Social Media Marketing

Fotos erst ab 20.000 Follower erlaubt: Selfie-Spot in Los Angeles von Security bewacht

In L.A. gibt es jetzt ein bewachtes Wandgemälde hinter einem Zelt, zu dem nur Influencer oder verifizierte User Zugang haben. Nun ist der Hintergrund der Aktion bekannt.

Zu diesem Selfie-Spot haben nur verifizierte User oder Influencer Zugang © Twitter

Ob das mit den Influencern langsam zu weit geht? Den Eindruck könnte man gewinnen, wenn man sich dieser Tage in Los Angeles herumtreibt. Hinter einer mit einer Art Zelt verdeckten Wand verbirgt sich ein Gemälde, zu dem Instagrammer ab 20.000 Followern erst Zutritt erlangen. Um das durchzusetzen, steht vor der mysteriösen Wand ein Mann von der Security. Nach langem Rästeln wurde nun bekannt, dass es sich dabei um die Promo für eine Reality Soap handelt.

Kein Zutritt für Normalos

Vice Redakteur Justin Caffier war der erste, der auf die von Securitys geschützte Wand auf Twitter aufmerksam machte. Er postete zwei Fotos, die ihn einmal posierend vor der Wand zeigten sowie von den Sicherheitsmaßnahmen, die dafür Sorge tragen, dass lediglich verifizierte oder Accounts ab 20.000 Followern Zutritt zum Gemälde erlangen.

Der Vice-Redakteur hat als Influencer Zugang zum Wandgemälde erhalten. Auf dem Schild vor dem Zelt wird auf den exklusiven Zutritt hingewiesen.

Auf dem Warnschild vor dem Zelt ist in kapitalen Lettern zu lesen:

PRIVATE MURAL

FOR VERIFIED INFLUENCERS AND PEOPLE WITH OVER 20,000 FOLLOWERS ONLY
WE APOLOGIZE FOR THE INCONVENIENCE.
SEE SECURITY STAFF FOR PROOF AND ACCESS

Wer oder was hinter diesem Stunt steckt, war mehrere Tage lang ein Rätsel. Schaut man sich die Social Accounts näher an, fällt schnell auf, dass diese selbst nicht einmal für ein Foto hinter ihre Wand dürften. Den Instagram Account scheint es am 26. Juni erst wenige Tage zu geben und er verzeichnet lediglich drei „Bilder“, von denen zwei schwarz sind. „Coming July 9th“ ist der einzige Hinweis, doch blieben die Hintergründe nebulös.

Auf Twitter bietet sich ein ähnliches Bild, wenn auch die Followerzahl mit knapp 2.500 weit höher ist. Und auf dieser Plattform halten die Urheber sich ebenfalls sehr bedeckt.

Der Twitter-Account der bisher unidentifizierten Urheber. (Klick auf Bild für höhere Auflösung)

Hintergrund des exklusiven Selfie Spots war tatsächlich die Promotion einer neuen Serie, Like & Subscribe, die demnächst auf dem US-Streamingdienst Go90 anläuft. Jack Wagner, Schauspieler und unter anderem Verantwortlicher für die Guerilla-Aktion, gab gegenüber Hollywood Reporter an, bei der Serie handele es sich um eine Satire über die seltsame Influencer-Instagram-Kultur: „It is a very strange phenomenon when you see all these people literally traveling to take a picture in front of these murals in L.A., so I thought, ‚what if there was a more exclusive, rare mural for people to Instagram? It could show a true level of status.‘ This mural really just showcases that you’re on a different echelon.“

Die Gemeinde rätselte, wer hinter der Aktion stand

Auf den Ursprung oder die Message dahinter gab es erst keine Hinweise, allerdings machte es gleich den Anschein, als würde sich eine Art Promotion oder ein Marketingstunt dahinter verbergen. Während manche User darauf hofften, dass es sich damit um eine Ankündigung auf eine neue Staffel Nathan for you auf Comedy Central von Nathan Fielder, einem kanadischen Comedian, handelt, der bereits 2014 mit Dumb Starbucks für jede Menge Aufmerksamkeit gesorgt hatte, haben andere darin Parallelen zur Netflix-Serie Black Mirror erkannt.

Dass es sich um Satire handeln könnte, darauf lässt zumindest der erste Tweet des Accounts am 25. Juni schließen, den man irgendwie nicht ganz ernst nehmen kann.

Digg hat auch Taylor Lorenz und Julia Alexander, Betreiber des Podcasts Like & Subscribe, um ein Statement gebeten, doch gaben diese an, damit nicht in Verbindung zu stehen. Jedoch weist die Aktion laut Lorenz auf die zunehmend kranke Kultur des Influencer Marketings hin:

I actually think this is hilarious and just such a perfect encapsulation of everything that’s wrong with today’s influencer culture. Influencers are already getting upgraded at hotels, free meals at restaurants, subsidized apartments in luxury buildings, why wouldn’t they get their own exclusive Instagram Playgrounds?

Twitter User Nick Robinson glaubte kurz das Geheimnis gelöst haben. Denn auf den Profilbildern auf den Social Networks meint er Musiker Dillon Francis aus L.A. zu erkennen. Er war der Ansicht, die Aktion könnte die Promo für eine neue Single sein. Doch auch er lag falsch.

Und trotzdem sollte er zumindest in einer Hinsicht Recht behalten: Francis spielt in Like & Subscribe die Rolle des Supermanagers der Influencer.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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