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Facebook: Mit Aktien zum Höchstpreis an die Börse

Facebook geht heute Abend um 17:00 deutscher Zeit an die Börse und wird seine Wertpapiere für den Höchstpreis verkaufen.

Facebooks Börsengang

Facebooks Börsengang

Facebook geht heute wie geplant an die Börse und hat alle wichtigen Vorbereitungen, wie beispielsweise die Suche nach Investoren, abgeschlossen. Gestern reichte Zuckerberg noch schnell die letzten Unterlagen bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC ein. Darin enthalten sind auch die Unterlagen in Bezug auf den bevorstehenden Ausgabepreis der Facebook-Aktie. Wie das Wallstreet Journal berichtet, sollen die Aktien nun endgültig für 38 € pro Stück ausgegeben werden. Damit sind sämtliche Spekulationen aus der Vergangenheit nichtig und Facebook reizt die zuvor genannten Preisspannen bis zum äußersten aus. In Deutschland werden die Aktien erstmals um 17:00 Uhr deutscher Zeit an der US-Technologiebörse Nasdaq gehandelt. Facebook hatte erst am vergangenen Mittwoch veröffentlicht, dass die ursprünglich geplante Ausgabe von 337,4 Millionen Aktien auf 421,4 Millionen Wertpapiere erhöht werden. Mit einem Unternehmenswert von insgesamt 104 Milliarden Dollar, ist das soziale Netzwerk Facebook so wertvoll, wie kein anderer Börsenneuling es zuvor jemals war. Nach dem das Kreditkartenunternehmen Visa im Jahre 2010 mit insgesamt 19,65 Milliarden Dollar an die Börse ging, hätte Facebook mit geschätzten 18,4 Milliarden eingespielten Dollar den zweitgrößten IPO eines US-Unternehmens – vorausgesetzt, die Konsortialbanken ziehen die bei IPOs sonst auch übliche Mehrzuteilungsoption. Damit wären Zuckerberg & Co. weltweit auf Platz 4.

Pro und Contra

Doch neben der ganzen Euphorie wirft der Börsengang von Facebook auch einige Fragen auf. Dass neben vielen Privatanlegern und anderen Investoren auch die Altaktionäre Kasse machen wollen, werten Skeptiker als eindeutiges Signal. Normalerweise sei die Investition von Altaktionären in ein nicht unbedingt als günstig zu bezeichnendes Wertpapier, ein eindeutiges Indiz dafür, dass diese nicht an nachhaltig steigende Aktienkurse glauben. Oftmals investieren Altaktionäre nur, um aus dem sonst eher kurzen Hype ein wenig Profit mitzunehmen. Ein weiterer negativer Punkt für Facebook ist die Relation vom Aktienkurs zum Umsatz, denn dieser ist alles andere als günstig. 2011 konnte Facebook einen Gesamterlös von 3,7 Milliarden Dollar erzielen. Im Vergleich zum letzten Quartal 2011 und dem ersten Quartal dieses Jahres sank der Umsatz um 6 % auf 1,06 Milliarden Dollar. Hinzu kommt, dass sich der Nettogewinn des Unternehmens noch schlechter entwickelte, denn dieser sank zur gleichen Zeit um satte 32 Prozent und somit auf 205 Millionen Dollar. Die Optimisten dagegen glauben fest an einen langfristigen Erfolg von Facebook an der Börse. Den Kritikern halten sie vor allem immer wieder die rund 900 Millionen Facebook-User vor Augen, die ein immenses Potenzial für die Zukunft schaffen. Unklar ist auch, was Facebook noch alles im zukunftsweisenden Mobile-Segment noch alles so plant und umsetzt. Sollten die Facebook Werbeanzeigen zukünftig weiter optimiert werden, sehen Facebook-Optimisten auch hier einen Pluspunkt für das soziale Netzwerk.

Eigentlich sollte man nun erst einmal abwarten, wie sich der Start an der Börse für Facebook gestaltet und entwickelt. Trotzdem erinnern der ganze Hype, die vielen Spekulationen und die negativen und positiven Aspekte doch sehr an den Börsengang von Google im Jahr 2004. Hier schoss der Aktienkurs bereits am ersten Handelstag von 85 Dollar auf zeitweise mehr als 100 Dollar nach oben. Mittlerweile zahlt man für eine Google Aktie rund 635 Dollar. Die Google Geschichte könnte sich mit dem Börsengang von Facebook durchaus wiederholen, denn einige willige Anleger sind bei der Zeichnung der Facebook Aktie leer ausgegangen und werden höchstwahrscheinlich am ersten offiziellen Handelstag zuschlagen. Das wiederum könnte zur Folge haben, dass der Aktienkurs dadurch massiv in die Höhe getrieben wird. Ob Facebook auf lange Sicht gesehen mit dem Internetriesen Google wirklich Schritt halten kann, bleibt aber vorerst abzuwarten.

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