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Mit AI deinen eigenen Feed bauen: Agentic Social App Attie macht es möglich

Mit AI deinen eigenen Feed bauen: Agentic Social App Attie macht es möglich

Niklas Lewanczik | 30.03.26

Die Agentic Social App Attie vom Bluesky Team erlaubt es Usern, mithilfe von AI einfach einen gewünschten Social Feed zu kreieren. Das soll ein neues Social Interface schaffen und das Feed Building so einfach wie das Chatten machen.

Das Team von Bluesky macht einiges anders, um die Social-Media-Landschaft variabler zu gestalten. Die eigene Plattform mit nunmehr über 41 Millionen monatlich aktiven Usern agiert als Konkurrenz zu X und Threads und kann einige prominente Accounts aufweisen, von Alexandra Ocasio-Cortez und Barack Obama über die New York Times bis hin zu The Onion. Bluesky bietet den Usern vor allem eine Systemoffenheit, die als Pull-Faktor fungieren soll. Sie ist zum Beispiel beim möglichen Einsatz der offenen Messaging-Lösung Germ zu sehen, mit der User verschlüsselte Nachrichten auf der Plattform und bei anderen Diensten senden können. Sie zeigt sich aber ebenso in diversen Entwicklungen im Rahmen des offenen AT Protocols. Darüber hat das Bluesky Team jüngst eine neue Art des Social Interface entwickelt, die dir hochpersonalisierte Feeds quasi auf Knopfdruck ermöglicht. Verantwortlich dafür zeichnet eine neue Agentic Social App namens Attie.


Anders als Big Tech:

Germ auf Bluesky zeigt moderne Messaging-Lösung

Smartphone Mockups mit Bluesky Account und Germ Chat, Wolken im Hintergrund
Bluesky via Canva


Das ist Attie: KI-Feed-Erstellung für Atmosphere-Plattformen wie Bluesky

Erstellt wurde Attie von einem neuen Team rund um Blueskys Chief Innovation Officer Jay Graber, die zuvor als CEO aktiv war. Zusammen mit CTO Paul Frazee stellte sie die neue App im Rahmen der Atmosphere Conference vor.

Today, we’re excited to introduce Attie, currently as an invite-only closed beta. Attie is the first agentic social app on atproto. It’s something completely new — an experiment in making building on the protocol more accessible.

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— Jay 🦋 (@jay.bsky.team) 28. März 2026 um 23:52

Attie ist eine Agentic Social App, die auf dem AT Protocol (atproto) entwickelt wurde, einem offenen Protokollstandard, der einer Reihe von Plattformen, die dezentrale Social-Media-Angebote fördern wollen, als Grundlage dient. Über das Protokoll können Entwickler:innen das soziale Internet mitgestalten. Und das soll jetzt für alle User viel einfacher werden, auch wenn diese keine Coding-Erfahrung haben. Denn mit Attie können User über eine Chat-Eingabe genau wie bei ChatGPT, Gemini, Claude und Co. einfach ihren gewünschten Feed beschreiben, um mithilfe von KI-Support einen Custom Feed zu kreieren. Dieser kann auf diverse Spezialinteressen ausgerichtet sein, wie ein Beispiel von Jay Graber zeigt.

Attie has one initial function: build personalized custom feeds. I love the moss feed, but maybe I'm in the mood for more variety. Show me "pictures of moss, posts about medieval ballads, deep lore about trees, herbs, and plants."

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— Jay 🦋 (@jay.bsky.team) 30. März 2026 um 02:29

Bei der Kreation der Feeds setzt Attie auf die Power von Anthropics Claude, wie TechCrunch berichtet. User mit einem Login für die Atmosphere, also jegliche App, die auf dem AT Procotol läuft, können sich bei Attie einloggen und kommen zunächst auf die Warteliste, können dann aber per Prompt eigene Feed-Vorgaben machen. Gegenüber TechCrunch sagte Interims-CEO Toni Schneider:

You control it, you shape it, without having to write code or know how to set up these feeds. It’s the beginning of just having a lot more people be able to build on top of the Atmosphere.

Tatsächlich wollte das Tech Team von Bluesky mit Attie als Standalone App das Feed Building so einfach wie das Chatten machen – und damit ein neues Social Interface bereitstellen.

3/ Attie was designed by the Bluesky team to pull down that barrier, and make feed-building as easy as chatting. You describe what you want, and it makes a customized feed for you.

— Attie (@attie.ai) 28. März 2026 um 23:49

Mithilfe von Attie soll also die Gestaltung hochpersonalisierter Social Media Feeds, die nicht allein einem Plattformökosystem angehören, zum Möglichkeitsraum der User gehören. Das ist innovativ und bietet eine spannende Alternative zu den großen Algorithmen der Mega-Player im Social-Media-Kosmos. Zugleich spielen diese für den Großteil der Digitalnutzer:innen eine übergeordnete Rolle im Alltag.

Auch Feed-Anpassungen bei YouTube, Threads und Instagram

Die KI soll den einzelnen Usern zugute kommen, nicht den Plattformen, so der Gedanke von Jay Graber zum Start von Attie. Die Agentic Social App kann als Zusatz-Layer im AT Protocol etwas bewirken, was beispielsweise Google auf YouTube mit der integrierten KI von Gemini schaffen möchte. Denn das Unternehmen erlaubt ersten Usern, mit einem Custom Feed Feature per Prompt Empfehlungen für den Home Feed nach dem eigenen Geschmack anzupassen. Die Funktion befindet sich im Test. Schon im Roll-out ist indes Instagrams Your Algo. Damit können User die Kontrolle über die im Reels Feed ausgespielten Themen übernehmen und Kerninteressen angeben. Auf Metas Plattform Threads wiederum können einige User mit dem Dear algo Feature sogar mit einer konkreten Textvorgabe im Post konkrete Feed-Inhalte beschreiben, von denen sie mehr sehen wollen, sodass diese ihnen für drei Tage prominent ausgespielt werden.

Auf Threads ansehen

Die Personalisierung von Feeds wird zum zentralen Element der Social-Media-Welt, zumal hochleistungsfähige KI-Modelle im Hintergrund in Kombination mit den User-Daten immer granularere Ausspielungen ermöglichen. Dass das auch für äußerst personalisierte Werbeanzeigen genutzt werden kann, liegt auf der Hand. Bluesky kommt indes noch ohne Werbung aus und lockt User mit Innovationslösungen wie Attie und Co., um eine alternative Social-Media-Nutzung aufzuzeigen.


„Dear Algo“:
Threads macht aus einem Trend das wohl charmanteste Feature des Jahres

Smartphone Screenshot der Threads App: Ein neuer Post beginnt mit „Dear algo show me more basketball updates“, um dem Algorithmus mitzuteilen, welche Inhalte bevorzugt angezeigt werden sollen.
© Meta

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