Künstliche Intelligenz

Googles KI soll Erdbeben prognostizieren: Durchbruch in der Seismologie?

Besonders Nachbeben sollen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz vorausgesagt werden. Doch bisher ist das Modell noch zu ungenau und unverlässlich.

© Ian Keefe - Unsplash

Künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch und die Tech-Riesen der Welt haben dies längst bemerkt und reagiert. Inzwischen wird KI aber nicht mehr nur für die hauseigenen Produkte angewandt. Über die TensorFlow-Plattform findet der von Google entwickelte Algorithmus Verwendung in Bereichen wie Naturschutz und Medizin. Doch nun wagt sich der Konzern einen Schritt weiter und stellt sich der Unberechenbarkeit der Natur: Mit Googles KI sollen Erdbeben analysiert und Nachbeben prognostiziert werden.

Ist Google den erfahrenen Seismologen voraus?

Erdbeben sind eine wahre Laune der Natur und selbst gestandene Seismologen können sie nicht immer genau voraussagen. Und wenn doch, ist es meist schon zu spät. Besonders schlimm wird es, wenn Nachbeben die betroffene Region erneut belasten und für noch mehr Schaden sorgen. Doch genau darauf zielt Google mit seiner KI jetzt ab. Der Algorithmus wurde mit Daten der 118 größten Erdbeben weltweit und deren Folgebeben gefüttert. Im Fokus stand dabei vor allem der Ort des Auftretens. So erklärt Google im eigenen Blog:

Although the timing and size of aftershocks has been understood and explained […] , forecasting the locations of these events has proven more challenging.

Anhand dessen soll die KI nun Muster und Prognosen erstellen, die vielleicht in Zukunft Schlimmeres verhindern. Angeblich sei Google damit den bisherigen Technologien der Seismologen einen Schritt voraus. Trotzdem bleibt das System aber noch zu ungenau und unverlässlich.

Probleme mit KI-basierten Erdbebenprognosen

Ungenauigkeiten mit Googles Modell können vor allem deshalb auftreten, weil der Datensatz mit 118 Erdbeben viel zu klein ist. Dass daraus Erkenntnisse gewonnen werden können, die erfahrenen Seismologen noch nicht bekannt sind, ist unwahrscheinlich. Hinzu kommt, dass die Natur schlichtweg schwer zu berechnen ist. Sie überrascht uns immer wieder, sei es auf angenehme oder schreckliche Weise. Die Plattenverschiebungen der Erde, die Erdbeben auslösen, unterscheiden sich je nach Region und lassen sich nur schwer einem Muster zuordnen. Doch insgesamt verfolgt das Ganze einen guten Zweck, nämlich Menschenleben retten. Von daher bleibt zu hoffen, dass vielleicht in enger Zusammenarbeit mit erfolgreichen Seismologen irgendwann ein System entsteht, welches wirklich dazu in der Lage ist, Nachbeben oder Hauptbeben mit genügend Zeit zur Evakuierung vorauszusagen. 

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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