Human Resources
Eigenschaften, die Beförderungen zugutekommen, schrecken Angestellte oft ab

Eigenschaften, die Beförderungen zugutekommen, schrecken Angestellte oft ab

Selina Beck | 01.07.26

Eine neue weltweite Studie von Hogan Assessments zeigt, dass es eine große Diskrepanz zwischen dem gibt, was bei Führungskräften belohnt wird, und was sich Beschäftigte eigentlich wünschen würden.

Die Eigenschaften, die Führungskräften beim Aufstieg der Karriereleiter helfen, können gleichzeitig diejenigen sein, die Mitarbeitende vertreiben – das ist die ernüchternde Erkenntnis einer neuen weltweiten Studie von Hogan Assessments. Die Analyse hat ergeben, dass es keine Überschneidungen zwischen den wichtigsten Eigenschaften gibt, die Führungskräfte zeigen, und die sich die Angestellten faktisch von ihren Vorgesetzten wünschen.

Bei der Analyse wurden die Persönlichkeitsbeurteilungsdaten von mehr als 21.000 Führungskräften sowie die Antworten von knapp 10.000 Beschäftigten aus 25 Ländern ausgewertet. Dabei zeigen Vorgesetzte vor allem die Eigenschaften Selbstbewusstsein, Präsenz, Wettbewerbsfähigkeit und Selbstdarstellung. 

Aber: Mitarbeiter:innen legen stattdessen Wert auf Kommunikation, Integrität, Verantwortungsbewusstsein und fundierte Entscheidungsfindung.


Zu viel geredet, zu wenig geschafft:

Führungskräfte verbringen 23 Stunden pro Woche in Meetings

Ein Mann sitzt erschöpft an seinem Schreibtisch
© Thirdman – Pexels


Falsche Auswahl bei Beförderungen

Allison Howell, CEO von Hogan Assessments, sieht den Grund der Differenzen in unterschiedlichen Vorstellungen:

Unternehmen neigen seit jeher dazu, bei Führungskräften Präsenz, Selbstbewusstsein und Ehrgeiz zu belohnen. Doch die Mitarbeiter sagen uns, dass sie etwas Grundlegenderes wollen: Führungskräfte, denen sie vertrauen können, die klar kommunizieren und die die Voraussetzungen für den Erfolg ihrer Teams schaffen.

Viele Organisationen suchen laut den Analyst:innen eher nach Beschäftigten, die sie befördern wollen, die sich durch ihr Auftreten auszeichnen – anstatt nach Personen, die Vertrauen aufbauen und gute Teams hervorbringen.

Diese Problematik zeigt sich beispielhaft an dem Charakterzug Selbstvertrauen. Während Selbstsicherheit Führungskräften oft beim Karriereaufstieg hilft, sagen 59 Prozent der Befragten dagegen, dass Arroganz und ein Überlegenheitsgefühl die Führungswirksamkeit untergraben.

Emotionale Schwankungen am Arbeitsplatz führen zu Problemen

Eine weitere Eigenschaft, die zu Problemen führen kann, ist für 72 Prozent der Beschäftigen ein unvorhersehbares Verhalten der Führungskraft. Auch passive Aggression als Problem am Arbeitsplatz nennen 62 Prozent, während 56 Prozent der Angestellten übermäßige Vorsicht oder Unentschlossenheit als teamschädlich ansehen. Howell empfiehlt den Organisationen:

Diese Ergebnisse zeigen, dass Vertrauen, Verantwortungsbewusstsein und ein gesundes Urteilsvermögen keine zweitrangigen Eigenschaften sind. Sie sind entscheidend für die Effektivität des Teams und die langfristige Leistungsfähigkeit.


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