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Anthropics Claude Opus 4.6 bringt neues Leistungsniveau für agentische KI

Anthropics Claude Opus 4.6 bringt neues Leistungsniveau für agentische KI

Larissa Ceccio | 06.02.26

Erst die klare Absage an Werbung, jetzt das bislang stärkste Modell: Claude Opus 4.6 kann sich mehr merken, Aufgaben länger selbstständig bearbeiten und komplexe Workflows stabil umsetzen. Wie Anthropic damit im KI-Wettbewerb aufholt.

Anthropic positioniert Claude als werbefreie Alternative – inklusive Super Bowl Ad, die die Anzeigenpläne von OpenAI für ChatGPT ironisch kontert. Parallel spekuliert die Branche zunehmend über einen baldigen Start von Claude 5. Schon Claude 4 setzte zum Launch neue Maßstäbe bei agentischer Codierung, Langkontextverarbeitung und zuverlässigem Reasoning in realen Arbeitsumgebungen. Zusätzlichen Schub bekam die Debatte, als Apple kürzlich die Integration des Claude Agent SDK in Xcode ankündigte. In genau dieses Momentum fällt nun das nächste große Modell-Upgrade, auch wenn es noch nicht Claude 5 ist: Claude Opus 4.6. Der offizielle Claude Account auf LinkedIn kündigte Update mit den Worten an, das bislang klügste Claude-Modell habe ein umfassendes Upgrade erhalten.



Apples Integration von Claude Agent in Xcode heizt die Spekulationen um Claude 5 weiter an

MacBook mit geöffneter Xcode-Entwicklungsumgebung, in der agent-basierte KI-Funktionen aktiv sind und eine App im Simulator angezeigt wird, während Codierungsagents in den Workflow eingebunden sind.
© Apple via Canva


Ein Modell-Upgrade mit Fokus auf alltägliche Arbeitsprozesse

Mit Claude Opus 4.6 rüstet Anthropic das unternehmenseigene leistungsstärkste Modell für langlaufende, autonome Aufgaben auf. In mehreren Evaluierungen liegt Opus 4.6 an der Spitze, etwa bei agentischer Programmierung und wirtschaftlich relevanter Wissensarbeit. Auch in Benchmarks setzt sich das Modell deutlich von früheren Claude-Versionen sowie von Spitzenmodellen wie GPT-5.2 von OpenAI ab.

Visualisierung der Leistungsprofile von Claude Opus 4.6 im Vergleich zu anderen Modellen, © Anthropic

Opus 4.6 plant sorgfältiger, hält agentische Workflows stabil über längere Zeiträume und arbeitet zuverlässiger in sehr großen Code-Basiselementen. Besonders relevant für Wissensarbeit ist dabei, dass das Modell eigene Fehler besser erkennt, Lösungswege gründlicher prüft und auch bei komplexen, mehrdeutigen Aufgaben konsistent bleibt.

Die verbesserten Fähigkeiten zielen dabei nicht nur auf abstrakte Modellleistung, sondern auf konkrete Anwendungsfälle. Anthropic positioniert Opus 4.6 explizit für alltägliche Arbeitsprozesse wie Finanzanalysen, Recherche sowie die Erstellung und Bearbeitung von Dokumenten, Tabellen und Präsentationen. Innerhalb von Cowork, der Umgebung für autonomes Multitasking, kann Claude diese Aufgaben parallel übernehmen und selbstständig koordiniere

1 Million Token Kontext – erstmals in der Claude Opus-Klasse

Eine zentrale Neuerung ist das neue Kontextfenster mit bis zu einer Million Token, das erstmals für ein Claude Opus-Modell verfügbar ist. Damit reagiert Anthropic auf ein Kernproblem agentischer KI: Bei langen Aufgaben verlieren Modelle häufig den Überblick über frühere Informationen. Ergänzend führt das Unternehmen neue Steuerungsmöglichkeiten in der API ein. Entwickler:innen können festlegen, wie intensiv das Modell reasoning-basiert arbeiten soll und so zwischen Genauigkeit, Rechenzeit und Kosten abwägen.

Eine automatische Kontextzusammenfassung sorgt zudem dafür, dass langlaufende Agents nicht abbrechen, nur weil technische Grenzen erreicht werden. Gerade für komplexe Projekte mit vielen Zwischenschritten wird Claude damit deutlich belastbarer.

Benchmarks, Sicherheit und neue Arbeitsweisen in Office Tools

Anthropic sieht Opus 4.6 in mehreren Tests an der Spitze, unter anderem bei agentischer Programmierung und bei anspruchsvoller Wissensarbeit. Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass die Leistungsgewinne nicht zulasten der Sicherheit gehen.

Für den Arbeitsalltag besonders relevant sind die begleitenden Produkt-Updates: In Claude Code lassen sich nun Agent Teams aufsetzen, die parallel arbeiten und sich autonom abstimmen. Claude in Excel kommt mit komplexen, mehrstufigen und langlaufenden Aufgaben stabiler zurecht. Claude in PowerPoint, aktuell als Forschungsvorschau verfügbar, erstellt, bearbeitet und iteriert Präsentationen in Echtzeit – und hält dabei Layouts, Designvorgaben und Vorlagen konsistent ein.

Nutzung zieht an: Claude startet stark ins Jahr 2026

Dass dieser Kurs aufgeht, zeigen auch aktuelle Nutzungsdaten für den KI-Bot Claude. Laut Similarweb stieg die Zahl der monatlich aktiven Nutzer:innen der Claude App im Januar 2026 weltweit auf rund 21,6 Millionen – ein Plus von 15,35 Prozent gegenüber dem Vormonat. Gleichzeitig legten die App Downloads um 31,2 Prozent zu. Damit verzeichnet Claude das stärkste monatliche Wachstum bei MAUs und Downloads seit März 2025 und wächst bereits den neunten Monat in Folge.

Zusammen mit der klaren Absage an Werbung und der stärkeren Integration in Entwickler:innen-Workflows positioniert Anthropic Claude zunehmend als ernstzunehmende Alternative zu anderen großen KI-Angeboten wie ChatGPT von OpenAI oder Gemini von Google.

Claude Opus 4.6 ist ab sofort auf claude.ai, über die API und auf allen gängigen Cloud-Plattformen verfügbar. Die Preise bleiben unverändert.



Im Browser, mit Ordnern, im Arbeitsalltag:
Claude Cowork übernimmt deine Aufgaben

Laptop auf einem Schreibtisch, Logo von Anthropic ist darauf zu sehen
© Anthropic (Änderungen vorgenommen via Canva)

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