SEO - Suchmaschinenoptimierung

SEO und Content: Das Pferd wird heute von vorne aufgezäumt

Waren alte SEO-Methoden früher zielführend, sind sie heute oft obsolet. Um ein besseres Ranking mit Content zu erlangen, sind andere Mittel notwendig.

© loya_ya - Fotolia.com

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Rand Fishkin, Mitbegründer und leitender SEO bei Moz, hat kürzlich bei einer Präsentation seine neuesten Erkenntnisse über SEO und Content Marketing zum Besten gegeben. Dabei nannte er einige aktuelle Faktoren, die beim Generieren von Content Beachtung finden sollten. Denn die einfachen SEO-Methoden sind heute nicht mehr wirksam und im schlechtesten Falle sogar schädlich für das Ranking. Wer heute Suchmaschinenoptimierung betreibt, muss unweigerlich durchdacht vorgehen.

1. Dein Content muss schnelle Antworten liefern

Problem: Wenn User Suchanfragen stellen, ein Ergebnis anklicken, den Zurückbutton benutzen, um zum nächsten Ergebnis zu gelangen und dort zu verweilen, nennt sich das Pogo Sticking – abgeleitet vom sogenannten Pogostick, einem Trendaccessoire, mit dem man sich hüpfend fortbewegt. Anhaltendes, immer wiederkehrendes Pogo Sticking signalisiert jedoch den Suchmaschinen, du würdest keinen relevanten Content bereitstellen oder deine User verschrecken. Ergo führt das irgendwann zu einem schlechteren Ranking.

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Lösung: Du solltest deinen Usern eine hervorragende User Experience bieten. Achte darauf, dass du relevanten Content auf einer sauber designten Website lieferst, die sich an aktuellen Standards orientiert. Auf alles, was die User Experience negativ beeinflussen könnte (Pop Ups, Umfragen, Downloads, et cetera), solltest du verzichten.

Anmerkung: Es empfiehlt sich, Dauer und Größe der Werbeanzeige in Relation zum Mehrwert des Contents zu stellen. Handelt es sich bei dem gewünschten Inhalt um ein Video oder Ähnliches, das User eher zufällig anschauen, ohne gezielt danach zu suchen, ist eine riesige Bannerwerbung, die sich sukzessive über das Display schiebt und jede Interaktion unmöglich macht völlig überflüssig. Dies führt meist zu einer erhöhten Bounce Rate. Bei Inhalten, die gezielt gesucht werden, ist ein User eher dazu bereit, großflächige Werbung über sich ergehen zu lassen.

2. Schlechte Backlinks sind nicht das Problem von Google

Problem: Backlinks von Spamseiten üben einen negativen Effekt auf das Ranking aus.

Lösung:  Um herauszufinden, von welchen Seiten du Backlinks erhälst, bietet sich die Verwendung von Webmaster Tools an. Eine zu große Anzahl schlechter Backlinks führt zu einem Abfall des Rankings. Beheben lässt sich dieser Umstand derzeit leider nur manuell, indem als letzte Alternative die Links über Googles Disavow-Tool für ungültig erklärt werden.

Anmerkung: Die Disavow-Funktion ist mit Vorsicht zu genießen, da sie sich bei falscher Anwendung ebenfalls negativ auf das Ranking auswirken kann.

© google.com

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3. Erweiterte Ranking-Faktoren

Problem: Die Zeiten, in denen SEO eine einfache Disziplin war, sind vorbei. SEO ist sehr viel umfangreicher geworden als es noch vor einigen Jahren der Fall war. Veraltete SEO-Methoden, die früher schnell zum Erfolg führten, führen heute unter Umständen zu einem schlechten Ranking, wenn nicht sogar zur Sandbox. Heutzutage solltest du die neuesten Algorithmus-Updates immer im Auge behalten.

Lösung: Zusätzliche einflussnehmende Faktoren für SEO sind neben den oben genannten:

  • Mobile
  • Webspam
  • Design und User Experience
  • Social
  • Content
  • Internationalisierung
  • Performance
  • Lokalisierung
  • Accessibility
  • E-Mail
  • Customer Experience
  • Presse und PR

Da sich alle genannten Faktoren auf das Ranking auswirken können, musst du einen Weg finden, umgekehrt die Faktoren zu beeinflussen und sie in deinen Content mit einfließen lassen.

