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Kampfansage an Facebook: Axel Springer launcht mit Upday Alternative zu Instant Articles

Axel Springer setzt Einiges auf seine neue Plattform Upday, die in Partnerschaft mit Samsung und mithilfe von mehr als 1.000 Publishern entstand. Nicht zuletzt will man sich damit von Facebook lösen.

Screenshot © upday.com

Screenshot © upday.com

Die befürchtete Abhängigkeit der Publisher von Facebooks Instant Articles führt dazu, dass diese nach Alternativen suchen. Mit Upday bringt Axel Springer in Partnerschaft mit Samsung nun ein Portal an den Start, das Facebooks Angebot alt aussehen lassen könnte.

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Mehr als 1.000 Publisher an Bord

Schon im September wurde eine erste Betaversion gelauncht, die inzwischen mehr als 1.000 weitere europäische Publisher, wie Der Spiegel, The Economist, Le Figaro oder The Guardian an Bord holen konnte. Laut der Wirtschaftwoche sind in Deutschland mit der Verlagsgruppe Handelsblatt, Gruner+Jahr Burda sowie das öffentlich-rechtliche ZDF mehr als 300 Partner beim Start von Upday dabei.

Rechtzeitig zum Start des Samsung Galaxy S7 in der kommenden Woche steht Upday diesen Geräten als vorinstallierte App exklusiv zur Verfügung und kann auf anderen Samsung-Geräten aus dem Play Store heruntergeladen werden. Die Plattform startet zeitgleich in Deutschland, England, Frankreich und Polen.

Mit der Entwicklung der Plattform hat man große Pläne

Vorerst soll das Newsportal nur auf Samsung-Geräten verfügbar sein, doch auf lange Sicht soll das Angebot auch auf anderen Smart Devices zur Verfügung stehen. „Samsung ist der Treiber, der derartige Dienste auch auf ganz andere Plattformen bringen kann“, so Upday-CEO Würtenberger zur WirtschaftsWoche.

Zur Entwicklung der Plattform wurde kein geringer als Jan-Eric Peters gewonnen werden, der seinen Chefredakteursposten bei der Welt für das Projekt aufgab – man hat also scheinbar Großes vor. In einer Pressekonferenz Mitte Januar erklärte er, das Prinzip der Plattform: Die Nachrichten werden in der App in Bulletpoints aufbereitet. Interessiert sich der Nutzer eingehender für eine Story, wird er, anders als bei Facebooks Instant Articles, zur Originalquelle weitergeleitet. Weiterhin soll die Plattform in zwei Bereiche untergliedert werden. In einem davon werden Top News aufgeführt: Bei diesen Artikeln handelt es sich um von Journalisten kuratierte Beiträge, die sie für unverzichtbar halten. In einem weiteren Bereich werden Artikel von einem Algorithmus ausgewählt, der unter anderem auf Basis von Klicks kuratiert. Die Plattform soll mithilfe von Werbung monetarisiert werden.

Springer verfolgt gleich mehrere Ziele

Mit Upday versucht Axel Springer gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Seit Monaten geht der Verlag nicht nur gerichtlich gegen Adblocker vor, sondern sperrt deren Nutzer auch kategorisch aus. So ist es mit aktiviertem Adblocker nicht mehr möglich, auf kostenlose Inhalte des Zugpferdes Bild.de etwa zuzugreifen. Zudem suchen Publisher händeringend nach Alternativen zu den Instant Articles, um dem Diktat Facebooks zu entgehen. Denn mit Instant Articles wird der User auf der hauseigenen Plattform gehalten und muss diese nicht mehr verlassen. Damit soll er Zeit sparen und die Usability soll zudem enorm verbessert werden. Publisher allerdings fürchten nicht ganz unberechtigt um ihre Einnahmen – auch wenn Facebook ihnen eine Beteiligung verspricht.

Upday verspricht nun eine neue Plattform zu sein, die auf die native Einbettung der Artikel aus verschiedenen Quellen setzt, um Nachrichten zu kuratieren. Das Hauptproblem, das die App noch lösen muss, ist eine Userbase aufzubauen. In Facebook werden die Nutzer schließlich direkt aus dem Newsfeed abgeholt. Auch die Werbetechnologie muss zeigen, dass sie mit Facebook mithalten kann. Ein guter Anfang für eine native Nutzung ist, wie die App in das neue Galaxy S7 integriert wurde: Indem der User auf dem Homescreen nach rechts rechts wischt, öffnet sich direkt die App, so dass die Artikel ohne Umwege angezeigt werden.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

Ein Gedanke zu „Kampfansage an Facebook: Axel Springer launcht mit Upday Alternative zu Instant Articles

  1. Nein niemand

    Upday fliegt aus meinem Handy….ich bestimme ob adblock oder nicht…Axel springer ist propagandaschmierblatt…..

    Antworten

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