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YouTube Cards ersetzen die Annotation-Funktion: Die Vor- und Nachteile

YouTube führt eine Alternative zu den bisherigen Annotations ein. Mit Cards sind Verlinkungen ab jetzt auch auf Mobilgeräten möglich.

Quelle: YouTube

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Am 16.03. wurde von YouTube eine weitreichende neue Funktion in Sachen Verlinkungen eingeführt. Die Funktion nennt sich YouTube Cards und bietet neue Möglichkeiten für den Einsatz von Call-to-Action Schaltflächen innerhalb von YouTube Videos. Das Brisante daran ist: Klassische Annotations könnten bald komplett von den Cards abgelöst werden. Das neu angekündigte Feature löst bereits jetzt Diskussionen aus. Wir zeigen, welche Vorteile und Probleme YouTube Cards mit sich bringen.

Das bieten die neuen YouTube Cards

Zum Launch der neuen Funktion hat YouTube gleich vier Karten ins Rennen geschickt. Somit ist es möglich zu verknüpften Webseiten zu verlinken, einen Spendenaufruf zu tätigen, auf Merchandise-Artikel zu verweisen und Videos sowie Playlists vorzuschlagen.

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Die jeweiligen Funktionen der Karten sind jedoch in der Anwendung beschnitten. So kann zum Beispiel die Merchandise-Card nur genutzt werden, wenn der Einzelhänder bei Google zugelassen ist. Das gleiche gilt auch für die Rubrik Spendenaurufe, hier werden nur genehmigte Wohltätigkeitswebsites, wie z.B. Kickstarter zugelassen.

Eine weitere Funktion, die viele YouTuber und  jeder YouTube-Marketeer schmerzlich vermissen werden, ist der fehlende Abonnieren-Button. Findige Nutzer lösen die auftretenden Einschränkungen jedoch jetzt schon über die Nutzung von Weiterleitungen auf einer verknüpften Website.

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Verlinkungen sind im YouTube Marketing elementar

Das Herzstück einer jeden Bewegtbild-Vermarktung ist das Video selbst. Doch ebendieses Video hat meistens eine Intention, wie zum Beispiel Traffic auf die Webseite zu lenken, Sales zu generieren oder die Abonnenten-Zahl zu steigern. Diese Nutzerführung gelingt bis dato durch den Einsatz von Annotations sehr gut. Doch was passiert, wenn diese Nutzerführung wegfällt?

Der Marketing-Nutzen fällt hierdurch rapide ab und die Views können nicht in dem bisherigen Maße in relevanten Website-Traffic oder ähnliche Ziele umgewandelt werden. Der sehr beliebte Verwendungszweck einer YouTube Endcard wird laut GoogleWatchBlog in der Form auf lange Sicht nicht mehr verfügbar sein.

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YouTube Cards vs. Annotations

Wie sieht es mit dem Funktionsumfang der YouTube Cards aus? Können diese mit den Annotations mithalten? Das haben wir uns etwas genauer angeschaut und die Vor-und Nachteile zusammengefasst. In unseren Augen muss YouTube bei den neuen Cards, vor allem was den Funktionsumfang angeht, nachbessern. Der größte Vorteil, die Wiedergabe der Cards auf Mobilgeräten und in der YouTube App, wird leider durch die Mängel in den Schatten gestellt. YouTuber müssen sich schnell etwas einfallen lassen, wie sie Ihre Zuschauer auch durch die Cards zum Weiterschauen oder zum Website-Klick animieren können.

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Visueller Eindruck

Bei dem Einsatz von Annotations hat der Nutzer alle gestalterischen Freiräume, da er professionell gestaltete Schaltflächen oft schon im Schnitt des Videos umsetzt und diese im Nachhinein nur noch verlinkt. Somit kann genau gesteuert werden, worauf im Video das „Hauptaugenmerk“ gelenkt werden soll.

Setzt man auf die YouTube-Card, kann man lediglich den „Call to Action-Text“ frei wählen. Gestalterisch hat man jedoch wenig bis kein Mitsprache-Recht. Das bedeutet, dass bestimmte Elemente bei weitem nicht mehr so prägnant im Video untergebracht werden können wie bei dem Einsatz von Annotations.

YouTube Endcard

Fazit

YouTube geht mit den neuen Cards einen wichtigen Schritt in Richtung Mobile. Leider fehlt bisher es am ausreichenden Funktionsumfang, seinen Viewer-Traffic wie gewohnt lenken zu können. Da das Feature erst ganz frisch auf den Markt gebracht wurde, erhoffen sich viele ein rasches Update. Das Wichtigste wäre hierbei ein Hinzufügen der „Abonnieren“-Schaltfläche in den Cards.

Über Hendrik Unger und Martin Heinrichs

36grad.de/

Hendrik Unger lebt und arbeitet in Köln. Der Social Media Experte gilt als kreativer Macher und virtueller Querdenker. Mit seinem Team berät der Geschäftsführer der 36grad Kreativagentur Kunden in den Bereichen Marketing und Design. Seine Steckenpferde sind dabei neben YouTube- und Facebook-Marketing auch Webdesign und Strategieentwicklung. Digital Native, Social-Media Profi und Marketingexperte – als Social Media Manager bei der Kölner Online Marketing Agentur netspirits vereint Martin Heinrichs fundiertes Experten-Know-How im Social-Bereich mit Neugierde für alle digitalen Themen. Vielseitigkeit ist sein Steckenpferd: Neben der Spezialisierung auf YouTube-Marketing und Video-SEO, entwickelt er auch Strategien und Konzepte für andere Plattformen, wie Facebook und Google+.

Ein Gedanke zu „YouTube Cards ersetzen die Annotation-Funktion: Die Vor- und Nachteile

  1. Ritchie Blogfried Pettauer

    Die Annotations waren flexibler, aber teilweise gerade dadurch auch nervig. Derzeit kann man ja noch beides parallel verwenden – Google hat angekündigt, das alte System erst zu deaktivieren, wenn die Cards alle Features können.

    Da manche Channels weit über 3/4 Tablet- und Smartphone Abonnenten haben, dürfte sich der Wechsel definitiv auszahlen. Ich hab mir den Editor gestern näher angeschaut und ein Video-Tutorial zum Einbau online gestellt.

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