Technologie

Google: Gibt es bald eine Quantencomputer-Plattform für Unternehmen?

Google will dieses Jahr einen „nobelpreiswürdigen“ Quantencomputer präsentieren. Eine kommerzielle Plattform könnte Unternehmen viele Möglichkeiten eröffnen.

© Google

Wie der Spiegel berichtete, möchte Google noch in diesem Jahr eine eigene Quantencomputer-Plattform starten. Damit tritt der Konzern in Albert Einsteins Fußstapfen und in direkte Konkurrenz zu Microsoft und IBM, die ihrerseits Forschungen zu Quantentechnologie fördern. Wie es jetzt scheint, könnte Google jedoch tatsächlich als Erstes durchs Ziel schreiten und bald das „nobelpreiswürdige Resultat“ der Bemühungen präsentieren können.

Quantentechnologie wird für KI und Machine Learning relevant

Das „Quantum Artificial Intelligence Laboratory“ im Silicon Valley wird von Hartmut Neven geleitet. Es ist eine Initiative der NASA, der Universities Space Research Association und Google. Seit 2013 beschäftigen sich die Mitarbeiter dort mit Quantentechnologie, die deutlich mehr Daten auf einmal verarbeitet als herkömmliche Computertechnologie und somit insbesondere für Machine Learning und KI relevant werden kann. „Gerade die traditionelle Industrie wird besonders von Quantenanwendungen profitieren“, sagt Neven. Ob Maschinenbauer, Autokonzern oder Chemiefabrikanten: Die Möglichkeiten, die eine kommerzielle Quantentechnologie-Plattform bieten würde, könnten die Industrie weit nach vorne bringen. Die „Google Quantum Cloud“ kann so dabei helfen, beispielsweise Batterien und Solarzellen einfacher und schneller herzustellen. Dazu Neven:

Wir sind bald acht Milliarden Menschen, aber wir haben nicht die technologischen Grundlagen, um acht Milliarden Menschen einen westlichen Lebensstil zu ermöglichen ohne enorme ökologische Schäden zu verursachen.

Google stellt sich eine Aufgabe

Da in der Quantentechnologie nicht nur abwechselnd Einsen und Nullen verarbeitet werden, sondern auch beide gleichzeitig, kann eine deutlich größere Menge an Daten in einem kürzeren Zeitraum prozessiert werden. Um das zu verdeutlichen, möchte Google im Laufe dieses Jahres ein Experiment starten. Der entwickelte Quantenprozessor soll eine Rechenaufgabe in Sekunden lösen, für die andere Supercomputer eine Woche brauchen und damit die Leistung des Prozessors verdeutlichen, die für die meisten noch nicht richtig greifbar ist. Seit einiger Zeit verlangsamt sich die Entwicklung in der Prozessorenherstellung. Das mooresche Gesetz (das besagt, dass sich die Anzahl, und damit die Leistungsfähigkeit, der Transistoren in integrierten Schaltkreisen in etwa alle zwei Jahre bei geringeren Kosten verdoppelt) wird bald nicht mehr zutreffen, weil die Grenzen des physikalisch Möglichen erreicht sein werden. Daher sind Ansätze wie die Quantentechnologie vielversprechende Wege, die die Digitalwirtschaft nachhaltig verändern können.

Über Aniko Milz

Aniko Milz

Aniko hat Digitale Medien an der Leuphana Universität studiert und ist Anfang 2019 als Redakteurin bei OnlineMarketing.de.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.