4. Regeln für das Generieren von Content

Problem: Einfach nur wahllos Inhalte zu generieren und Links auf Linkfarmen für einen Ranking-Boost zu platzieren war gestern. Google ist im Laufe der Zeit schlauer geworden und kann inzwischen die Spreu vom Weizen trennen. Dein Content sollte also einen echten Mehrwert liefern und gut durchdacht sein.

Lösung: Lege deinen Fokus auf folgenden Kriterien:

  • Einzigartigkeit – Content taucht im im Internet nur einmal auf
  • Relevanz – Suchmaschinen erkennen relevante Inhalte und interpretieren sie als solche
  • Hilfestellung – löst die Suchanfrage auf einen Klick
  • Nützliches Unikat – stellt Informationen zur Verfügung, die sonst nicht erhältlich sind
  • User Experience – eine makellose UX sollte sichergestellt sein (Responsive oder Adaptive Design)
  • Qualität vor Quanität – sich besser einmal von festgelegten Redaktionsplänen lösen und nicht auf Teufel komm raus Inhalte produzieren. Lieber echten Mehrwert liefern, wenn auch unregelmäßig. Rand Fishkin empfiehlt Buzzsumo , um sich einen Überblick über angesagte Topics zu verschaffen. Die Ergebnisse werden nach den Total Shares sortiert.

    © buzzsumo.com

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5. Beziehungen aufbauen, Links generieren

Problem: Auf dem konventionellen Weg können keine Backlinks mehr generiert werden.

Lösung: Da Backlinks aber noch immer wichtig sind, gilt es, sie durch redaktionelle Kontakte zu erhalten. Je mehr Kontakte du hast, desto wahrscheinlicher ist es, Links zu erhalten. Daher solltest du dich gut vernetzen. Vorschläge, wie das funktionieren kann, findest du hier: 12 Möglichkeiten für Linkbuilding ohne Gastbeiträge.

Den gesamten Vortrag von Rand Fishkin könnt ihr euch auf Vimeo anschauen.

Quelle: KISSmetrics Blog

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

2 Gedanken zu „SEO und Content: Das Pferd wird heute von vorne aufgezäumt

  1. Matthias Mann

    Ich frage mich nach dem Lesen solcher Artikel immer wieder: inwieweit ist SEO eigentlich sinnvoll? Das man seine Webseite möglichst optimal einrichtet, sodass Suchmaschinen die Seiten bestmöglich indexieren können, das ist natürlich irgendwie Pflicht, wenn man mit einer Webseite viele Menschen erreichen möchte. Aber das sollte dann schon Nebensache sein. Wenn SEO zur Hauptsache wird, dann frage ich mich: wozu macht man dann eigentlich die Webseite? Nur um mit seiner Webseite auf Platz 1 im Google-Ranking zu stehen? Das macht keinen Sinn. Und solche Seiten will auch kein User sehen. Wer das Internet nutzt will entweder Informationen finden, oder etwas zur Unterhaltung. Und solche Seiten, die genau das bieten, die brauchen eigentlich kein kompliziertes SEO, weil solche Seiten sprechen sich rum und so einige davon kennt man einfach. Auch völlig ohne SEO. Darum finde ich: SEO ja, wenn man die richtigen Meta-Tags setzt und zum Inhalt passende Keywords in Überschrift, Seitentitel etc. benutzt. Aber für alles andere ist meiner Ansicht nach der Inhalt der Seite entscheidend. Und das ist natürlich dann am hitverdächtigsten, wenn es für den User einen echten Nutzen hat.

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    1. Stefanie Schröer

      Matthias Mann, Sie sprechen mir aus der Seele :) Google ist mittlerweile so “schlau” geworden, dass SEO wohl viel einfacher, wenn auch nicht leichter geworden ist. Die Schere zwischen Optimierung für den Nutzer und Optimierung für Google hat sich zum Glück weitgehend geschlossen.
      SEO ist meiner Meinung nach trotzdem ein sehr wichtiges Gebiet, denn auch die besten Inhalte bringen nicht viel, wenn Google sie nicht verstehen kann. Und ich treffe auch aktuell immer wieder auf Websites, die tolle Inhalte bieten, aber komplett in Flash erstellt sind (so gut wie unlesbar für Google) oder auf allen Seiten exakt die gleichen Meta tags und dann auch noch in englischer Sprache verwenden…
      SEO, Content Marketing, User Experience etc. verschmelzen immer mehr und so sollte es ja auch sein. SEO sollte Basis sein, das Fundament quasi, wie schön das Haus wird, bestimmt der Nutzen für den User.

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