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Harte Zeiten für Twitter: Die Flucht vom sinkenden Schiff

Kein CEO und stagnierende Nutzerzahlen. Wir verraten euch wieso die Stimmung bei Twitter aktuell auf dem Tiefpunkt ist.

© VIGE.co – Fotolia.com

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Angestellten des Unternehmens Twitter stehen harte Zeiten bevor: Das Nutzerwachstum des Social Media Kanals stagniert, täglich diskutieren Experten über mögliche Problemlösungen und es gibt keinen langfristigen CEO an der Spitze. Twitter äußerte sich bisher nicht zu diesen Umständen, allerdings ging aus den Aussagen einiger Firmeninsider hervor, dass die meisten die internen Unruhen als ein akutes Problem ansehen, das dringend in den Griff bekommen werden muss.

Die Probleme wirken sich zunehmend auf die Stimmung der Mitarbeiter aus, was wiederum schwerwiegende Folgen haben und den Versuch behindern kann, die Nutzerzahlen zu erhöhen und die Situation zu verbessern. Die Beurteilung der Situation ist noch gespalten: Viele halten die nachlassende Motivation für eine unvorhersehbare Krise, andere ordnen die Probleme als noch überschaubar und handhabbar ein.

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Rette sich, wer kann

Wie schlecht es um die Stimmung steht, machen allerdings einige Aussagen von Firmeninsidern deutlich: Eine Person vergleicht die Atmosphäre bei Twitter mit der Flucht von einem brennenden Schiff; die Stimmung sei auf dem Tiefpunkt. Eine andere Person teilte mit, dass viele Mitarbeiter dem Ungewissen entgegensehen und dadurch mit einer zunehmenden Unsicherheit zu kämpfen haben. Viele zuverlässige und langfristige Mitarbeiter wollen das Unternehmen mittlerweile verlassen.

Auch die Zahlen sprechen für eine Krise: Twitters Aktien sind einem unerfreulichen Quartalsberichts zufolge in den letzten Wochen um 25 Prozent gesunken, in dem prognostiziert wurde, dass das Nutzerwachstum für eine beachtliche Zeit stagnieren würde. Wall Street hat die Firma nun auf eine Übernahme-Beobachtungsliste gesetzt.

Wo ist das Leck? – Braindrain und der Schwund an Führungskräften

Ein wichtiger Grund für die Probleme ist vor allem der Verlust von qualifizierten Arbeitskräften. Ein Insider sagt dazu:

An einem gewissen Punkt geben die meisten auf. Sie sind nicht sicher wohin die Firma geht und sind auch nicht überzeugt, dass die Führungspersonen diese Frage beantworten können. Viele wollen ihre Zeit nicht mehr verschwenden und mit dieser Ungewissheit leben.

Einige Angestellte hatten in einem kurzen Zeitraum von wenigen Jahren mehrere verschiedene Vorsitzende. Davon betroffen ist vor allem die Produktseite des Unternehmens: Ende Juli haben drei qualifizierte Produktmanager angekündigt, das Unternehmen zu verlassen.

Auch wenn der Co-Gründer des Unternehmens, Jack Dorsey, ankündigte, er wolle die Firma wieder auf den richtigen Weg bringen, sehen viele diesem Vorhaben kritisch entgegen: Bisher hat er dieses Versprechen nicht umgesetzt und es ist fraglich, ob er die richtige Herangehensweise wählt. Dorsey hat in den wöchentlichen Team-Meetings bereits die Probleme angesprochen und verdeutlicht, dass dagegen etwas unternommen werden muss. Wie die Problemlösungen konkret aussehen sollen und in welche Richtung das Vorhaben gehen soll hat er, einer der Situation vertrauten Person zufolge, nicht deutlich gemacht. Die Mitarbeiter sehen vor allem ein Problem in der fehlenden Unterstützung unmittelbar an ihrer Seite.

Das Leck schließen – Eine Herausforderung

Die Ungeduld wächst und die Suche nach einem neuen CEO zieht sich in die Länge. Einige Mitarbeiter sind zwar ambitioniert die Probleme anzugehen, was sich aber als keine leichte Aufgabe herausstellt. Viele der Ingenieure und Produktmanager sind außerdem sehr jung und ihnen fehlt es an ausreichender Erfahrung solch schwerwiegende Probleme zu lösen. Die Entscheidung Twitter zu verlassen fällt vielen, aufgrund des bedeutsamen Einbruchs auf dem Börsenmarkt, leicht; vor allem denen, die schon mehrere Jahre im Unternehmen tätig sind. Zudem bietet sich eine Vielzahl an guten Jobmöglichkeiten bei jungen und schnell wachsenden Start-ups. Bei solch attraktiven Alternativen scheint sich das Leck also nur schwer schließen zu lassen. Das Unternehmen steht vor einer Herausforderung, die es in der Vergangenheit in dieser Form noch nicht zu bewältigen galt.

Quelle: businessinsider

Über Lisa Schubert

Lisa Schubert

Lisa Schubert studiert Digitale Medienkommunikation im Master an der RWTH Aachen, wo sie ebenfalls ihren Bachelor in Kommunikationswissenschaft und Literaturwissenschaft abgeschlossen hat. Dank mehrerer Praktika hat sie bereits Erfahrungen im Online Marketing, insbesondere in den Bereichen SEO und Social Media, sammeln können. Nicht nur ihr großes Interesse am Online Marketing, sondern auch ihre Freude am Schreiben brachte sie zu OnlineMarketing.de.

3 Gedanken zu „Harte Zeiten für Twitter: Die Flucht vom sinkenden Schiff

  1. Martin Wagner

    Danke für den Artikel. Ich hoffe Twitter kriegt die Kurve. Für mich ist Twitter unverzichtbar, um Informationen zu verbreiten und zu gewinnen. Besonders das Live-Twittern zu Veranstaltungen ist klasse, um schnell informiert zu sein. Insofern funktioniert der Microbogging-Dienst und erfüllt seine Rolle super, auch wenn es im Unternehmen ein paar Probleme gibt.

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  2. Sanya

    Danke für die Info! Da wir gerade dabei zu überlegen sind in welchen Medien eine Werbekampagne für unser Thai Massage Studio zu realisieren ist, ist die Info auf jeden Fall relevant.

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  3. Alexander

    Das ist alles sehr merkwürdig.
    Ich persönlich nutze in SM Welt nur Twitter und bin eigentlich sehr von der Art und Weise beeindruckt. Die werden sicher die Kurve kriegen.

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