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Semrush-Analyse zeigt: Human-written Content rankt meist besser in der Suche – aber AI hält Einzug

Semrush-Analyse zeigt: Human-written Content rankt meist besser in der Suche – aber AI hält Einzug

Niklas Lewanczik | 08.04.26

Je höher das Ranking auf Googles erster Seite, desto eher ist der Content von Menschen geschrieben worden. Darauf deutet eine Semrush-Analyse hin, die auch zeigt: AI Support breitet sich in den Suchergebnissen aus.

20.000 Keywords und 42.000 Blog Posts hat Semrush analysiert, um herauszufinden, ob Content, der von Menschen geschrieben wurde, bei Google besser rankt als Inhalte, die mehr AI-Hilfestellung bei der Produktion erhielten. Dazu wurde ein AI Detector für die Einordnung der Ergebnisse eingesetzt, bei der sich zeigt: Gerade auf Position eins in der Suche ist der Unterschied zwischen den Zuschreibungen von Menschen geschriebener und von KI-Texten enorm. Doch die Grenzen verschieben sich. Während die Suche von Menschen geschriebene Inhalte belohnt, können auch AI-Texte oder Mischformen dort performen. Ohnehin taucht KI mehr und mehr in der Suche auf.


41 Mega-Websites analysiert:

Wie die Suche wirklich funktioniert und warum Google dominiert

Gebäudewand mit Google-Logo, Himmel darüber
© Mark Stuckey – Unsplash via Canva


Die Ergebnisse der Analyse: Top-Positionen der Such-Rankings gehen an human-written Content

Im November 2025 prüfte Semrush für 20.000 ausgewählte Keywords die Top-Ten-Ergebnisse auf den Google-Suchergebnisseiten. Von den insgesamt 200.000 URLs wurden die Blog-Seiten herausgefiltert, jene, die den Zusatz „/blog/“ enthielten. Das waren noch 42.000 Seiten. Die Seiteninhalte analysierte das Unternehmen dann als reinen Text mit dem AI Detector GPTZero, der nach eigenen Angaben zu 99 Prozent angeben kann, ob ein Text von der KI oder von Menschen geschrieben wurde. Basierend auf den Ergebnissen kalkulierte Semrush, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Ergebnisse in der Google-Suche von Menschen oder von der KI geschrieben wurden, für jede Position von eins bis zehn.

Das Ergebnis ist besonders in Bezug auf die so wichtige Position eins deutlich: Mit einer Wahrscheinlichkeit von 80,5 Prozent erscheint ein Ergebnis, das von Menschen geschrieben wurde. Ein KI-geschriebener Text erscheint mit zehnprozentiger Wahrscheinlichkeit. Und eine Mischung aus KI und menschlicher Produktion kommt mit 9,5 Prozent Wahrscheinlichkeit vor.

Diese Ergebnisse sind nur ein Orientierungswert, da sowohl der AI Detector Fehler machen könnte als auch die Werte nur für Blog-Beiträge und nur für die ausgewählten Keywords gelten. Trotzdem zeigt sich, dass von Menschen geschriebene Inhalte in der Suche gut ranken. Das heißt aber nicht, dass Inhalte, die von einer KI geschrieben wurden, in der Suche nicht gut ranken können. Die Wahrscheinlichkeit, auf Seite eins der Suchergebnisse aufzutauchen, ist nicht allzu gering. Und schaut man beispielsweise auf Position sieben der Analyse, liegt sie bereits bei 18,9 Prozent. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass Texte als Mischform von Menschen und KI auftreten, wächst bis zu 18,6 Prozent auf Position zehn. Semrush erklärt auf X:

[…] From position 5 onward, the performance gap between human-written and AI-generated content narrows significantly. In other words, AI content performs competitively when the benchmark is ranking on page one. However, in the highest-ranking positions, human-written content clearly leads.

So sehen die Wahrscheinlichkeiten für Texte von Menschen und von der KI in der Semrush-Analyse für Top-Ergebnisse auf Google aus, © Semrush, Balkendiagramm mit Farben und Zahlen
So sehen die Wahrscheinlichkeiten für Texte von Menschen und von der KI in der Semrush-Analyse für Top-Ergebnisse auf Google aus, © Semrush

SEOs setzen selbst auf viel KI-Hilfe

Damit widersprechen die Ergebnisse der Analyse – zumindest in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit – der Annahme von 224 von Semrush befragten SEOs, nach der AI Content in der Suche genauso gut rankt wie der von Menschen geschriebene. 72 Prozent der Befragten gaben an, dem zuzustimmen. In dieser Umfrage zeigt sich zudem, warum KI-generierte Inhalte, aber ebenso Mischformen aus KI und menschlicher Produktion, in der Suche an Gewicht gewinnen. Immerhin gaben nur 23 Prozent an, für die eigenen oder Klient:innen-Websites reine human-written Inhalte zu erstellen. 64 Prozent setzen auf KI-Assistenz mit menschlicher Führung und acht Prozent auf AI-Inhalte, die nur geringfügig von Menschen angepasst werden.

AI spielt bei der Content-Produktion für Websites eine zentrale Rolle, © Semrush, Kreisdiagramm mit Farben
AI spielt bei der Content-Produktion für Websites eine zentrale Rolle, © Semrush

Der menschliche Faktor spielt nach Semrushs Erhebung weiter die Hauptrolle in der Content-Produktion. Doch die AI hilft bei der Recherche, beim Editieren, bei Outlines, Drafts, Übersetzungen, beim Brainstorming und dergleichen mehr. Und des Öfteren schreiben KI-Dienste dann die Texte. Das kann das Tempo in der Produktion und die Quantität erhöhen. Doch nur 19 Prozent der befragten SEOs meinen, dass KI-Support die Qualität direkt verbessert. Semrush rät SEOs:

Use AI to move faster through research, outlining, and drafting. Then invest the time saved into incorporating expert insights, proprietary data, and other elements that make your content stand out.

