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Local SEO in Zeiten der Sprachsuche – 4 Maßnahmen für deinen Offline-Store

Die Sprachsuche krempelt das Offline-Geschäft um und neue Suchwerkzeuge erfordern neue Strategien. Wie dein Business von intelligenter Suche profitiert.

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Die Suche wird immer intelligenter. Grund dafür sind neue Suchwerkzeuge wie Siri, Alexa und Google Assistant. Sie analysieren, welche Absicht hinter einer Suchanfrage steckt und helfen Nutzern so dabei, die Welt um sich herum noch besser zu entdecken. Sprachgesteuerte und mobile Anfragen haben die klassische Suche auf dem Desktop-PC schon lange überholt. Diesem neuen Zeitalter intelligenter Analyse müssen sich jetzt besonders Unternehmen im stationären Handel anpassen, um auch zukünftig in Suchergebnissen zu erscheinen und neue Kunden zu gewinnen.

1. Unternehmensinformationen müssen korrekt sein – überall

Suchergebnisse umfassen heute mehr als lediglich zehn blaue Links auf einer Seite. Schließlich wünschen wir uns intelligente und konkrete Antworten auf unsere Suchanfragen. Moderne Suchmaschinen und digitale persönliche Assistenten wissen, wonach Benutzer suchen und beantworten ihre Fragen direkt. Diese intelligenten Dienste interpretieren den Kontext und können die Absicht hinter einer Anfrage erkennen, wenn nach dem „Wer?“, „Was?“ und – am häufigsten – nach dem „Wo?“ gefragt wird. Besonders stationäre Geschäfte müssen daher die Daten so bereitstellen, dass die eigene Filiale  gefunden wird, wenn jemand beispielsweise fragt: “Wo gibt es in der Nähe leckeren Cappuchino?”.

Unternehmen müssen präzise, korrekte und vor allem einheitliche Informationen bereitstellen. Und zwar auf allen Kanälen, wie Google My Business, Yelp, Gelbe Seiten, Navigationssystemen und so weiter. Natürlich sollten diese Informationen auch auf der eigenen Webseite aktuell und korrekt vorhanden sein. Hier geht es um weit mehr als Adresse und Öffnungszeiten. Es geht um sämtliche Attribute, die ein Geschäft beschreiben. Wie zum Beispiel glutenfreie Kost, barrierefreier Zugang oder dass Hunde erlaubt sind.

Erschwerend kommt dazu, dass die Menschen Einfluss auf die Unternehmensdaten bei Diensten wie Google oder Yelp nehmen können. Wer vor einem verschlossenen Ladengeschäft steht, kann beispielsweise bei Google mit „Änderungen vornehmen“ Einfluss auf die Einträge nehmen. Idealerweise sollten Unternehmen die Autoritätsquelle der eigenen Daten sein und die Kontrolle darüber haben, was von Usern geändert werden kann und was nicht. Wer also seine Daten einheitlich über alle relevanten Kanäle aktualisiert hat, muss im Blick behalten, wann ein User diese ändert und gegebenenfalls korrigieren.

2. Strategien für die sprachgesteuerte Suche müssen jetzt entwickelt werden

Die sprachgesteuerte Suche macht die organische Suche wesentlich kompetitiver. Digitale persönliche Assistenten wie Siri, Cortana, Amazon Echo und Google Assistant revolutionieren die Art und Weise, wie Verbraucher mit Suchtechnologie interagieren. Nutzer neigen dazu, ihre Suchanfragen anders zu formulieren, wenn sie die sprachgesteuerte Suche verwenden. Sie stellen komplette Fragen anstatt einzelner Keywords. Zum Beispiel: „Wo kann ich einen koffeinfreien Kaffee trinken?“, „Wo kann ich einen Geländewagen mieten?“ oder „Wo kann ich Äpfel aus Deutschland kaufen?“ Außerdem stellen sie viel mehr Kontext zur Verfügung, womit die Absicht hinter einer Suchanfrage deutlicher wird.

Wichtig ist zudem: Wenn Benutzer eine sprachgesteuerte Suche durchführen, erhalten sie nur eine Antwort. Es reicht also nicht mehr aus, auf dem zweiten Platz im Suchmaschinen-Ranking zu landen. Aus diesem Grund verschärft sich der Kampf um die Poleposition – und dafür werden korrekte sowie einheitliche Standortdaten immer wichtiger.

3. Informationen müssen für die lokale Suche optimiert werden

Im vergangenen Jahr hat die intelligente Standortsuche einen Anstieg von 146 Prozent verzeichnet. Heute werden bei der Hälfte aller mobilen Suchanfragen automatisch standortspezifische Navigationsergebnisse angezeigt. Diese Ergebnisse verdeutlichen den entscheidenden Wandel der Interaktion zwischen Suchmaschinen – und demzufolge auch Konsumenten – und Unternehmensinformationen. Während die Grenzen zwischen der Online- und Offline-Welt immer mehr verschwimmen, ist vor allem eine Sache klar: Konsumenten wünschen sich vollständige und korrekte Informationen zu ihren Suchanfragen. Laut Google besuchen 76 Prozent aller Verbraucher, die mit ihren Smartphones eine „In meiner Nähe“-Suche durchführen, innerhalb von 24 Stunden ein entsprechendes Geschäft. 28 Prozent davon können in tatsächliche Käufer umgewandelt werden. Da Konsumenten Läden und Filialen auf immer neue Art und Weise entdecken, ist der Einsatz der Standortsuche entscheidend, um als Unternehmen in der heutigen digitalen Welt mithalten zu können. Ansonsten kann es passieren, dass man den Anschluss verliert.

