Social Media Marketing

Konkurrenz für Tinder? Facebook stellt Dating Service vor

Facebook wird den hauseigenen Dating Service demnächst in den USA starten. Doch ob dieser vielversprechend ist?

© Huy Phan - Unsplash, Facebook

In Kürze wird Facebook nun auch in den USA einen Dating Service starten, nach Berichterstattung von Reuters. Dieser ist nicht verpflichtend, nur für Nutzer ab 18 Jahren und mit Instagram kompatibel. Verwender des Services können hierbei bis zu neun Secret Crushs taggen und wenn der getaggte Schwarm diesen erwidert, erfolgt eine Benachrichtigung zur aufblühenden Romanze. Derartige Angaben werden allerdings nicht für andere Nutzer sichtbar sein. Doch wie sinnvoll ist ein solcher Service tatsächlich?

Anhand bisheriger User

Nach dem Stand von 2018 sind insgesamt 200 Millionen Nutzer auf Facebook als Single eingetragen. Dass ein Bruchteil dieser den Dating Service für sich entdecken könnte, scheint naheliegend. Ob letztendlich eine ernsthafte Konkurrenz zu Tinder aufgebaut werden kann, ist fragwürdig, denn das führende Unternehmen in diesem Areal, Match Group, welches auch hinter Tinder steht, verbucht täglich etwa 50 Millionen aktive Nutzer. Das scheint wenig, doch baut das Geschäftsmodell einer Dating App prinzipiell darauf auf Nutzer wieder zu verlieren, sobald diese eine Beziehung eingehen. Insgesamt ein Viertel der Facebook Singles müsste dementsprechend den Dating Service nutzen, um mit Match Group on par zu sein – und das ist ein wahrlich hochgestecktes Ziel. Dass Instagram zugleich mit Tinder kooperiert, insofern, dass Nutzer dort ihr Profil verlinken, worauf andere Tinder-Nutzer sich die geposteten Bilder ansehen können, könnte sich ebenfalls als hinderlich für den Facebook Dating Service erweisen.

Bisherige Tests und Probleme

Der Service selbst soll 2020 weltweit veröffentlicht werden. In Thailand, Kanada, Argentinien und weiteren Ländern wurden bereits erste Tests durchgeführt. Facebook verweist explizit darauf, dass Nutzer den Service auf eigene Gefahr anwenden, denn es werden keine Hintergründe überprüft und somit würden auch Sexualtäter als solche ungekennzeichnet bleiben. Der Dating Service bietet der Plattform neue Möglichkeiten zum Gewinn von Daten, welcher im Verlauf der Jahre schon aktiv Skandale schürte. Dass Facebook weitere Kontroversen in dieser Form vermeiden möchte, ist selbstverständlich nachvollziehbar, zumal auch die Daten von Nutzern nachvollzogen werden würden, die keine Sexualstraftäter sind. Dennoch wäre Facebooks gewöhnlicher Umgang mit Daten in solch einem Szenario eventuell tatsächlich sinnvoll. Allerdings muss man natürlich insofern relativieren, dass das Internet ein Ort der Anonymität ist und ein Jeder, der aktiv in diesem zu finden ist, stets eine gewisse Vorsicht aufrecht halten muss, gegenüber fremden Nutzern und ebenfalls nur bereits existierende Freunde und Follower, nicht etwa Wildfremde, als Secret Crush getaggt werden können.

Ob Facebooks Dating Service sich etablieren können wird, ist bisher noch fraglich, zumal auch noch keine wirklichen Zwischenergebnisse vorliegen. Für aktive Facebook-Nutzer, welche weiterhin auf der Suche nach ihrer großen Liebe sind oder vielleicht einfach nur Schwierigkeiten haben Leute auf romantischer Ebene anzusprechen, die man bereits kennt, liegt hierin eventuell eine gute Möglichkeit, seinen eigenen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Wie gesagt wird die neueste Facebook-Funktion 2020 auch in Europa starten, doch bis es soweit ist, lassen sich nur schwer Prognosen zum Erfolg des neuen Dating Services tätigen. Wichtig zu erwähnen ist, dass das Dating Profil jederzeit gelöscht werden kann und die eigenen Dating-Aktivitäten nicht öffentlich im Profil geteilt werden. Die Nutzer kontrollieren selbst, wer was sehen kann. Facebook plant die Daten zum Dating streng vertraulich zu behandeln und Usern zu ermöglichen, über alles in diesem Belangen selbst zu bestimmen.

Über Toni Gau

Toni Gau

Toni Gau ist freischaffender Blogger, wobei sein Augenmerk auf Popkultur, Literatur und Storytelling liegt, mit eigens geschriebenen Geschichten zwischendrin. Nach dazugehörigem Studium setzt er hier nun seine Arbeit fort und schreibt seit März 2019 für OnlineMarketing.de

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