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Verpasste Chance: Warum Adidas auf einen viralen Werbeclip verzichten muss

Das Video kommt einer echten Video Ad gleich und ist, ähnlich wie EDEKAS #Heimkommen, hoch emotional. Das Viralpotential war vorhersehbar.

© Eugen Merher, Screenshot von YouTube

© Eugen Merher, Screenshot von YouTube

Adidas hätte sich auf einem viralen Clip aus fremden Federn ausruhen können, hätte man in der Kommunikationsabteilung nur auf die Anfrage von Eugen Merher reagiert. Der deutsche Filmstudent mit moldawischen Wurzeln sendete einen selbstproduzierten Adidas-Werbeclip an den Sportartikelhersteller, doch dieser ignorierte ihn. Nun ist er viral gegangen.

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Rührendes Video: So gut, dass es Werbung sein könnte

Der Clip “Break Free” zeigt einen Senioren, der als junger Mann ein deutscher Marathonläufer war und sein Dasein inzwischen im Altersheim fristet. Als er seine alten Adidas Trainingsschuhe wiederfindet, weckt der Fund seine Lebensgeister und er will wieder laufen. Doch das Personal hält ihn bei jedem Versuch davon ab, das Altersheim zu verlassen. Am Ende kann er durch die Hilfe seiner Mitbewohner ausbrechen und in Freiheit weiterlaufen. Das knapp anderthalb Minuten lange Video ist ein Studienprojekt und sehr detailreich sowie liebevoll inszeniert.

Warum Adidas die Studenten ignoriert hat, ist nicht klar. Gegenüber der Huffington Post sagte Merher: “We tried sending it to [Adidas’] communications department but they didn’t really react”. Vermutlich sah man keinen Fit für den Clip, der im Stil von Edekas #Heimkommen Senioren als Hauptrollen vorsieht und eine emotionale Ausrichtung hat. Vielleicht hat die Kommunikationsabteilung die Anfrage der Studenten aber auch einfach als irrelevant eingestuft und die Mail schlichtweg nicht an die entsprechende Abteilung weitergeleitet. Blöd nur, dass das Video inzwischen viral gegangen ist und am heutigen Tage bereits mehr als 430.000 Views hat – und das keinen Monat nach seiner Veröffentlichung auf einem Kanal mit gerade einmal 200 Abonnenten.

Hier könnt ihr euch das gelungene Video ansehen, das bei Adidas so gar nicht auf Gegenliebe stieß:

Die Filmakademie Baden-Württemberg, an der Merher studiert, ist derweil kein Unbekannter, so Fast Company. Demnach entsprang auch die sehr gelungene Fake-Ad für Johnnie Walker der Feder von Studenten der Akademie. Das Projekt stammt aus 2015 und der Clip verzeichnet auf YouTube derzeit knapp 4,5 Millionen Views.

Wir haben Merher zu dem Clip befragt und warten derzeit auf eine Rückmeldung.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

Ein Gedanke zu „Verpasste Chance: Warum Adidas auf einen viralen Werbeclip verzichten muss

  1. Roman Sior

    Vielleicht stört sich Adidas ja daran, dass der Film wie ein Abklatsch des Kinofilms „Sein letztes Rennen“ aus dem Jahr 2013 wirkt und somit nicht wirklich eigenständig und überraschend daherkommt – mir würde das ähnlich gehen.

    Antworten

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