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Wie Facebooks Künstliche Intelligenz ab jetzt Selbstmorde verhindern soll

Kann Künstliche Intelligenz Leben retten? Facebook will zukünftig das Userverhalten auf der Plattform analysieren und bei Selbstmordgefahr einschreiten.

© Stefano Pollio - Unsplash

Facebook gibt den Launch eines Frühwarnsystems für Selbstmordversuche bekannt. Künstliche Intelligenz soll anhand des Verhaltens der User auf der Plattform erkennen, wann Hilfe notwendig ist und die entsprechenden Schritte einleiten.

Facebooks Künstliche Intelligenz erkennt Selbstmordversuche und alarmiert Helfer

Bei all der Angst vor Künstlicher Intelligenz, die heutzutage vorherrscht, möchte Mark Zuckerberg ein Paradebeispiel für gute Einsatzgebiete der Technologie geben. In einem Post erklärt der Firmengründer, wie AI künftig dabei helfen soll, Selbstmorde zu verhindern.

So wird Künstliche Intelligenz ab jetzt selbstmordgefährdetes Verhalten der Nutzer des Sozialen Netzwerks erkennen, die alarmierenden Parts mitsamt der Handlungsempfehlungen an Facebook Moderatoren weiterleiten, die dann gezielt Familie, Freunde oder Ersthelfer informieren. Der Einsatz der Technologie soll wertvolle Zeit sparen, bis Hilfe geleistet werden kann, da nun nicht mehr an erster Stelle das Umfeld der betroffenen Personen selbst aktiv werden muss. Tools zur Selbstmordprävention bei Facebook existieren zwar schon länger, waren bislang aber immer von direkten Aktionen der anderen Nutzer abhängig.

In 100 Fällen konnte Facebook bereits eingreifen

Nach Angaben von Facebook konnte im vergangenen Monat bereits in 100 Fällen interveniert werden. Das verantwortliche Team steht 24 Stunden am Tag bereit. Ein Beispiel liefert der Fall eines Mädchens aus dem Staat New York, die eine Überdosis Medikamente nahm und währenddessen auf Facebook aktiv war. Hier machte das Soziale Netzwerk die Polizei per Telefon auf die Auffälligkeiten aufmerksam, sodass das Mädchen lokalisiert und rechtzeitig ins Krankenhaus gebracht werden konnte.

Die Künstliche Intelligenz soll noch intelligenter werden, kommt in Deutschland aber nicht zum Einsatz

Die AI wurde anhand von vergangenen Beispielen trainiert, die insbesondere in den USA leider keine Seltenheit darstellen. Immer wieder kommt es zu Live-Streams von Selbstmordversuchen in Übersee. Die Technologie reagiert beispielsweise auf Kommentare wie „Are you OK?“ und „Do you need help?“.

Erkennt die Künstliche Intelligenz heute lediglich Muster, soll in Zukunft weitaus mehr möglich sein. So spricht Zuckerberg davon, dass sie schon bald Sprachnuancen wie den Ton der Sprache analysieren und dementsprechend gefährliche Situationen besser verstehen kann. Das wird auch für Mobbing und Hatespeech interessant.

Im Rahmen des Projekts arbeitet Facebook mit 80 lokalen Partnern wie Save.org, National Suicide Prevention Lifeline und Forefront Suicide Prevent zusammen. Die EU und ihre Datenpolitik macht Facebook jedoch einen Strich durch die Rechnung, sodass die Künstliche Intelligenz hierzulande nicht zum Einsatz kommen wird. Ob es jemals so weit kommen wird, steht noch in den Sternen. Es stellt sich die Frage, inwiefern eine solche Überwachung und derartiges Eindringen in die Privatsphäre für den guten Zweck gerechtfertigt werden kann.

Quelle: TechCrunch

Über Anton Priebe

Anton Priebe

Anton Priebe ist Redaktionsleiter und seit Ende 2013 bei OnlineMarketing.de aktiv. Der studierte Germanist und Soziologe fokussiert sich auf Technologie, kreative Marketingstrategien, Conversion Optimierung und SEO. In seiner Freizeit klettert Anton gerne Wände hoch, bereist die Welt und freut sich über gutes Essen oder neue Musik.

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