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Der Vormarsch der Emojis: Auch Google spricht jetzt Bildsprache

Emojis legten seit 2011 mit ihrer Einbindung in iOS innerhalb von fünf Jahren eine Erfolgsgeschichte sondergleichen hin und sind heute sogar auf den SERPs zu finden.

© Flickr / The All-Nite Images, CC BY-SA 2.0

Emojis erfreuen sich wachsender Beliebtheit und sind in aller Munde. Während schon jetzt 47 Prozent aller deutschen Posts auf Instagram mit einem Emoji ausgestattet sind und die Deutschen damit den vierten Platz belegen, sind die Finnen mit 63 Prozent Weltmeister im Einbinden der kleinen Symbole. Nun werden Emojis auch in den Suchergebnissen angezeigt – Reiseanbieter Expedia etwa gehört zu den Early Adopters.

Erste Emojis in mobilen Suchergebnissen

Aufgrund der enormen Beliebtheit von Emojis und um zur besseren Visibility sowie zu einer höheren Click Through Rate beizutragen, hat Reisesuchmaschine Expedia nun als einer der ersten Anbieter Emojis in die Title Tags auf den mobilen SERPs eingebunden.

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Das Anzeigen der Symbole funktioniert in Deutschland nur über die mobile Suche, die Ergebnisse einer identischen Desktopsuche sehen weniger spektakulär, aber immerhin bebildert aus:

Suchergebnis auf deutschem Desktop

In den USA ist die neue Funktion allerdings bereits ausgerollt und gestaltet sich analog zu der mobilen Darstellungsweise:

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Unterstützung von Emojis bei US-amerikanischer Desktopsuche

Zwar werden die Zeichen in den USA schon angezeigt, eine Suche allerdings mit Emojis ist, anders als bei Bing, noch nicht möglich.

Expedia nutzt für verschiedene Thematiken unterschiedliche Smileys. So findet etwa der Flugzeugsessel-Emoji bei der Suche nach Flügen Verwendung, während das Hotelgebäude bei Hotelsuchen angezeigt wird.

Spammer könnten Funktion missbrauchen

Kritiker sehen in den kleinen Piktogrammen auch Gefahrenpotential: So wird vermutet, dass der mögliche Einsatz der Grafiken von Spammern missbraucht werden und das Anzeigen auf den SERPS in der Folge ein schnelles Ende haben könnte. Es ist daher denkbar, dass Emojis wieder aus den Seitentiteln verschwinden oder aber die Suchmaschinen den Einsatz nur bestimmten (zahlenden) Unternehmen gewähren.

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Emojis werden zu eigenem Internet-Slang

Jedoch ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass Emojis in Kürze schon wieder den Rückzug antreten werden. Um herauszufinden, welche Emojis für welche Wörter des Internet Slang genutzt werden, entwickelte Instagram sogar erst jüngst einen Algorithmus, der die Piktogramme Wortgruppen zuordnete. Das drittplatzierte Bildchen etwa ist das allseits beliebte Herz (❤️), welches der Untersuchung zufolge folgende Wörter ersetzt: xoxoxox, xoxoxo, xoxo, xoxoxoxo, xoxoxoxoxo, xoxoxoxox, xxoo, oxox, babycakes, muahhhh, mwahh, babe, boobear, loveyou, bunches, muahhh, muahh, xoxox, muahhhhh. Dass Instagram eine ganze Studie zu den Bildern durchführt, zeigt den Stellenwert, den das zu Facebook gehörende Unternehmen den Emojis beimisst. Das soziale Netzwerk geht im Zuge seiner Untersuchungen sogar so weit zu sagen, Emojis seien eine neue Sprache, die gerade dabei ist, sich zu entwickeln.

