkte mit dem Handwerk hatten:

Schulen vermitteln weder die Vielfalt noch das Unternehmerpotenzial des Handwerks – obwohl fast neun von zehn Deutschen genau das fordern.

Die Befragung ergibt, dass über 60 Prozent der Befragten ihren Kindern heute eher zu einer Handwerksausbildung raten würden als noch vor ein paar Jahren. Denn der Fachkräftemangel im Handwerk ist eklatant: In der Branche fehlen eine Viertelmillion Fachkräfte. Des Weiteren sind rund 125.000 Betriebsnachfolgen in den nächsten Jahren ungeklärt. Handwerk sei nicht nur ein sicherer Job, sondern auch einer der direktesten Wege in die unternehmerische Selbstständigkeit, so das Fachportal.

Jobsicherheit durch KI wird zum relevanten Thema für Arbeitnehmer:innen

Laut der Befragung können sich 38 Prozent zudem vorstellen, wegen KI eher einen Handwerksberuf zu ergreifen. Im Vergleich dazu war die Jobsicherheit im Kontext von KI vor zwei Jahren noch kein Thema.

Laut dem Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung könnten in den nächsten 15 Jahren ungefähr 800.000 Jobs durch KI unnötig werden, jedoch würden auch genauso viele neue entstehen, so die Expert:innen. Vor allem in den Branchen Gesundheitswesen, Großhandel und in der öffentlichen Verwaltung wird dieser Wandel gesehen.


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