SEO - Suchmaschinenoptimierung

Wettbewerber verdrängen: Punktueller Angriff als SEO-Taktik

Der Kampf um die besten Plätze in den SERPs ist häufig ein Kampf mit starken Gegnern. Wie überholst du einen starken Gegner? Eine Kriegstaktik der alten Griechen hilft weiter.

© Pexels - Pixabay, CC0

Im Jahre 371 vor Christus besiegte der thebanische Feldherr Epaminondas das als unbesiegbar geltende Heer der Spartaner in der Schlacht von Leuktra. Er wendete dabei eine Taktik an: das gegnerische Heer an einer Stelle konzentriert anzugreifen.

Diese Taktik kannst du für SEO-Kampagnen nutzen. Besonders dann, wenn dein Wettbewerber stark ist.

Was musst du tun? Greife punktuell die am besten rankende Seite deines Gegners an.

Wie funktioniert das konkret? Neil Patel zeigt dir einen pragmatischen Ansatz in vier Schritten. Mit ihr überholst du deinen Gegner und bleibst langfristig in Führung.

Die Taktik im Überblick:

  • Spioniere deinen Gegner aus und identifiziere seine Schwächen.
  • Finde die am besten rankende Seite des Gegners und baue besseren Content.
  • Informiere Influencer über deinen Content.

# 1: Wie sieht die Konkurrenzanalyse aus?

Zuerst führst du eine gründliche SEO-Analyse deines Wettbewerbers durch:

  • Woher kommen die Backlinks?
  • Welche Art von Content publizieren sie?
  • Mit welchen Titles ranken sie?
  • Was steht in den H1, H2, H3 Tags?
  • Welche Ankertexte werden verwendet?

Anschließend identifizierst du technische Schwächen der gegnerischen Website. Gibt es gravierende Fehler in der OnPage-Optimierung? Häufig sind rein am Design orientierte Webauftritte und frei programmierte Seiten voll davon.

Für diese Analysen benutzt du SEO-Tools deiner Wahl.

Diese SEO-Analyse zeigt dir, wo du technisch besser sein musst. Und sie zeigt dir die am besten rankende Seite des Gegners. Diese Seite greifst du jetzt punktuell an, mit besserer Technik und besserem Content.

#2: Baue deinen Webauftritt technisch besser

So überholst du technisch deinen Wettbewerber.

Strebe nach Führerschaft im Onpage-SEO

Jeder erfahrene SEO weiß: Eine gute OnPage-Optimierung wiegt manchen Backlink auf.

Achte also darauf, dass deine Seite technisch einwandfrei ist. Mache regelmäßige OnPage Checks mit entsprechenden Tools oder konsultiere regelmäßig die Google Search Console.

Verbessere den Speed

Ist die Seite deines Gegners eventuell ein bisschen langsam? Dann ziehe alle Register, deinen Webauftritt zu tunen. Hier ein paar Ansätze:

  • Hosting-Paket prüfen, braucht dein CMS ein spezielles Hosting?
  • Ist die Seite schlank programmiert?
  • Haben die Multimedia-Dateien die optimale Größe?

Achte auf ein gutes mobiles Nutzererlebnis

Wie hoch ist der Anteil der mobilen Nutzer der gegnerischen Seite? Ist er hoch, muss das mobile Nutzererlebnis deiner Seite das des Gegners übertreffen.

Stell dir dabei die Frage, welche Ansprüche mobile User an den Content stellen.

Damit sind wir bereits beim Inhalt und dem Kern der punktuellen Angriffstaktik.

#3: Baue den gleichen Content inhaltlich besser

Den gegnerischen Content inhaltlich verbessern, was heißt das?

In die Tiefe gehen

Hier geht es speziell um den Umfang deines Contents. Statistiken zeigen, dass sehr umfangreiche Seiten am besten ranken. Und nicht nur das, sie werden in den sozialen Kanälen häufiger geteilt.

In der Regel benötigst du Content jenseits der 1000-Wort-Schwelle. Studien zeigen, dass ein Umfang von mindestens 3000 Wörter zielführend sind.

Aber: Liefere in jedem Abschnitt, in jedem Absatz und in jedem einzelnen Satz Mehrwert. Es bringt nichts, einen Text bloß aufzublähen, nur um eine bestimmte Wortanzahl zu erreichen.

Auf Lesbarkeit achten

Hier sind wir bei sämtlichen Tipps, um einen Webtext lesbar zu machen. Was sind die wichtigsten Dinge?

  • Schreibe einfach.
  • Achte auf die Länge der Sätze.
  • Verwende prägnante, bildhafte Wörter.
  • Gliedere den Text mit Überschriften.
  • Achte auf die Länge der Absätze und Abschnitte.
  • Nutze Bulletpoints oder Tabellen.

Investiere in visuellen Content

Ist der Content deines Wettbewerbers eine Bleiwüste? Umso besser. Reichere den Content in jedem Fall mit prägnanten, uniquen Bildern an. Denn Content mit guten Bildern wird beinahe doppelt so oft angesehen wie Bleiwüsten-Content. Außerdem erhältst du bei uniquen Bildern Traffic über die Bildersuche in den Suchmaschinen.

Auch Infografiken sind gut geeignet, da sie häufig geteilt werden und du dadurch auch Links gewinnen kannst.

#4: Teile deinen Content mit den Influencern deines Gegners

In der Analyse der gegnerischen Links hast du festgestellt, welche Influencer den Content deines Wettbewerbers verlinkt haben. Präsentiere diesen Influencern deinen Content mit der Bitte, hier ebenfalls seinen Link zu setzen.

Selbstverständlich ziehst du auch sonst beim Seeding alle Register.

Schluss – der stärkste Content des Gegners ist seine Achilles-Ferse

Erfahrungsgemäß konvertieren Besucher über organische Suchergebnisse besser als beispielsweise über PPC. Schaffst du es, deinen Gegner organisch zu überholen, dann schwächst du ihn massiv. Ist dein Webangebot technisch besser, ist es für deinen Wettbewerber umso schwieriger, die Führung wieder an sich zu reißen. Denn dann muss er in seine Infrastruktur investieren, was komplex und entsprechend teuer sein kann.

Wie denkt ihr über diese Vorgehensweise? Was haltet ihr von Patels Wettbewerbsstrategie?

Quelle: Quicksprout

Über Andreas Wieland

Andreas Wieland

Andreas J. Wieland ist Dipl.-Kaufmann und war 20 Jahre als Geschäftsführer eines Juweliers tätig. Mit dem Aufbau eines Online-Shops für Uhren infizierte er sich mit dem Online-Marketing-Bazillus. Als freiberuflicher Consultant berät er Juweliere und Dienstleister und unterstützt die Redaktion mit Beiträgen zu Online Marketing Themen.

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5 Gedanken zu „Wettbewerber verdrängen: Punktueller Angriff als SEO-Taktik

  1. Andreas Herrmann

    Sensationeller Beitrag! Ich habe schon sehr, sehr viele Statements zur Suchmaschinenoptimierung gelesen, aber ich muss mich hier wortwörtlich verneigen und meinen Respekt zollen! Hier schreibt ein Praktiker fachlich fundiert, aber für Laien verständlich. Meinen besten Dank und herzliche Grüße aus Hamburg! Andreas Herrmann

    Antworten

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