Social Media Marketing

Rassistische Inhalte: Instagram & Snapchat deaktivieren GIFs

Nachdem rassistische Inhalte auf Giphy aufgetaucht sind, haben beide Social Media-Plattformen den Dienst deaktiviert.

© Flickr / ThoroughlyReviewed, CC BY 2.0

Die beliebte GIF-Funktion auf Instagram und Snapchat, die von beiden Plattformen erst vor kurzem eingeführt wurde, ist seit einigen Tagen vorerst abgeschaltet. Grund dafür sind rassistische Inhalte, die über den Dienstleister Giphy in Umlauf gebracht wurden.

User meldeten rassistisches GIF

“N—– Crime Death Counter – Keep Cranking Bonzo, the Numbers Just Keep on Climbing!” – Das GIF erschien bei der Suche nach „Crime“.

Instagram und Snapchat hatten die Funktion für ihre Stories erst kürzlich eingeführt. Die User fanden sehr schnell Gefallen an GIFs und so kam kaum mehr eine Story ohne die Sticker aus. Auch Snapchat bediente den beliebten Trend und setzte dabei wie Instagram auf Giphy, den derzeit wohl bekanntesten Anbieter von GIFs. Nachdem User nun Ende der vergangenen Woche auf eine Datei auf Giphy stießen, die extrem rassistische Inhalte verbreitete, stellte zunächst Snapchat die Untstützung von GIFs ein. Das GIF, um das es sich handelte, tauchte dabei zuerst auf Snapchat auf. Es richtet sich gegen Schwarze und wurde schnell von Usern gemeldet. Gegenüber TechCrunch gab ein Snapchat-Mitarbeiter an, dass die Funktion sofort nach Bekanntwerden deaktiviert wurde und nun auf ein Handeln Giphys gewartet werde. Kurz nachdem Snapchat reagierte, zog auch Instagram mit der Begründung nach, dass derartige Inhalte keinen Platz auf der Plattform haben und der Fall nun untersucht würde.

Eine Rückkehr bleibt vorerst ungewiss

Der Snapchat-Filter sorgte für jede Menge Diskussionen und wurde schnell wieder entfernt. © The Guardian

Instagram und Snapchat haben ohnehin vermehrt Probleme mit diskriminierenden und rassistischen Inhalten. So veröffentlichte Snapchat schon des öfteren rassistisch anmutende Filter, wie beispielsweise eine Lens, mit der User sich in asiatische Karikaturen verwandelten. Auch Facebook und Töchter haben mit derartigen Inhalten zu kämpfen, doch geht man auf den Zuckerberg-Netzwerken sehr viel unambitionierter dagegen vor als gegen Nacktheit etwa. Da das betroffene GIF aber auf beiden Plattformen Verbreitung fand, liegt das Problem dieses Mal bei Giphy begründet. Laut der Community Guidelines ist Hate Speech zwar untersagt, nichts desto trotz scheint das GIF durchs Raster gefallen zu sein. Schuld sei ein Bug, gab ein Sprecher gegenüber TechCrunch an. Dieser sei zwar behoben, doch kuratiert die Datenbank dennoch vorerst jedes GIF per Hand:

„A user discovered an offensive GIF sticker in our library, and we immediately removed it per our content guidelines.

After investigation of the incident, this sticker was available due to a bug in our content moderation filters specifically affecting GIF stickers. We have fixed the bug and have re-moderated all of the GIF stickers in our library.

The GIPHY staff is also further reviewing every GIF sticker by hand and should be finished shortly.

We take full responsibility for these recent events and sincerely apologize to anyone who was offended.“

Snapchat und Instagram wollen vorerst auf Giphy verzichten und den Dienst erst wieder aktivieren, wenn derartige Vorfälle für immer ausgeschlossen werden können. Wie lange wir also noch warten müssen, bis wir wieder Sticker in unseren Stories verwenden können, ist ungewiss.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.