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Im Schatten der US-Zwischenwahlen: Facebook sperrt 115 verdächtige Accounts

Nach einem Tipp der Sicherheitsbehörden sind zahlreiche Konten auf Facebook und Instagram blockiert worden. Der Vorwurf: Wahlbeeinflussung.

© Joshua Hoehne - Unsplash

Einen Abend vor den Midterm Elections gab Facebook bekannt, dass über 100 Accounts auf der eigenen Plattform und Instagram aus dem Verkehr gezogen wurden, die gezielt die öffentliche Meinung manipuliert haben sollen. Details sind noch nicht bekannt, doch Facebooks Sicherheitschef deutet eine Verbindung zu Russland zumindest an.

115 Accounts auf Instagram und Facebook nach Tipp von Behörden blockiert

Facebook sieht sich im Zuge von Wahlen immer wieder in der Öffentlichkeit, da das soziale Netzwerk schon länger ein machtvolles Instrument zur politischen Stimmungsmache ist. Auch die Midterm Elections, die sogenannten Halbzeitwahlen, bilden hier keine Ausnahme. Wie Nathaniel Gleicher, Head of Cybersecurity Policy bei Facebook im Newsroom verkündet, haben die US-Behörden sein Team am Sonntagabend auf eine Vielzahl von verdächtigen Accounts aufmerksam gemacht:

Our very early-stage investigation has so far identified around 30 Facebook accounts and 85 Instagram accounts that may be engaged in coordinated inauthentic behavior.

Laut Gleicher hat Facebook die Accounts sofort gesperrt und beginnt nun mit der Auswertung. Erste Analysen zeigen, dass nahezu alle Facebook-Seiten in französischer oder russischer Sprache kommunizierten, während die Instagram Accounts englisch gehalten sind. Der Fokus der Seiten ist thematisch sowohl bei einzelnen Promis als auch politischen Debatten anzusiedeln. Viel mehr kann der Sicherheitschef noch nicht bekannt geben. Wie er selbst zugibt, ist die schnelle Bekanntmachung eher ungewöhnlich:

Typically, we would be further along with our analysis before announcing anything publicly. But given that we are only one day away from important elections in the US, we wanted to let people know about the action we’ve taken and the facts as we know them today.

Im Klartext bedeutet dies nur, dass Facebook aus den Fehlern in der Vergangenheit gelernt hat und nun transparent und so schnell wie möglich gegen Manipulationen der öffentlichen Meinung vorgehen möchte – oder es vielmehr zumindest versucht, da der Druck der Öffentlichkeit auf der Plattform lastet. Da ist eine solche Aktion natürlich gelungene PR. Dazu passt auch die darauf folgende Anspielung auf die „Internet Research Agency“ als Verantwortliche, zu deutsch auch „Kremlbots“ genannt, die im Auftrag der russischen Regierung im Netz aktiv manipuliert. Ob überhaupt ein Staat hinter den Accounts die Fäden zog, bleibt zunächst jedoch abzuwarten.

Der Blogpost wurde nur wenige Stunden vor den Zwischenwahlen veröffentlicht, bei der Millionen Amerikaner ihre Stimme abgeben. Nicht nur das Repräsentantenhaus, sondern auch ein Drittel des Senats und dutzende Gouverneure werden heute neu gewählt. US-Präsident Trump und seine Republikaner erhalten somit ein deutliches Stimmungsbild zu dem radikalen Kurs, den die Regierung seit dem Amtseintritt 2016 fährt.

Über Anton Priebe

Anton Priebe

Anton Priebe ist Redaktionsleiter und seit Ende 2013 bei OnlineMarketing.de aktiv. Der studierte Germanist und Soziologe fokussiert sich auf Technologie, kreative Marketingstrategien, Conversion Optimierung und SEO. In seiner Freizeit klettert Anton gerne Wände hoch, bereist die Welt und freut sich über gutes Essen oder neue Musik.

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