Social Media Marketing

Werbeoffensive: Facebook sagt ‚Sorry‘ und will Freunde bleiben

Die Brandingkampagne „Ein besseres Facebook“ soll die Skandale um die Plattform in Vergessenheit geraten lassen.

Creative aus der Kampagne "Ein besseres Facebook", © Facebook

Facebook versucht mit einer großangelegten Brandingkampagne sein angeschlagenes Image wieder aufzupolieren. „Ein besseres Facebook“ gesteht Fehler ein und möchte das Vertrauen der User zurückgewinnen.

Freunde & Familie statt fehlendes Vertrauen

Im Vordergrund der Kampagne stehen wenig überraschend Datenschutz und Fake News. Insbesondere die Skandale um Cambridge Analytica und die Rolle Russlands in den US-Wahlen haben die Nutzer sicherlich noch gut in Erinnerung. Schließlich musste sich Mark Zuckerberg dafür sogar vor dem Senat verantworten. Die negativen Sentiments sollen nun aber ad acta gelegt werden. Dazu entschuldigt sich Facebook eingangs im Spot und macht Vorschläge, wie die Assoziationen mit dem sozialen Netzwerk neu belegt werden könnten. So stünde das F zwar momentan für „Fehler“ und „Frust“, aber doch immer noch für „Fortschritt“ und „Freunde“ – oder etwa nicht?

 

Facebook promotet neue Funktionen und Updates

In dem Clip, der nur aus Text und einer Sprecherin besteht, pocht Facebook auf seine Grundidee, Familie und Freunde zu verknüpfen. Dafür hat die Plattform ihrer Meinung nach viel getan. So finden sich Anspielungen auf die neuen Funktionen zum Datenschutz und die Newsfeed-Updates, die Unternehmen in den Hintergrund stellen und das eigene soziale Netzwerk präsenter machen sollen. Damit es nicht bei den Anspielungen bleiben muss, hat Facebook eigens für die Kampagne eine Website eingerichtet. Hier finden Interessierte tiefergehende Informationen zum Thema Datenschutz und Fake News. Im Newsroom schreibt Facebook darüber hinaus:

In der Vergangenheit haben wir uns stark auf Innovationen und auf das Positive unserer Plattform fokussiert und dabei wichtigen Themen wie der Sicherheit auf der Plattform nicht immer genügend Aufmerksamkeit geschenkt. Aber wir hören zu. Wir lernen. Und wir handeln.

Diese Handlung lässt sich Facebook einiges kosten. Die Kampagne von Wieden+Kennedy Amsterdam wird in der kommenden Zeit natürlich auf der Plattform selbst und im TV ausgestrahlt. Doch auch Printmotive in überregionalen Tageszeitungen und Nachrichtenmagazinen sowie Out-of-Home-Flächen stehen auf dem Programm. So dringt Facebook wie schon zuvor zuvor mit „Mache Facebook zu deinem Facebook“ in den Alltag der Menschen, macht sein Produkt greifbar und kommt heraus aus der Digitalität. Ob die Erinnerungen an die Skandale damit abgeschwächt werden können, bleibt abzuwarten. Die Werbeoffensive hat die Plattform jedoch mehr als nötig.

Über Anton Priebe

Anton Priebe

Anton Priebe ist Redaktionsleiter und seit Ende 2013 bei OnlineMarketing.de aktiv. Der studierte Germanist und Soziologe fokussiert sich auf Technologie, kreative Marketingstrategien, Conversion Optimierung und SEO. In seiner Freizeit klettert Anton gerne Wände hoch, bereist die Welt und freut sich über gutes Essen oder neue Musik.

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