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Zuckerbergs 9-Punkte-Plan: So will Facebook gegen Wahlmanipulation vorgehen

Während der Wahlkampf in Deutschland in vollem Gange ist, meldet sich der Facebook-Gründer mit einer klaren Ansage aus der Elternzeit zurück.

© Flickr / Alessio Jacona, CC BY 2.0

Kaum ist Mark Zuckerberg aus seiner Elternzeit zurück, richtet er sich prompt mit einer Videoansage an die Welt. Der Facebook-Chef verspricht mehr Transparenz bei zukünftigen Wahlen, insbesondere in Bezug auf die damit in Zusammenhang stehenden Werbemaßnahmen. Dazu wurden bereits verschiedene Schritte eingeleitet, um Manipulationen vorzubeugen.

Russlands vermeintliche Einflussnahme auf die US-Wahl als Aufhänger

I don’t want anyone to use our tools to undermine democracy,

betont Mark Zuckerberg in seiner Ansprache. Doch vor gerade einmal zwei Wochen verriet Facebooks Sicherheitschef Alex Stamos, dass wahrscheinlich genau das im Zuge des US-amerikanischen Wahlkampfs geschehen ist. Demnach konnte Facebook etwa 470 verdächtige Profile ausfindig machen, die rund 3.000 Anzeigen zwischen 2015 und 2017 zur Einflussnahme auf die US-Wahlen auf der Plattform geschaltet haben. Im Hintergrund hielt ein kremlnahes Unternehmen die Fäden in der Hand, das etwa 100.000 US-Dollar in Werbeanzeigen investierte. Die Untersuchungen zu dem Fall dauern in Zusammenarbeit mit den Behörden an.

Im aktuellen Video verkündet Zuckerberg nun, die Bemühungen der Plattform zur Abwehr solcher Einflussnahme auf die Politik zu verstärken. Komplett vermeiden ließe es sich nicht, dass so etwas geschieht, aber Facebook habe sich vorgenommen, es sehr viel schwerer zu machen. Tausende Fake-Accounts wurden bereits gelöscht, die im Verdacht standen, Wahlen zu manipulieren. Dabei galt zuletzt der Wahl in Frankreich besonderes Augenmerk.

Facebooks 9-Punkte-Plan gegen Wahlmanipulation

Insgesamt nennt Zuckerberg neun konkrete Maßnahmen, die das Soziale Netzwerk eingeleitet hat:

  • Die Ads zum Wahlkampf in den USA, die möglicherweise in Verbindung mit Russland stehen, wurden dem US-Kongress zur weiteren Untersuchung vorgelegt. Facebook steht hier weiterhin beratend zur Seite.
  • Facebook will selbst weitere Schritte einleiten, um die Untersuchungen zur US-Wahl voranzutreiben – auch um daraus für die Zukunft zu lernen.
  • Politische Werbung soll transparenter werden. Auf den Seiten der Advertiser soll künftig ersichtlich sein, welche unterschiedlichen Kampagnen gerade laufen, aufgeschlüsselt für die verschiedenen Zielgruppen.
  • Die Prüfung der Werbeanzeigen im Allgemeinen soll verstärkt werden.
  • Facebook verdoppelt die Belegschaft, die für Wahlen zuständig ist. Insgesamt wurden bereits 250 zusätzliche Arbeitskräfte für Sicherheit eingestellt.
  • Die Partnerschaft mit Wahlkomissionen weltweit soll ausweitet werden, um mehr Aufklärungsarbeit zu leisten.
  • Die Zusammenarbeit mit Tech-Unternehmen aus der Sicherheitsbranche wird verstärkt. Das Problem der Wahlmanipulation soll sich nicht auch noch auf andere Plattformen übertragen.
  • Die bestehenden Tools, um für mehr Sicherheit in der Facebook-Community zu sorgen, wendet das Soziale Netzwerk ab jetzt auch auf Wahlen an (beispielsweise das Anti-Mobbing-Tool).
  • Zuckerberg nimmt abschließend direkt Bezug auf die deutsche Wahl und betont die starke Zusammenarbeit mit den hiesigen Behörden. Tausende verdächtige Accounts wurden bereits gesperrt. Es gebe aber bislang keine Anzeichen, dass ähnliche Aktivitäten wie bei der US-Wahl vorliegen.

In seinem Plädoyer für Meinungsfreiheit und Demokratie weist der Facebook-Gründer auch auf die Bemühungen hin, die Facebook unternimmt, Menschen auf der ganzen Welt zum Wählen zu bewegen. Die Maßnahmen, die Zuckerberg im Video vorstellt, sind bereits aktiv oder werden in Kürze greifen. Zum Ende kündigt der nun zweifache Vater weitere Stellungnahmen an.

Mehr Informationen zu den russischen Ads findet ihr im Facebook Newsroom.

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