E-Commerce

Das Weihnachtsgeschäft beginnt bereits am Black Friday

Ersetzt Black Friday heute schon das Weihnachts-Shopping? Ein Vergleich und eine Analyse, wie stark die Umsätze am Black Friday in diesem Jahr waren.

© Andrew Neel - Unsplash

In wenigen Tagen ist Weihnachten und die Deutschen sind bereits eifrig dabei Geschenke für ihre Liebsten zu kaufen. Die gute Nachricht für alle Händler: Die geplanten Ausgaben für Weihnachtseinkäufe in Deutschland sind dieses Jahr mit durchschnittlich 674 Euro rund 20 Prozent höher als im vorigen Jahr. Neben der Ausgabenhöhe unterliegt auch die Art und Weise des Shoppings einem Wandel. Denn zunehmend werden Einkäufe in dieser Zeit online getätigt. Ob Informationen aus vergangenen Produktbewertungen oder Inspiration durch soziale Medien, der gesamte Prozess des Einkaufs findet vermehrt im Internet statt und zunehmend mobil. Bereits jeder zweite Deutsche greift beim Shopping zu Mobile-Apps. Neben der bequemen 24h-Lieferung als aufgeführter Vorteil (59 Prozent), schätzen weitere (31 Prozent) das Prinzip des “Click-and-Collect”, also der Bestellung online und Abholung im Laden.

Abseits der klassischen Weihnachtseinkäufe erleben neue digitale Shopping-Days aus den USA und Asien seit einigen Jahren große Begeisterung auch in Deutschland. Insbesondere der Black Friday mit seinen massiven Preissenkungen schafft es, deutsche Käufer in seinen Bann zu ziehen. An seinem Heimatort, den USA, sorgt der Freitag nach Thanksgiving mit seinen drastischen Preissenkungen jedes Jahr für Rekordumsätze (allein dieses Jahr ca. 1,2 Milliarden US-Dollar) – nicht nur in stationären Geschäften sondern vermehrt auch auf mobilen Endgeräten. Schätzungen zufolge belaufen sich die Ausgaben über mobile Geräte für den Black Friday mittlerweile auf 40 Prozent der gesamten Online-Aktivitäten.

Zeit, einmal zu schauen, welche Rolle der Black Friday im Vergleich zum Weihnachtsgeschäft spielt. Wird am Black Friday mehr umgesetzt als in der Vorweihnachtszeit? 

Der Trend seit 2017 zeigt: Black Friday behauptet sich in Deutschland

Daten zu Umsätzen aus E-Commerce-Apps aus Q4 letzten Jahres beweisen eindeutig: Der Black Friday spielt auch in Europa eine zentrale Rolle. Im Vergleich zum Jahresdurchschnitt setzen Nutzer von E-Commerce-Apps signifikant mehr Geld um, als im Rest des Jahres. Gewinner im europäischen Vergleich, was das Einkaufen am Black Friday angeht, ist ganz klar Deutschland. Hier hat sich sowohl der Trend des Black Friday als auch das Shoppen mit dem Mobiltelefon etabliert. E-Commerce Apps in Deutschland verzeichneten bereits am Black Friday 2017 mit 176 Prozent den größten Anstieg, was die Umsätze angeht. Davon abgesehen gab es auf dem deutschen Markt während des gesamten Zeitraums nur geringe Umsatzeinbrüche, wie beispielsweise einige Tage vor Heiligabend. In vergleichbar großen Ländern innerhalb Europas, wie zum Beispiel Frankreich und England, sah die Entwicklung anders aus. In Frankreich lag der Anstieg bei 89 Prozent und in UK gerade einmal bei 78 Prozent. Dort zeigen die Daten vom vergangenen Jahr auch weiterhin starke Umsätze zur Weihnachtszeit, am sogenannten Boxing Day. Der Black Friday spielt hier keine so relevante Rolle wie in Deutschland und die Weihnachtszeit weiß sich noch zu behaupten.

Der Peak am Black Friday ist eindeutig.

Der Trend ist dennoch europaweit klar: Black Friday gewinnt übergreifend zunehmend an Popularität gegenüber den traditionellen Weihnachtseinkäufen und scheint seinen Status als das Shopping-Ereignis im Kalender der Konsumenten zu festigen. Aktuelle Daten vom Black Friday 2018 zeigen nicht nur, dass in diesem Jahr bereits wenige Tage vor dem Shopping-Event ein deutlicher Anstieg der Umsätze sichtbar wird, sondern vor allem, dass die Umsätze im Vergleich zum letzten Jahr noch einmal rund 28 Prozent ansteigen.

Verlagerung des Weihnachtsgeschäft in den November

Diese jährlich wiederkehrenden Umsatzexplosionen im November lassen sich nicht länger unabhängig von den Weihnachtsgeschäften betrachten. Es ist davon auszugehen, dass der Black Friday dafür sorgt, dass Konsumenten ihre Weihnachtsgeschenke früher kaufen als bisher und den Black Friday als Anlass nehmen, um schon einmal für die Bescherung am 24. Dezember alle Schäfchen ins Trockene zu bringen. Der Black Friday ersetzt also den Weihnachtseinkauf nicht, sondern konzentriert ihn an einem Tag im November.

Der Onlinehandel muss sich diesem Phänomen stellen und seine Angebote dem Shopping-Verhalten anpassen – insbesondere im mobilen Bereich. Gerade der Black Friday ist stark vom mobilen Shoppingverhalten der Nutzer getrieben. Angebote rund um die Weihnachtszeit können ihren Effekt in Zukunft immer weiter verlieren. Der Black Friday ist das Event der Stunde und gekommen, um zu bleiben. Wir sind gespannt darauf, wie sich die Umsätze in diesem Jahr letztendlich kurz vor den Feiertagen verhalten. Eines ist klar: Händler müssen im kommenden Jahr ihre Strategien zum Weihnachtsgeschäft anpassen. Im M-Commerce beginnt Weihnachten am Black Friday.

Über Fabian Schaeffer

https://www.adjust.com

Fabian Schaeffer verantwortet als Sales Director EMEA bei Adjust die Leitung des Sales Teams in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Als Experte im Bereich Mobile Advertising & Analytics trägt er sein Wissen in die Branche, um den Markt für die wichtigsten Herausforderungen zu wappnen.

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