SEO - Suchmaschinenoptimierung
41 Mega-Websites analysiert: Wie die Suche wirklich funktioniert und warum Google dominiert

41 Mega-Websites analysiert: Wie die Suche wirklich funktioniert und warum Google dominiert

Niklas Lewanczik | 04.03.26

Die Suche findet überall statt, zeigt eine SparkToro-Analyse weltbekannter Websites von Amazon bis Wikipedia, von Google bis TikTok. Wir zeigen, welchen Suchanteil große Seiten wirklich haben – auch in der EU –, wo ChatGPT liegt und warum die Analyse mit Vorsicht zu genießen ist.

Immer wieder werden im Digitalraum klassische Suchmaschinen wie Google neuen KI-Umgebungen wie ChatGPT und Discovery-Plattformen wie TikTok gegenübergestellt, wenn es um die Ermittlung der relevantesten Suchumgebungen geht. Dabei sind die Nutzungskontexte und Suchfunktionen oft besonders verschieden. Dieser Tatsache ist sich SparkToro bewusst. Dennoch das Audience-Research-Unternehmen eine große Studie umgesetzt, in der 41 zentrale Websites des Internets in Hinsicht auf die Suchaktivität der User dort untersucht wurden. Dabei zeigt sich, dass die Suche längst enorm fragmentiert ist und sich auf viele Seiten verteilt – was wiederum die Vergleichbarkeit der Daten in den Fokus stellt; zumal die Analyse eine große Einschränkung mit sich bringt. Außerdem wird klar: Google dominiert zentrale Bereiche, YouTube und Amazon können ChatGPT in einem Kontext abhängen und die Frage nach der Definition von Search gewinnt an Gewicht.


Wo wirklich gesucht wird:

Neue Studie zeigt Such-Shift

Eine Hand hält ein Handy
© cottonbro studio – Pexels


Was ist die Suche? Und wo findet sie statt? SparkToro versucht sich an Antworten

Der SEO-Experte Rand Fishkin teilt in einem ausführlichen Blog Post die Analyse von SparkToro. Dabei erklärt er, dass das Unternehmen Daten von Datos (ein Unternehmen, das zu Semrush gehört) erhalten hat, die für die Vereinigten Staaten, 27 EU-Länder und das Vereinigte Königreich Informationen zu Suchverhalten im Jahr 2025 aufweisen. Das SparkToro Team hat von den 250 meistbesuchten Domains 41 ausgewählt, die relevante Suchkontexte aufwiesen, Instagram etwa ist dabei, USPS.com nicht. Grundsätzlich müssen zur Analyse aber zwei zentrale Einschränkungen hervorgehoben werden.

  1. Die Studie bezieht sich nur auf Desktop Traffic. Die enorme Relevanz der mobilen Suche im Web und über Apps wird also nicht miteinbezogen.
  2. Die Studie fasst verschiedene Suchpraktiken zusammen und behandelt beispielsweise ChatGPT Sessions mit mehreren Prompts genauso wie Google-Suchen mit mehreren Klicks oder auch Zero-Click-Suchen. Auch E-Commerce-Suchen mit mehreren Interaktionen gelten als ein Suchvorgang.

An der Zusammenfassung der Suchpraktiken lässt sich indes schon ablesen, dass die Frage nach einer Definition der Suche weiterhin im Raum steht. Rand Fishkin schreibt:

AI tool prompts can lead to long, complex conversations, many with goals orthogonal to search (programming, image generation, content creation, etc.) while searches on e-commerce, social, or content platforms can have lengthy browsing sessions of multiple products after a single query. This report treats all these searches equally, but the diversity of intent and experience is important to keep in mind when drawing conclusions.

Der Blick auf die Zahlen: Klassische Suchmaschinen dominieren

Blickt man nun unter diesen Prämissen auf die Search-Analyse, zeigt sich für die USA, dass klassische Suchmaschinen wie Google, Bing, Yahoo und Co. den größten Teil der Suchinteraktionen im vierten Quartal 2025 beherbergten (mit rund 80,8 Prozent). Es folgen E-Commerce-Plattformen (9,8 Prozent), Social Media (5,4 Prozent), AI Tools (3,2 Prozent), zu denen auch ChatGPT und Claude zählen und andere Verticals (knapp ein Prozent), darunter Wikipedia, Indeed und Co. Dass zum Beispiel klassische Suchmaschinen mit eigenen KI-Suchfunktionen ähnliche Optionen bieten können wie die hier aufgeführten AI Tools und dass YouTube zwar als Videoplattform im Social-Bereich angesiedelt werden, aber ebenso als klassische Suchmaschine eingeordnet werden kann, wird in der Studie nicht weiter erwähnt. Es geht also um eine sehr grobe Betrachtung von Suchvorgängen.

 Der Anteil der Suchvorgänge je nach Plattformtyp in den USA im vierten Quartal 2025, © SparkToro, Kreisdiagramm bunt mit Zahlen
Der Anteil der Suchvorgänge je nach Plattformtyp in den USA im vierten Quartal 2025, © SparkToro

Auf diesen Seiten wird besonders viel gesucht: Amazon mit wichtigem Anteil

Im gleichen Zeitraum offenbart der Blick auf einzelne Websites, dass Google auf dem Desktop die Suche nach wie vor dominiert. In den USA kommt die meistbesuchte Seite der Welt auf rund 74 Prozent Anteil an den analysierten Suchen. Spannend wird es bei den nächsten Plätzen. Den zweitgrößten Anteil generierte Amazon mit 7,8 Prozent, vor Bing mit 4,3 und YouTube mit 3,7 Prozent. Erst dann folgt ChatGPT mit 2,9 Prozent. Auch Seiten wie Craigslist, Reddit, X, eBay und Pinterest waren für die Suche in diesem Zeitraum relevant.

