Marketing Strategie

IKEA geht in die Offensive: Käufe bald auch via App möglich

IKEA plant die Einführung einer neuen App, in der Kunden künftig auch einkaufen können, ohne wie bisher auf die Website umgeleitet zu werden.

© IKEA

Bisher mussten kaufwillige IKEA-Shopper sich in das Getümmel eines der großen Stores werfen oder auf der Internetseite nach ihrem neuen Möbelstück suchen. Das soll sich jetzt ändern. Das IKEA-App-Erlebnis bot bislang lediglich das Planen der Räumlichkeiten in der App, nicht aber das tatsächliche Kaufen der Einrichtungsgegenstände. Hierfür wurden Nutzer auf die Website des Einrichtungshauses weitergeleitet. Doch jetzt startet IKEA eine Offensive und will bis Ende des Jahres eine neue App zur Verfügung stellen, in der Gucken und Kaufen gleichermaßen einen Platz haben, wie Reuters berichtete.

Bald ist ein Einkaufen innerhalb der App möglich

Die riesigen IKEA-Filialen, die meist etwas außerhalb der Städte zu finden sind, sind für viele zwar den Ausflug wert, für nur wenige Teile lohnt sich dies aber nur selten. Da scheint es längst überfällig, die Produkte online zu verkaufen – und zwar nicht nur über die eigene Website. Wie Vorstandschef Jesper Brodin am Montag in einem Interview mit der FAZ bekanntgab, wird dies aber auch in Zukunft nicht über einen Online-Marktplatz wie Amazon geschehen. Dort würden nur die Preise steigen, so Brodin und IKEA sei jetzt schon gut aufgestellt in Deutschland.

Wir wollen eine langfristige Beziehung mit unseren Kunden haben und das über unsere eigene Plattform,

sagte Brodin. Da ist der Ausbau der App der nächste logische Schritt – vor allem auch, um sich gegen Konkurrenten wie Made.com, die überwiegend auf den Online-Handel fokussiert sind, behaupten zu können. Bald wird das Kaufen innerhalb der App in Frankreich und den Niederlanden zur Verfügung stehen. Bis Ende des Jahres plant IKEA das Online Shopping-Erlebnis für die acht größten Märkte (darunter auch Deutschland) auszurollen.

Verschwinden die großen Filialen?

Die beliebten Möbelhäuser sollen von der Online-Offensive nicht groß betroffen sein. Eventuell wird einiges von der Fläche umfunktioniert, um das – vom Unternehmen erhoffte – Mehr an Online-Bestellungen zu packen und managen, doch dafür sind mehrere kleine Filialen in den Städten geplant. Diese sollen die „Kleinigkeiten-Einkäufe“ auffangen und einfacher gestalten. Auch dabei kann die App helfen, denn kleine Stores führen nicht das ganze Sortiment. Kunden könnten einige Produkte vor Ort begutachten und die nicht vorrätigen einfach über die App nach Hause bestellen. All das zeigt IKEAs Richtungswechsel, um nicht nur das Ziel beim geplanten Ausflug für den Großeinkauf zu sein, sondern präsenter und zugänglicher für die Kunden zu werden.

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