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10 Trends von der DMEXCO 2012

Gastautor und Online-Marketing-Experte Ralf Scharnhorst berichtet von seinen Erfahrungen und Eindrücken auf der DMEXCO 2012 in Köln.

Impressionen von der dmexco 2012, Eingang Nord

DMEXCO 2012

20.000 Besucher, 578 Aussteller und 400 Conference-Speaker – die DMEXCO wurde vier Jahre alt. Die Online-Werbewirtschaft hingegen ist inzwischen fast erwachsen – es gibt sie seit 17 Jahren. So war zwar manche spätpubertäre Präsentation zu sehen, aber nichts revolutionär neues. Es ging um Evolutionen:

1. Datenschutz? Veraltet!

“Consumers know you have their data, they expect you to use it” – das konnte kein Deutscher sagen, daher kam es von Nick Brien aus dem Agentur-Netzwerk McCann.

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2. Hilfe, ich werde von einem Banner gestalkt!

Aus regierungsnahen Kreisen war zu vernehmen, dass die Politik zufrieden ist, wenn in jedem Banner zukünftig rechts oben ein kleines „i“ steht.

Es ermöglicht den opt-out von individualisierter Werbung und Retargeting. Anders gesagt: dann wird ein Cookie gesetzt, dass keine Cookies gesetzt werden sollen. Ende November soll es soweit sein. Wer Banner-klickraten kennt, kann die opt-out-Klickraten prognostizieren: harmlos.

3. Gold schürfen in Datensilos

Kundendaten aus dem Bestellprozess hier, die E-Mail-Marketing-Datenbank dort: die Werbungtreibenden haben vielfältige Daten, müssen sie aber noch verbinden.

Spannend wird, wie schnell die Konzerne es schaffen, Daten zusammenzuführen intern zwischen Abteilungen oder zwischen Niederlassungen und Zentrale. Oder ob es schneller geht, mit anderen Unternehmen Daten zu tauschen oder zu handeln. Die Technologie für beides wurde auf der DMEXCO präsentiert.

4. Hört mehr Radio!

Einen Tag vor der DMEXCO fand direkt nebenan der „Radio Day“ statt. Als Gattungsmarketing für Hörfunk gedacht, wurde dort mehr über das Internet gesprochen als auf der DMEXCO. Berauschend: die Zahlen der User, die über eine App Radio hören. Wie das mit limitierten Daten-Flatrates und begrenzten Akkus unterwegs funktionieren soll, wurde nicht gesagt – die Radio-App wird eher zuhause in Reichweite des W-LANs eingesetzt, wo auch ein UKW-Radio zur Hand wäre.

5. Von der Maus zur Brille

Die langsame Reise von der Schreibmaschinen-Tastatur über die Maus der 80er hin zum Touchscreen beschleunigt sich. Die Schnittstelle Mensch-Maschine wird sich bald radikaler ändern: Sprachein- und Ausgabe mit Apples Siri, Gestensteuerung mit Microsofts Kinect und Augmented-Reality-Projektion mit Google, die mit Google Glass ein Smartphone in Brillenform auf den Markt bringen wollen.

Lustig: im Werbevideo für Microsofts Kinect waren hauptsächlich Apples Macbooks zu sehen.

6. Dieses Betriebssystem wird Ihnen präsentiert von Krombacher

Die werbefinanzierte Variante von Microsoft Excel ein voller Erfolg. Kein Wunder, dass Microsoft im diesen Herbst erscheinenden Windows8 Werbung auf den Startbildschirm bringt – ehemals Desktop genannt.

7. Die Evolution der Agenturen

Einst gab es nur Werbe-Agenturen. Seit den 70ern Media-Agenturen, seit den 90ern Internet-Agenturen, seit den 2000ern SEM- und Performance-Agenturen. Die nächste Generation steht am Start:

Realtime-Agenturen, die Display Ads wie SEM steuern.

8. Jedem Screen sein Spot

Meistzitierter Werbekunde war Volkswagen, die ihr Werbevideo inhaltlich und der Länge nach genau auf die unterschiedlichen Medien und Endgeräte angepasst haben. Sicher ein Trend, den sich trotz steigenden Online-Budgets nicht alle Werbungtreibenden leisten werden.

9. Jedem User seine Kreation

Der zweite Grund, weshalb die Agenturen mehr Varianten produzieren, ist die Echtzeit-Optimierung der Kreation. Zur Enttäuschung der Kreativen geht es hier aber nicht um Award-fähige Ideen – es ist eher eine Abstimmung mit den Füßen: das Motiv, das am meisten Klicks bekommt, wird häufiger eingesetzt.

10. Social Media – kann doch jeder

Die Zeit, in der Social Media Berater Konzernen beibringen, wie sie mit ihren Fans kommunizieren sollen, ist zu Ende. Klassische Call-Center können inzwischen auch auf Postings antworten. Und sie tun dies zu ihren Öffnungszeiten.

Auch wenn gerade präsentiert wurde, wie viel häufiger eine Marke gesehen wird, wenn sie am Wochenende postet.

Über Ralf Scharnhorst

Ralf Scharnhorst

Scharnhorst Media entwickelt Marketing-Strategien und setzt sie um. Schwerpunkt ist die datengetriebene Mediaplanung. Seit 1996 hat Ralf Scharnhorst fast jeden Fehler miterlebt, den man im Online-Marketing machen kann - und hilft seinen Kunden dagegen. Er lehrt an der Macromedia Hochschule. Mit dem neuen Online-Marketing-Check erfährt jeder Werbungtreibende sofort, wo sein Optimierungspotential liegt.

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