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Neues Google Patent: Beeinflusst die Qualität des E-Mail Marketing bald dein Ranking?

Google zeigt Interesse daran, Händler aufgrund ihrer E-Mails auf Vertrauenswürdigkeit zu prüfen. Eine Verbindung mit dem Ranking bei der Suchmaschine scheint möglich.

Quelle: Flickr / Danny Sullivan, CC BY 2.0

Quelle: Flickr / Danny Sullivan, CC BY 2.0

Ein kürzlich zugelassenes Patent offenbart die Vision Googles, Online-Händler mithilfe der Analyse ihrer E-Mails auf Seriosität zu prüfen. Das System könnte die gewonnenen Einblicke auch weiterreichen, um eben diese Verkäufer bei der eigenen Suchmaschine zu bewerten.

E-Mail Marketing und SEO – ein ungleiches Paar?

E-Mail Marketing beeinflusst die Position bei Google heutzutage ausschließlich indirekt. Ein Beispiel hierfür wäre der Hinweis in einer Mail auf einen Blogartikel, der daraufhin von anderen wahrgenommen und verlinkt wird. Somit steigt potentiell auch das Ranking an. Bereits im Frühjahr 2012 reichte Google jedoch ein Patent ein, das diesen Zusammenhang direkter werden lassen könnte. Vor wenigen Tagen wurde es vom US Patent and Trademark Office aufgenommen und ist seitdem zur Einsicht verfügbar. Dave Davies, CEO von Beanstalk, hat das Dokument entdeckt und berichtet auf Search Engine Watch von den Möglichkeiten, die sich damit für die Suchmaschine auftun.

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Das Patent von Google im Detail

Auf der Website des US-amerikanischen Patentamts wird die Idee folgendermaßen beschrieben:

A system and method is disclosed for determining a reliability of an online vendor. One or more groups of undesirable emails (for example, spam) are analyzed to determine a prevalence of a known vendor. A reliability indicator may be determined for the vendor based on the identified prevalence of the vendor in the emails. The reliability indicator may then be provided to a remote application for use in assessing the reliability of the vendor.

Weiterhin findet ihr bei den hochgeladenen Bildern diese Übersicht:

Google Patent: Zusammenhang zwischen E-Mail Marketing Ranking 2

Prozess der Auswertung, Quelle: US Patent and Trademark Office

Das Prinzip des Patents ist recht simpel erklärt, auch wenn die technische Umsetzung sicherlich eine Herausforderung darstellt. Das System analysiert die E-Mails eines Händlers mit besonderem Augenmerk auf Spam. Es verknüpft weitere Informationen wie beispielsweise die Website des Unternehmens mit dem Retailer und untersucht die Links in den gesendeten Nachrichten:

In another aspect, first process 201 (for example, in a second subprocess 206) may identify one or more links (for example, hyperlinks) embedded within content of an analyzed email message 204 (for example, in the displayed text or HTML code), and then attempt to navigate the one or more links to determine one or more online resources (including, for example, a website, webpage, video or audio file, document, or the like) corresponding to the one or more links. Once the resource is identified, the characteristics of the resource (for example, terms or patterns of terms users, graphics, or the like) may be analyzed using the previously described techniques to determine the known vendors associated with the resource.

Je mehr der Retailer mit Spam oder fragwürdigem Content in Verbindung gebracht wird, desto weniger vertrauensvoll erscheint er. Doch dabei bleibt es nicht. Die Informationen über das Spam-Ranking könnten zu einer externen Webseite oder anderen Anwendungen weitergereicht werden:

For example, the reliability value may be provided through, for example, an interface 210 (for example, through a web service, a query of storage location 108, or the like) to a website, web application, or one or more meta-shopping services operating, for example, on remote web server 109 of FIG. 1.

Damit wäre die Weiterleitung des Ratings zur hauseigenen Suchmaschine möglich. Dies sähe dann so aus (mit dem angeschlossenen Server oben rechts):

Google Patent: Zusammenhang zwischen E-Mail Marketing Ranking

Aufbau des Systems, Quelle: US Patent and Trademark Office

Vision oder Wirklichkeit?

Bislang ist das System nur eine Idee, die sich Google schützen ließ. Es werden längst nicht alle angemeldeten Patente verwirklicht. Es zeigt aber, dass sich die Mitarbeiter des Konzerns durchaus Gedanken darüber gemacht haben und konsequent über weitere Rankingfaktoren (insbesondere für die Vertrauenswürdigkeit von Shops) nachdenken. Dabei kommt auch der virtuelle Fingerabdruck, den das E-Mail Marketing im Netz hinterlässt, in Betracht. Hierzu durchleuchtet das Unternehmen ausgehende Nachrichten.

Manche sehen hier weniger eine Maßnahme gegen Spam von Retailern als vielmehr Googles Suche nach einer Möglichkeit, Online-Händler außerhalb des bekannten Rahmens zu bewerten. Nicht nur das Junkmailing, auch der insgesamt bereitgestellte Content in den E-Mails könnte dafür hinzugezogen werden. Die Frage ist weiterhin, wie der Suchmaschinenriese einen „Vendor“ definiert? Sind hiermit alle Unternehmen gemeint, die etwas verkaufen? Oder nur Online-Shops? Wir bleiben auf jeden Fall gespannt, ob Google künftig Neuigkeiten zu dem Thema verlauten lässt.

Quelle: Search Engine Watch

3 Gedanken zu „Neues Google Patent: Beeinflusst die Qualität des E-Mail Marketing bald dein Ranking?

  1. Mr. Bob

    Da muss ich Ralf recht geben.
    Hinzukommt noch die SSL Verschlüsselten E-Mails.

    Google kann die folgenden E-Mails gar nicht lesen:

    – Eine Mail wird von info@seinedomain.de an info@deinedomain.de verschickt
    – SSL Verschlüsselte E-Mails (was aktuell rapide zunimmt und entsprechend auch zu empfehlen ist)

    Antworten
  2. Ralf

    Hallo,

    schön und gut. Aber wie will Google denn meine Emails lesen, wenn ich gar keinen Googlemail-Account habe?

    Liebe Grüße
    Ralf

    Antworten
    1. Anton PriebeAnton Priebe Artikelautor

      Hi Ralf,

      im Prinzip reicht es ja, wenn der Empfänger einen Account hat und Google die Mail einem Shop zuordnen kann. Die technische Umsetzung ist in der Patentanmeldung leider noch nicht erklärt, es wird lediglich die Idee skizziert.

      Grüße

      Antworten

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