Suchmaschinenmarketing

Investitionen in Millionenhöhe: Wikipedia baut transparente Suchmaschine

Wikipedia plant, sein Angebot um eine Suchmaschine zu erweitern. Dabei soll auf interne Quellen zurückgegriffen und insgesamt 2,5 Millionen investiert werden.

© Flickr / Susanne Nilsson, CC BY-SA 2.0

© Flickr / Susanne Nilsson, CC BY-SA 2.0

Wikipedia arbeitet an einer eigenen Suchmaschine, die sich interner Quellen bedienen und transparent sowie unabhängig sein soll. Dafür erhielt die Wikimedia Foundation bereits 250.000 Dollar, wie ein kürzlich veröffentlichtes Papier bestätigt.

Nachdem bereits im Mai 2015 neue Entwickler für ein bis dato unbekanntes „Search and Discovery“-Projekt eingestellt wurden, Wikipedia sich dazu aber nicht äußerte, spekuliert die Community schon länger über die Absichten des Lexikons. Besonders pikant sind dabei die Pläne der bislang unabhängigen Plattform, sich auch etwa auf Fox News als Quelle zu beziehen – ein eher konservativ bis rechts einzuordnender US-Nachrichtensender. Dieser Schritt wäre einer unabhängigen und transparenten Suchmaschine nicht gerade zuträglich.

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Wikipedia Search Example

2,5 Millionen Dollar für Unabhängigkeit

Um den Gerüchten Einhalt zu gebieten, veröffentlichte Wikimedia-Chefin Lila Tretikov nun die Unterlagen zum Stipendium, die von der Knight Foundation ausgestellt wurden. Bisher sind 250.000 Dollar tatsächlich in das Projekt geflossen.

Insgesamt sollen demnach etwa 2,5 Millionen Dollar in das Pojekt investiert werden, um eine unabhängige und transparente Suchmaschine entstehen zu lassen. Mit Google wolle man allerdings nicht in Konkurrenz treten.

Im Dokument heisst es weiter, man wolle sich mit einer eigenen Suchmaschine den Online Trends anpassen und dem abnehmenden Traffic entgegenwirken. Suchanfragen über Google etwa werden direkt im Knowledge Graph angezeigt und machen den Besuch von Wikipedia obsolet:

Knowledge

Knowledge Engine will auf bewährte, interne Quellen zurückgreifen

Die freie Enzyklopädie, die auf Platz sieben der meistbesuchten Websites steht, will die Websuche demokratisieren und eine Suchmaschine programmieren, die keinerlei kommerzielle Interessen verfolgt. Die „Knowledge Engine“, wie das Projekt genannt wird, soll dabei auf interne Quellen von Publishern zurückgreifen, die sich ohnehin bereits auf Wikipedia befinden. Unter anderem nennt Wikimedia etwa die Digital Public Library of America als Beispiel, Fox News findet derweil keine Erwähnung mehr.

Schon 2009 gründete Wikipedia ein „Wikia Search Project“ und startetet damit den ersten Versuch eine eigene Suchmaschine zu implementieren. Nachdem dies gescheitert war, prophezeite Gründer Jimmy Wales bereits, dass er irgendwann zu den Plänen zurückkommen wolle. Ruft man sich vor Augen, dass es von der Planung bis zur Umsetzung des Visual Editors fast zehn Jahre gedauert hat, werden wir jedenfalls nicht in Kürze mit Ergebnissen rechnen können.

Quelle: Search Engine Journal, Heise

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit Ende 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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