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Die Leser anhaken: Wie du die Aufmerksamkeit mit Zwischenüberschriften erhöhst

Nach dem Klick ist vor dem Anhaken: Der geneigte Leser von heute hat die Aufmerksamkeitsspanne eines Eichhörnchens. Du kannst ihn trotzdem dazu bewegen, deine Texte zu Ende zu lesen.

© Flickr / Garrett Charles, CC BY-SA 2.0

Das Lesen langer Blogposts und Artikel kann für jeden Leser zur Herausforderung werden, wenn außer dem Fließtext nicht viel Auflockerndes vorkommt. Aus diesem Grund setzen viele Autoren auf Zwischen-Headlines, die den Interessierten kurz vor dem Abschweifen wieder ins Diesseits holen.

Zwischenüberschriften: Den Leser auch während des Lesens weiter animieren

Zwischen-Headlines sind die kleinen Brüder der Headline. Wie wir alle wissen, entscheidet die Überschrift in erster Instanz über Erfolg oder Misserfolg eines Artikels. Und weil die Aufmerksamkeit von Usern inzwischen nachweislich kürzer ist als die eines Goldfisches, nämlich ganze acht Sekunden, ist es sinnvoll darüber nachzudenken, mit Zwischen-Headlines zu arbeiten, die den leicht ablenkbaren Nutzer kurzfristig wieder anhaken. Pamela Wilson hat dafür in ihrem Artikel auf Copyblogger den Begriff RADD eingeführt, der für Reader Attention Deficit Disorder steht. Betroffene weisen oft die folgenden Symptome auf:

  • Unfähigkeit, mehr als eine ganze Seite zu lesen ohne den Zwang zu verspüren, schnell mal etwas auf einem mobilen Gerät nachzuschauen.
  • Extreme Unruhe, wenn mehrere Seiten eines Textes auf einmal gelesen werden müssen.
  • Abneigung gegenüber Texten, die länger als 500 Wörter sind.

Wilson glaubt, dass RADD das Resultat vom häufigen Lesen auf Displays ist. Auch wenn die Krankheit ausgedacht ist, kommen die Symptome Vielen sicher bekannt vor.

Helfende Wegweiser auf dem Weg zum Ziel

Im Idelfall führt der Artikel den Leser durch eine spannende Geschichte und hält am Schluss eine Erkenntnis für ihn bereit. Zwischen-Headlines führen den Leser durch den Artikel, teasern die nächsten thematischen Abschnitte an und lockern den gesamten Text auf diese Weise auf. Sie sind die Wegweiser, an denen wir uns auf einer Journey orientieren können und die uns bei der Stange halten. Zwischenheadlines sind das Salz in der Suppe und es soll sogar User geben, die sich einen Text überhaupt nicht mehr durchlesen, wenn dieser keine Zwischenüberschriften hat.

Zwischenüberschriften verfolgen aber noch mehr Ziele als das bloße Anhaken von Lesern, deren Aufmerksamkeit zu schwinden droht:

#1 Oberflächliche, sprunghafte Leser werden zum Weiterlesen animiert

User, die unter RADD leiden, sind dankbar für jede Zwischenheadline, die ihnen die Entscheidung erleichtert weiterzulesen oder ihre wertvolle Aufmerksamkeit lieber in etwas anderes zu investieren. Von daher solltest du mit den paar Worten voll ins Schwarze treffen. Vermeide es dabei zwingend, unspezifisch zu sein:

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Die besseren Headlines sind spezifisch und teasern eine Problemlösung an.

#2 Zwischenüberschriften verkaufen deinen Text

Dein Publikum ist beim Lesen verschiedensten Ablenkungen ausgesetzt. Blinkende Banner Ads, vorgeschlagene Artikel, Benachrichtigungen – heutzutage fällt es dem Leser nicht leicht, sich länger zu konzentrieren. Er muss sich bei all der Ablenkung zwingen, am Ball zu bleiben. Zwischenheadlines sind wie kleine Werbeanzeigen, die deinen Text verkaufen und zum Weiterlesen animieren.

Die folgenden drei Punkte machen eine gute Zwischenheadline aus:

  • sie stellt den Mehrwert jeden Abschnittes knackig heraus
  • sie ist wohlüberlegt, erfüllt einen Zweck und ist nicht einfach als Lückenfüller eingesetzt
  • sie fokussiert den Leser auf die folgenden Informationen

#3 Eine gute Zwischenheadline animiert sogar Nichtleser zum Teilen

Egal wie viel Mühe du dir gibst deinen Text gut lesbar zu schreiben, auflockernde Bilder einzufügen und mit verlockenden Zwischenüberschriften zum Weiterlesen bewegst, du kannst sie nicht alle abfischen. Es gibt aussichtlose RADD-Fälle – machen wir uns nichts vor. Wenn deine Zwischenheads aber eine solche Aussagekraft besitzen, dass sie die wichtigsten Informationen in einem Satz wiedergeben und trotzdem nur teasern, regen sie auch den faulsten Leser zum Teilen an.

Ein Schlüsselelement ist hier der Aufbau einer wertvollen Informationsquelle. Vertraut der Leser dir und deiner Expertise, ist deine Plattform eine Ressource für tiefes Wissen, Problemlösungen und Content mit hohem Mehrwert, so wird er deine Inhalte auch teilen, wenn er nur die Zwischenheads gelesen hat.

Wenn du deinen Text fertig und die Zwischenüberschriften eingefügt hast, gehe jede einzelne nochmals durch und frag dich durch die Leserbrille, ob der angeteaserte Content nützlich ist. Ist das nicht der Fall, solltest du sie so lange ändern, bis sie auf den Punkt bringt, was den Leser erwartet.

Die kleine Überschrift: eine große Anzeige

Überschrift und Titelbild sind maßgeblich entscheidend für die Klickbarkeit eines Artikels. Um den leicht ablenkbaren Leser aber auf der Seite zu halten und sein Interesse zu stärken, fungieren Zwischenheadlines als kleine Werbeanzeigen für den Text. Können die Zwischenüberschriften Interesse wecken und sind knackig formuliert, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die aufmerksamkeitsschwachen Leser von heute den Text auch zu Ende lesen. Und selbst wenn sie ihn gar nicht lesen, können die kleinen Überschriften dafür sorgen, dass er den Text trotzdem als wertvoll erachtet und ihn daher teilt.

Quelle: Copyblogger

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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