AI-Inhalte wohl oder übel wichtiger Teil der Suche

Google, die für die Semrush-Untersuchung herangezogene größte Suchmaschine der Welt, reagiert differenziert auf KI-generierte Inhalte. Derzeit hält das March 2026 Core Update die SEO-Szene in Atem. Die Volatilität in der Suche ist laut Semrush unverändert hoch, bei 9,4 von 10 Punkten auf dem Desktop.

Originäre und unikale Inhalte sollen im Rahmen dieses großen Core Updates besser ranken, einfache Kopien, kontextlose Listicles und dergleichen weniger gut. Das würde auch heißen, dass KI-generierte Inhalte, die eher auf Quantität als auf Qualität aus sind, weniger gut platziert werden. Das gilt es nach dem Abschluss des Updates zu beobachten.


Google rollt 2026 March Core Update aus

Google auf Smartphone im Darkmode, auf Laptop im Hintergrund
© Bastian Riccardi – Unsplash


Kurz vor diesem gab es zudem das March 2026 Spam Update. Im Kontext der Spam Updates geht Google seit 2024 beispielsweise auch verstärkt gegen Scaled Content Abuse vor, wobei zahlreiche Seiten mit oft minderwertigen Inhalten generiert werden, schlichtweg, um die Chance, prominent in der Suche aufzutauchen, zu erhöhen. Diese Problematik wird durch KI-Dienste wie ChatGPT, Gemini, Claude und Co., die oft zum schnellen Schreiben eingesetzt werden und auch zum Vibe Coding von Seiten, noch verstärkt. Google erklärte 2024:

Our long-standing spam policy has been that use of automation, including generative AI, is spam if the primary purpose is manipulating ranking in Search results. The updated policy is in the same spirit of our previous policy and based on the same principle. It’s been expanded to account for more sophisticated scaled content creation methods where it isn’t always clear whether low quality content was created purely through automation.

Einige User scherzten unter dem LinkedIn-Beitrag der Google Search Central zum jüngsten Spam Update, dass das Spam Update eigentlich Googles AI Overviews einschränken müsste, da diese Inhalte von Dritten automatisiert übernehmen. Ein User bezeichnet die KI-Zusammenfassungen gar als „biggest spam feature in the web“. Viele Seitenbetreiber:innen dürften unzufrieden mit Googles AI Overviews sein, die nachweislich die Klickraten minimieren und die das Geschäftsmodell vieler Publisher bedrohen. Derzeit regt sich ebenfalls Kritik an Googles Vorgehen in Bezug auf Titel in Discover und in den Suchergebnissen. Denn Headlines von Publishern werden dort ohne deren Zutun von der KI umgeschrieben und verändern zuweilen den Sinn. An diesen Google-eigenen Formaten und Funktionen zeigt sich, dass KI-Inhalte nicht nur von Dritten die Suche nach und nach maßgeblich beeinflussen. Auch die KI-Zusammenfassungen selbst werden zum Kernbestandteil der UX. Das gilt ebenso für andere Seiten, zum Beispiel ChatGPT.

Weniger Links als großes Problem für Publisher in der Suche

Auf Google sorgen AI Overviews und konversationelle Antworten im AI Mode dafür, dass User seltener auf Websites klicken und Inhalte von Publishern – ob von Menschen oder von der KI geschrieben – überhaupt besuchen. Die Verlagerung zur Rezeption in der Suchumgebung nimmt im KI-Zeitalter Form an. Diese Entwicklung untermauert zudem der Start von OpenAIs GPT-5.3 Instant. Das im März gestartete Modell für ChatGPT soll schneller und unvermittelt Antworten. Dabei werden dann aber weniger Quellen und Links integriert, wie OpenAI selbst angibt:

Allgemeiner gesagt ist es weniger wahrscheinlich, dass GPT‑5.3 Instant sich übermäßig auf Web-Ergebnisse konzentriert, was zuvor zu langen Linklisten oder nur lose zusammenhängenden Informationen führen konnte […].

Die SEO-Expertin Marie Haynes spricht auf X von 20 Prozent weniger URLs in Antworten, was die Website Visits aus ChatGPT minimieren kann. Eine Studie von Resoneo kommt auf diesen Wert.

Lily Ray, ebenfalls SEO-Expertin, sieht darin sogar eine der größten Entwicklungen in der KI-Suche aktuell.

Die KI-Suche und KI-Content in der Suche müssen also als zentrale Bausteine der Web-Erfahrung nuanciert betrachtet werden. Von Menschen geschriebene Inhalte funktionieren nach wie vor sehr gut, doch AI-Inhalte und gerade die KI-Formate der Suchdienste machen den rankenden Beiträgen zusehends Konkurrenz, wenn es um die Rezeption geht. Und: Mit immer leistungsfähigeren KI-Modellen von Google, OpenAI, Anthropic, Mistral und Co. wird die Unterscheidung zwischen Inhalten, die nur von Menschen verfasst wurden, und solchen, die die KI kreiert hat, womöglich nur komplizierter.


Zu viele Disclaimer?
OpenAI will ChatGPT mit GPT-5.3 Instant direkter machen

Grafik mit der Aufschrift „GPT-5.3 Instant“ vor einem farbigen Hintergrund, der das neue Update des ChatGPT-Modells von OpenAI symbolisiert.
© OpenAI

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