Mobile Marketing

Omnichannel stockt: Mobile ist mehr als nur E-Commerce auf neuem Kanal

Mobile wird häufig als E-Commerce 2.0, als Kannibalisierung von E-Commerce verstanden. Doch Mobile geht weiter, denn es betrifft den ganzen Handel.

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Mobile beeinflusst gesamten Handel massiv

Dass es vorüber geht, daran glaubt wohl niemand mehr so recht. Doch dass Mobile lediglich eine Neuerung des E-Commerce, praktisch ein E-Commerce 2.0 ist, daran glaubt nach Auffassung von Linda Bustos, Get Elastic, ein Großteil der Händler und geht davon aus, dass Mobile als Kanal den Kanal Desktop schlicht kannibalisieren wird.

Doch diese Annahme greift deutlich zu kurz: Mobile ist und war nie als separater Shopping-Kanal oder als Substitut zum E-Commerce zu betrachten, sondern ist seit seiner Existenz eng an die Begriffe des Webrooming und des Showrooming gebunden. Verbraucher nutzen ihr Smartphone nicht, um damit online zu suchen und online zu kaufen, sondern nutzen es auch, um erst online zu suchen und dann offline zu kaufen oder umgekehrt.

Mobile is not a channel.
– Linda Bustos, Get Elastic

Denn so präsent das Thema E-Commerce auch sein mag, dominiert auch in Deutschland in (fast) allen Segmenten noch der stationäre Anteil den Gesamthandel und eben nicht E-Commerce. Tatsächlich aber ist Mobile, wenn Kunden mit ihrem Smartphone im stationären Einzelhandel stehen und Preise zwischen on- und offline vergleichen, damit primär kein Kanal, über den man etwas erwirbt, sondern vielmehr ein Medium, über welches man sich Informationen beschafft.

eMarketer Studie: Viele Unternehmen noch ohne Strategie

Fraglich bleibt aus Sicht vieler Unternehmen jedoch offenbar noch die Frage, wie man mit Mobile umgehen sollte. Denn ohne Zweifel bietet Mobile auch stationären Einzelhändlern, die nicht die Eröffnung eines Online Shops planen, großartige Möglichkeiten, potenzielle Kunden gezielt zu erreichen.

Noch immer ohne Strategie - Quelle: eMarketer.com

Noch immer ohne Strategie, Quelle: eMarketer

Eine entsprechende Erhebung von eMarketer in Kooperation mit Adobe zeigt dazu nicht nur deutliches Potenzial, sondern auch Rückschritte in der Strategieentwicklung für den Bereich Mobile auf: Waren 2013 noch mehr Unternehmen mit der Erarbeitung einer konkreten Strategie beschäftigt, dominierten 2014 vor allem Unternehmen, die dabei überraschend auf Schwierigkeiten gestoßen waren: Die Erarbeitung von Optionen im Omnichannel-Bereich liefe stockend und man habe zur Zeit noch keine langfristige Strategie diesbezüglich erarbeitet, so 37 Prozent der Befragten.

Bustos vermutet die zentrale Herausforderung dabei allerdings weniger im Bereich der Organisation, sondern vielmehr im Bereich der Technologien.

Wie weit seid ihr im Bereich Mobile? Und welche Herausforderungen stehen euch bevor?

Über Atilla Wohllebe

Atilla Wohllebe

Fokusthemen auf OnlineMarketing.de: CRM, (Web) Analytics & E-Mail Marketing. Studium: B. A. in Business Administration, M. Sc. in E-Commerce. Mitglied der Digital Analytics Association Germany. Schnittstelle zwischen Marketing & IT mit einem Herz für Analytics. Derzeit tätig im Digital Push Marketing bei OTTO (GmbH & Co KG). Vorher im Solution Consulting der netnomics GmbH.

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