Social Media Marketing
So viel Umsatzpotenzial bringen Shoppable Fotos auf TikToks

So viel Umsatzpotenzial bringen Shoppable Fotos auf TikToks

Larissa Ceccio | 19.01.26

Produkte werden heute oft einfach beim Scrollen entdeckt. TikTok greift das auf und setzt im Shop jetzt stärker auf Shopping-Fotos. Sie sind schneller gemacht als Videos, erreichen viele Nutzer:innen und führen direkt zum Kauf.

Immer mehr Nutzer:innen entdecken Produkte nicht mehr über Suche oder Werbung, sondern während sie durch Reels, TikToks und Posts scrollen – beiläufig, visuell stark und eingebettet in Alltagssituationen. Mit eigenen Shopping-Ambitionen will sich die Plattform TikTok einen zentralen Anteil am wachsenden Social-Commerce-Markt sichern. Statt ausschließlich neue Videoformate zu pushen, rückt TikTok nun auch Fotos in den Fokus.

Wie Lindsey Gamble berichtet, erweitert der TikTok Shop mit Shoppable Photos das eigene Commerce-Angebot um ein Format, das weniger Produktionsaufwand erfordert und dennoch direkt auf Verkäufe abzielt. TikTok selbst zeigt das neue Format in Aktion: Auf dem offiziellen Instagram-Kanal des TikTok Shops veranschautlicht ein Reel, wie Shoppable Photos im Feed funktionieren und wie bequem Nutzer:innen Produkte direkt aus den Beiträgen heraus kaufen können.



Aktuell ist die Funktion allerdings noch nicht für alle verfügbar: Der Zugriff auf Shoppable Photos ist derzeit auf ausgewählte Seller beschränkt. TikTok testet das Format damit zunächst kontrolliert, bevor ein breiterer Roll-out erfolgt.

TikTok Shop führt Gift Cards ein und fordert Amazon und Co. heraus

Screenshot einer TikTok Shop-Geschenkkarte mit zwei animierten Figuren, die anstoßen, dargestellt in der Benutzer:innenoberfläche der TikTok App.
© TikTok Shop via Canva


Social Commerce ohne Videostress

Mit Shoppable Photos lassen sich fotobasierte Karussell-Posts direkt mit Produkten verknüpfen. Zwei oder mehr Bilder reichen aus, um Artikel im For You Feed, in der Suche oder im Shop Tab kaufbar zu machen. Nutzer:innen sehen Preise und Produktdetails und schließen den Kauf direkt im TikTok-Warenkorb ab – ohne Medienbruch.

Mehrere Screenshots aus der TikTok-App zeigen Schritt für Schritt, wie Nutzer:innen einen Foto-Post erstellen, einen Produkt-Link hinzufügen und den Beitrag als Shoppable Photo im TikTok Shop veröffentlichen.
Shoppable Photos im TikTok Shop: Produkte direkt im Foto verlinken, © TikTok Shop Academy

Der strategische Hebel liegt im Aufwand. Fotos sind schneller produziert, leichter zu skalieren und flexibler in bestehende Content Workflows integrierbar als Videos. Gleichzeitig lassen sich mehrere Produkte in einem Beitrag präsentieren. Besonders für Kategorien wie Mode, Beauty, Lifestyle oder Home ist das ein entscheidender Vorteil.

Wer dennoch auf Videos setzen will, bekommt seit Ende 2025 immerhin mehr Planungsspielraum. Mit der eingeführten Möglichkeit, Shopping-Videos bis zu 30 Tage im Voraus zu terminieren, vereinfacht TikTok zumindest die zeitliche Organisation von Kampagnen. Das reduziert Last-Minute-Produktion und macht Video-Content planbarer – auch wenn der Aufwand in der Erstellung weiterhin höher bleibt als bei Fotobeiträgen.

Warum TikTok jetzt auf Shopping-Fotos setzt

Erste Zahlen zeigen, warum TikTok dieses Format gezielt vorantreibt. Shopping-Fotos erzielen laut TikTok im Schnitt 172 Prozent mehr Aufrufe als klassische Shopping-Videos. Gleichzeitig senken sie die Einstiegshürde in den Kaufprozess deutlich: Über 70 Prozent der Verkäufe der erfolgreichsten Beiträge stammen von Nutzer:innen, die dem jeweiligen Account zuvor nicht folgten. Der Feed wird damit stärker zum Entdeckungsraum, in dem Kaufentscheidungen beiläufig entstehen. Im offiziellen Dokument von TikTok findest du konkrete Best Practices, die zeigen, wie Shoppable Photos aufgebaut sein sollten, wie Produkte sinnvoll platziert werden und welche Bildformate besonders gut performen.

Parallel dazu treibt TikTok den Ausbau des nativen Shop-Systems voran. Hintergrund ist auch, dass sich die regulatorische Lage in den USA nach Monaten der Unsicherheit beruhigt hat. Der Verkauf des US-Geschäfts verschafft der Plattform wieder mehr Planungsspielraum. Zu den Neuerungen im TikTok Shop gehören neben planbaren Shopping-Videos beispielsweise Gift Cards und das erweiterte Sortiment rund um Luxusgüter. Mit den wachsenden Shopping-Ambitionen dürfte TikTok näher an Marktplätze wie Amazon oder eBay heranrücken. Der entscheidende Unterschied: Der Kaufimpuls entsteht beiläufig im Feed, nicht über aktive Produktsuche.



Der Deal steht:
TikTok verkauft US-Geschäft

TiKTok Logo in Halle
© Jonathan Kemper – Unsplash


Brands sollen mit weniger Aufwand mehr verkaufen

TikTok senkt die Einstiegshürden für Social Commerce weiter. Wer bislang davon ausging, dass Verkäufe auf der Plattform nur mit aufwendig produzierten Videos möglich sind, bekommt nun eine lukrative Alternative. Fotobasierte Beiträge lassen sich schneller umsetzen, einfacher skalieren und erzielen in vielen Fällen sogar bessere Ergebnisse bei der Überführung von Reichweite in Umsatz.

Wer TikTok weiterhin nur für Reichweite und Sichtbarkeit nutzt, übersieht, dass sich die Plattform inzwischen auch als direkter Verkaufskanal eignet – und das einfacher und vielseitiger als noch vor Kurzem.

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