So sahen die Suchanteile nach Websites in den USA in Q4 aus, © SparkToro
So sahen die Suchanteile nach Websites in den USA in Q4 aus, © SparkToro

23 der 41 analysierten Seiten hatten laut Fishkin mehr als 0,1 Prozent Marktanteil und damit eine mal größere, mal kleinere Rolle in der fragmentierten Suche. Diese lässt sich ebenso in der EU und im UK erkennen. Dort kam Google sogar auf knapp 79 Prozent Marktanteil. Amazon belegte ebenfalls Rang zwei (5,3 Prozent), aber ChatGPT landete vor YouTube (2,9 Prozent) auf Rang drei mit 3,7 Prozent. Websites aus China wie AliExpress, Temu und Deepseek wurden dabei ebenfalls von vielen Usern für Suchen eingesetzt.

So sahen die Suchanteile nach Websites in der EU und im UK in Q4 aus (die 21 im Titel ist ein Schreibfehler von Rand Fishkin), © SparkToro

In Europa sind die Top-Sieben-Websites für die Suche aus dieser Analyse Google, Amazon, ChatGPT, YouTube, Bing, DuckDuckGo, Temu und Yandex. Auf das gesamte Jahr 2025 bezogen ist aber Googles Anteil an den Suchen etwas zurückgegangen von 80,5 auf 78,5 Prozent, während Amazon und ChatGPT zulegen konnten.

Die Entwicklung der Search-Anteile in der EU und im UK über das Jahr 2025, © SparkToro, Balkendiagramm, bunt mit Zahlen
Die Entwicklung der Search-Anteile in der EU und im UK über das Jahr 2025, © SparkToro

In den USA zeigte sich ein ähnliches Bild, während auch die Anteile der 34 kleineren Seiten zumindest geringfügig anstiegen.

Viele Website-Besucher suchen gar nicht

Die umfassende Analyse von SparkToro nimmt des Weiteren Bezug auf Search-Trends und zeigt beispielsweise auf, dass Threads binnen eines Jahres die durchschnittliche Zahl der Suchen auf der Plattform deutlich steigern konnte. Interessant ist im Rahmen der Analyse nicht zuletzt eine Nebenbemerkung. Denn viele der Besucher:innen großer Seiten mit Search-Optionen suchen dort gar nicht. Laut Datos-Daten betrifft das auf Google in der EU und im UK nur knapp drei Prozent, bei Seiten wie Bing kommt es aber schon zu einem Wert von 88 Prozent derjenigen, die tatsächlich suchen (das mag an der voreingestellten Bing-Suche bei Microsoft-Geräten mit Edge zum Beispiel liegen, die dann nicht aktiv genutzt wird) und auf ChatGPT wurden nur 56 Prozent der Besucher:innen auch Suchvorgänge zugewiesen.

 Prozentzahl der Besucher:innen auf Websites, die tatsächlich auch Suchen ausführten, © SparkToro, Balkendiagramm, bunt, mit Zahlen
Prozentzahl der Besucher:innen auf Websites, die tatsächlich auch Suchen ausführten, © SparkToro

Rand Fishkin liefert eine Erklärung:

Datos’ panel doesn’t have data about intent (obviously), but their CEO, Eli, noted that many ChatGPT visitors only see chats that others have shared with them; they’re not entering their own prompts. As for eBay, key functions, like category browsing and checking your account’s sales or auctions, don’t require a search, and many who start searching are auto-suggested to visit a category instead via the search bar (which wouldn’t show as a ‘search‘ in Datos’ numbers).

Diese Werte zeigen allerdings erneut, dass Website Visits allein ohne Interaktion zwar ein Indikator für eine Suchrelevanz sind, aber nicht ausschlaggebend. Während auf ChatGPT also beispielsweise geteilte Prompts begutachtet werden, bringen klassische Suchmaschinen in den meisten Fällen auch Suchinteraktionen hervor. An diesem Punkt muss betont werden, dass die Analyse von SparkToro zwar äußerst eindrücklich vermittelt, wie vielfältig die digitale Suchwelt inzwischen ist – und implizit auch, welche Potentiale das für das Advertising in diesen Kontexten bietet. Zugleich beinhaltet sie aber keine besondere Trennschärfe bei der Betrachtung von Suchinteraktionen, was unter anderem Googles geringeren Marktanteil an der Suche insgesamt erklärt, wenn nicht nur Suchmaschinen und Plattformen mit etablierten Suchmustern miteinbezogen werden. Die Beschränkung auf die Desktop-Suche bedeutet zudem, dass die Analyse Bezug auf einen sehr spezifischen Nutzungskontext nimmt, der aber keine Allgemeingültigkeit für die Internetsuche beanspruchen kann.


Welche Quellen zitieren AI Overviews, ChatGPT und Co.?

70.000 LLM-Antworten analysiert

Smartphone Screenshot zeigt Google-Suchmaske mit AI Overview-Integration in hellgrünem Design.
© Google via Canva

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