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Neuer Versuch: Ist Google Posts ein soziales Netzwerk in den SERPs?

Google ist in Sachen soziales Netzwerk zwar nicht unerfahren, aber ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Nun startet der Konzern einen Neuversuch – bedient sich dabei aber an Twitter.

Verifizierte Seiten "on Google" Screenshot © Google

Verifizierte Seiten "on Google" Screenshot © Google

Twitter machte jüngst mit der Nachricht von sich reden, es wolle die 140-Zeichen Begrenzung aufheben und verursachte damit einen Aufschrei unter den Usern, die dem Microbloggingdienst damit seinen Tod bescheinigten. Ob Google hier direkt die Möglichkeit witterte, endlich ein Netzwerk klauen und auf dessen Erfolg aufbauen zu können? Nicht ganz, denn Posts bleibt vermutlich Brands vorbehalten.

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Beiträge in Echtzeit in den Suchergebnissen

© Google

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Die Versuche des Suchmaschinenriesen sein soziales Netzwerk Google Plus erfolgreich und populär zu machen, wollen auf Gedeih und Verderb seit Jahren einfach nicht gelingen. Hierzulande verläuft G+ unter ferner liefen und kann Platzhirsch Facebook in keinster Weise Konkurrenz machen. Bei Twitter hingegen läuft es nicht ganz so schlecht wie bei der eigenen Plattform und auch das Konzept scheint attraktiv. Vielleicht sieht Google daher hier einen neuen Ansatz: Wie verschiedene Medien berichten, können ausgewählte Personen und Unternehmen Beiträge in Echtzeit direkt in die Suchergebnisse posten, die sehr stark an Twitter erinnern. Diese erscheinen dann in Boxen, die aneinandergereiht über den Suchergebnissen platziert werden.

Die Echtzeit Posts über den Suchergebnissen Screenshot © The Verge

Die Echtzeit Posts über den Suchergebnissen Screenshot © The Verge

Google Posts-User – von offizieller Seite dementiert Google diesen Namen – haben ebenfalls ein eigenes, in seiner Aufmachung sehr schlichtes, Profil, in dem die Beiträge in umgekehrt chronologischer Reihenfolge angezeigt werden:

google-posts-profil

Ein Experiment für Präsidentschafts-Kandidaten. Und Juweliere?

Google bezeichnet den Service derzeit selbst als „experimental new podium“ und gibt auf Nachfrage an, ihn vorerst nur den Präsidentschafts-Kandidaten des derzeit laufenden Wahlkampfs in den USA zur Verfügung zu stellen. Dass das Testumfeld sich aber nicht auf die Kandidaten beschränkt, zeigt etwa der oben genannte Juwelier. Interessierte Unternehmen und Marken können sich allerdings auf eine Warteliste setzen lassen. Das Design erinnert neben Twitter auch sehr an Google+, nur in sehr vereinfachter Form: So gibt es weder eine Kommentarfunktion, noch die Möglichkeit zu Folgen. Auf den Posts-Profilen können Beiträge, Fotos sowie Videos veröffentlicht werden, die dann auch nur denjenigen Nutzern angezeigt werden, die eine passende Suchanfrage gestellt haben. Für Brands könnte sich der neue Service auszahlen: Nutzer bekommen die Posts auf relevante Suchanfragen hin ausgespielt und durch ihre Ähnlichkeit zu Testimonials und fehlende Kommentarfunktion könnten sie Vertrauen erwecken und Interesse hervorrufen.

Der Versuch, die SERPs dynamischer zu gestalten, könnte dem erneuten Versuch eines sozialen Netzwerkes künftig zu mehr Erfolg verhelfen und mit der Empfehlungsaufmachung ein neues Werbeprodukt hervorbringen, das eigenen Angaben zufolge jedoch nicht monetarisiert werden soll.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit Ende 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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