Wie kann man also Informationen so aufbereiten, dass sie in der lokalen Suche eine Top-Position einnehmen? Zunächst müssen alle Daten auf allen Diensten, die von Suchmaschinen und digitalen Assistenten in Betracht gezogen werden, einheitlich sein. Wenn in allen Diensten ein Restaurant vegane Speisen aufweist, erhöht das die Relevanz gegenüber anderen Lokalen, die beispielsweise nur auf Yelp solche Speisen anbieten, aber nicht auf Gelbe Seiten und Google My Business. Zweitens sollten alle Daten aktuell sein. Nichts ist frustrierender für einen User, als wenn er einen Juwelier um die Ecke sucht, auf Google Maps ein Ergebnis bekommt, dort aber vor verschlossener Tür steht, da es den Laden seit einem halben Jahr nicht mehr gibt. Wer also nach einem Ring sucht, wird von Suchmaschinen Ergebnisse bekommen, die einheitlich und möglichst aktuell sind. Drittens muss ein Unternehmen seine Bekanntheit unter Beweis stellen. Dabei gewinnen Kundenbewertungen zunehmend an Bedeutung.

4. Reviews müssen proaktiv gemanagt werden

Bewertungen, die schon immer ein Kriterium für die Kaufentscheidung von Konsumenten waren, beeinflussen jetzt auch die organischen Suchergebnisse. Im vergangenen Jahr hat Google  bedeutende Änderungen an seinem Suchalgorithmus zugunsten der mobilen und lokalen Ergebnisse vorgenommen. Der Suchmaschinen-Gigant erklärte dazu, dass der Algorithmus von nun an lokale Ergebnisse priorisiere und diese hauptsächlich nach Relevanz, Entfernung und Bekanntheit gewichte. Um letztere einzuschätzen, sind Reviews dabei für Google und andere Suchmaschinen ein wichtiger Aspekt.

Mit mehr Online-Kundenstimmen können Unternehmen nicht nur die Meinungen potenzieller Kunden über ihr Geschäft beeinflussen, sondern auch dafür sorgen, dass Ladenlokale oder Filialen schneller gefunden werden.

Fazit

Der Weg von der Suchergebnisseite bis zum Ladengeschäft ist manchmal noch ziemlich steinig. Der Verbraucher bewegt sich auf ungewissem Terrain, auf ihn warten Hindernisse und Umwege. Und häufig wird das gesuchte Geschäft oder Produkt gar nicht erst in den Ergebnissen angezeigt. Unternehmen müssen auf allen Kanälen  präsent sein, wo die Leute nach entsprechenden Produkten und Services suchen. Dabei reicht es natürlich nicht aus, einfach nur vertreten zu sein. Unternehmen müssen sicherstellen,  dass ihre Informationen am richtigen Ort und zum richtigen Zeitpunkt angezeigt werden. Details müssen zudem korrekt sein, hervorstechen und ein positives Markenerlebnis erzeugen.

Über Michael Hartwig

yext.de

Michael Hartwig ist Managing Partner für Zentraleuropa bei Yext, dem weltweit führenden Anbieter für Knowledge-Management. Zusammen mit seinem Team hilft Hartwig Unternehmen jeder Größe, ihre Standortdaten über ihre Webseiten, mobilen Apps, internen Systeme sowie den größten Branchen-Ökosystemen von Karten, Apps, sozialen Netzwerken und Suchmaschinen zu managen, darunter Google, Apple, Facebook, Bing, Yahoo und Yelp. Hartwig bringt mehr als 15 Jahre Erfahrung aus Vertrieb, Marketing und Technologie mit und leitete zuletzt bei Doubleclick als Director DACH & CEE den Adtech Geschäftsbereich von Google für insgesamt 31 Länder. Zuvor war er CEO bei einer der größten unabhängigen deutschen Performance Agentur eprofessional. Seinen Background als Brand Marketer hatte er in Führungspositionen bei Zanox, Opel, Ebay und BMW unter Beweis gestellt.

Ein Gedanke zu „Local SEO in Zeiten der Sprachsuche – 4 Maßnahmen für deinen Offline-Store

  1. Reini

    Das ist jetzt der dritte Artikel in Folge, den ich lese und der mir klarmacht, dass es in Zukunft keine Nummer zwei mehr bei Google geben wird.
    Die anderen beiden haben sich um featured Snippets und direkte Antworten gedreht. Es geht also klar in die Richtung, dass es nur noch eine Website je Frage gibt, die Traffic von Google bekommen wird. Die üblichen Schwankungen in der SERPs werden also dazu führen, dass der Traffic dramatisch in den Keller geht, wenn man Platz 1 verliert.
    Wahrscheinlich muss man jetzt schon anfangen kleine „Nischenfragen“, oder spezielle Formulierungen in den Fokus zu rücken und neben Keywordoptimierung versuchen seine Texte als Antwort auf genau diese Fragen zu gestalten.

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