Technologie

Neuralink-Technologie: Elon Musks Symbiose zwischen Mensch und AI

Elon Musk will mit Neuralinks neuer Technologie das menschliche Gehirn mit Künstlicher Intelligenz vernetzen. Auf einem Event soll mehr bekanntgegeben werden.

© jesse orrico - Unsplash

In einem langerwarteten Tweet gab Neuralink, das unter anderem von Elon Musk gegründete Neurotechnologie-Unternehmen, die Veranstaltung eines Events bekannt, das heute Abend in San Francisco stattfindet. Seit zwei Jahren arbeitet das Neuralink-Team scheinbar im Geheimen an ihrer revolutionären Technologie. Das anstehende Event ist tatsächlich die erste Gelegenheit, bei der mehr als ein paar Sätze über die Entwicklungen bekanntgegeben werden. Gäste bekommen die Chance, von Mitgliedern des Teams zu hören „what we’ve done so far as well as some of our plans for the future.“


Der Account, dem vor der Ankündigung knapp 40.000 Menschen folgten, hat seit der Ankündigung einiges an Followern gewonnen. Über 56.000 Fans warten auf weitere Bekanntgaben. Es ist zu vermuten, dass die Möglichkeit, dem Event beizuwohnen, da einige Plätze für „das Internet“ aufgehoben wurden, die Followerschaft erhöht hat. Wer teilnehmen wollte, wurde gebeten, einige Fragen zu beantworten, sein LinkedIn-Profil zu verlinken sowie eine Begründung dafür zu geben, warum man an dem Event teilnehmen sollte. Für alle, die nicht teilnehmen können, wird das Event in einem Livestream zu verfolgen sein. Weitere Informationen, wo dieser geguckt werden kann, sollen noch auf der Website veröffentlicht werden.

Tatsächlich war der Tweet mit der Event-Ankündigung nicht der erste des Accounts. Zuvor war ein Artikel von Tim Urban von Wait But Why retweetet worden, in dem dieser nach einem Interview mit Elon Musk versucht zu erklären, was hinter Neuralink steckt.

Was macht Neuralink?

Musk sieht in seiner Technologie einen Fortschritt für den Fortbestand der Menschheit. © Wait But Why

Neuralink entstand aus dem Gedanken heraus, dass etwas gegen eine drohende AI-Supermacht unternommen werden müsste. Durch eine Verbindung des menschlichen Gehirns mit einem Computer könnte AI demokratisiert und die Macht gerecht unter allen aufgeteilt werden. Mittels Elektroden, die ins Gehirn implantiert werden, soll das Brain-Computer-Interface realisiert werden.

So I think if we can effectively merge with A.I. by improving the neural link between your cortex and your digital extension of yourself, which already, like I said, already exists, just has a bandwidth issue. And then effectively you become an AI-human symbiote,

erklärt Elon Musk seine Idee. Doch Neuralink setzt sich erstmal andere Ziele: Zunächst möchte das Unternehmen sich auf den medizinischen Bereich konzentrieren und mit der neuen Technologie bis 2021 ein Produkt auf den Markt bringen, das Patienten mit Schäden im Gehirn, beispielsweise nach einem Schlaganfall oder der Entfernung eines Krebsgeschwürs helfen soll. Außerhalb des Artikels von Tim Urban existieren so gut wie keine Informationen über Neuralinks weitere Ziele. Umso sehnsüchtiger warten Fans und Interessierte auf das Event heute Abend.

Vor diesen Herausforderungen steht das Unternehmen

Derzeit ist die größte Herausforderung, vor der Neuralink steht, das „bandwidth issue“, das Musk erwähnte. Auf heutigem Stand betrug die höchste Anzahl an Elektroden im menschlichen Gehirn einige hundert – diese können etwa 500 Neuronen auf einmal erfassen. Um mit der Technologie deutlich voranzukommen, so gab das Neuralink Team an, bräuchte es eine Messung von etwa einer Million gleichzeitig gemessener Neuronen. Nach derzeitigem Forschungsstand verdoppelt sich diese Anzahl alle 7,4 Jahre, was bedeutet, dass es noch bis Ende des Jahrhunderts brauchen könnte, bis die eine Million Neuronen messbar sind. Andere Hürden sind die Abneigung der meisten Menschen, etwas Künstliches in ihrem Körper, besonders ihrem Gehirn zu wissen. Auch der Platz, der in einem Schädel nun mal begrenzt ist, stellt noch ein Problem dar. Doch Tim Urban zeigt sich in seinem Artikel optimistisch: Noch vor einigen Jahrzehnten war es angesichts der raumgroßen Computer auch noch unvorstellbar, dass diese einst in unsere Hosentasche passen würden, heutzutage können wir uns ein Leben ohne unsere Smartphone-Computer nicht mehr vorstellen.

Die Befragten zeigten sich besorgt über Chips im Gehirn. © Pew Research Center

In Anbetracht der Unsicherheit, die um das Thema Super AI herrscht, ist Elon Musks Vorhaben gar nicht so unrealistisch. Er fürchtet nicht, dass eine AI selbst die Kontrolle übernimmt, sondern vielmehr, dass ein Diktator, ein Unternehmen oder eben nur eine kleine Gruppe ausgewählter Individuen die Kontrolle über die AI gewinnt. Um das zu verhindern, muss die Menschheit, seiner Meinung nach, „eins mit der AI werden“ :

And if that then is widespread, with anyone who wants it can have it, then we solve the control problem as well, we don’t have to worry about some evil dictator AI because we are the AI collectively. That seems like the best outcome I can think of.

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