Vor dem Hintergrund der Relevanz und der hohen Nutzungsrate der Piktogramme in Instagram Posts, hat das Unternehmen vergangene Woche Emoji-Hashtags in sein App-Update integriert, so dass Nutzer der mobilen App diese schon verwenden können. Obwohl sich vielen der Zweck hinter der Einbindung von Emojis nicht vollständig erschließt, macht es Bilder durch das Hinzufügen einer weiteren Kategorie tatsächlich noch leichter findbar. Durch die Kategorisierung in Emoji-Hashtags werden themenverwandte Grafiken in einem Feed angezeigt (hier: pray).

© fusion.net / instagram

© fusion.net / instagram

Praktisch und gut – und die Desktop-User?

So erschließen sich viele verschiedene Zwecke für die Piktogramme. Denkbar ist es etwa, das Flugzeug, die Palme oder den Berg für Urlaubsfotos und die Torte, den Burger oder das Bier für Fotos mit Essen zu nutzen. Nur die Freunde der Aubergine werden enttäuscht sein: Weil Instagram herausfand, für welche (sexuellen) Zwecke die Aubergine häufig missbraucht wird, lässt sich mit ihr nichts taggen, sie wurde darüber hinaus sogar entfernt.

Selbstverständlich sind Emojis für die mobile Suche gut geeignet und auch ist die Möglichkeit sehr praktisch. Wird aber eine „Verschlagwortung“ mit Emojis künftig kanalübergreifend gebräuchlich, werden Desktop-User davon wenig haben. Es wird momentan deutlich, dass Nutzer, die über den Desktop surfen, aufgrund von Funktionseinschränkungen auf Webseiten und Plattformen immer häufiger zu den Verlierern der digitalen Transformation zählen.

Wer sich gern einen Eindruck vom weltweiten Echtzeit-Gebrauch der kleinen Bildchen auf Twitter verschaffen will, kann das auf der anschaulichen Webseite Emojitracker.com tun. Aber Vorsicht: Die üblichen Warnungen zur Epilepsiegefahr sollten ernst genommen werden.

***Update 06.05.***

Wie Google laut Search Engine Roundtable offiziell bestätigt hat, wird der Suchmaschinenriese künftig keine Anzeige von Emojis auf dem Desktop mehr unterstützen. Wie bereits vermutet, wird die Gefahr des Missbrauchs durch Spammer als hoch eingestuft. Darüber hinaus würden wohl in Kürze noch weitere Unternehmen Expedias Beispiel folgen und so würde aus einer kreativen Idee schnell Mainstream werden und die SERPs schlichtweg unüberschaubar. Im eingebetteten Hangouts-Video könnt ihr euch das Statement zu den Emojis von John Mueller, Webmaster Trends Analyst bei Google, ab Minute 51.50 anhören. Ein offizielles Datum der Einstellung wurde nicht bekannt gegeben, allerdings wird vermutet, dass es vom jetzigen Augenblick an sehr schnell gehen wird.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

3 Gedanken zu „Der Vormarsch der Emojis: Auch Google spricht jetzt Bildsprache

  1. Ben Sikasa

    Hallo Frau Bauer,

    informativer Artikel! Das Emojis aktuell lediglich in der Mobile-Search ausgespielt werden kann ich allerdings so nicht bestätigen. Im Gegenteil – ich habe im Title-Tag bereits Emojis integriert und in der Desktop-Search (Firefox, Chrome & Safari) werden diese sehr wohl angezeigt, nicht aber in der Mobile Search (Chrome auf Android 5.0 ).

    Antworten
  2. Pascal

    Hey Tina,

    Emojis werden bereits seit einigen Jahren in den SERPs angezeigt. Ich hatte dazu unter anderem auf der Campixx 2014 einen Vortrag gehalten (Slides hier: http://www.bitcoins-kaufen.org/seo-campixx-2014-recap.html#dirty-little-snippets).

    Das daraus inzwischen „echte Bilder“ gemacht werden liegt nicht an Google sondern an den Browsern. Sowohl Chrome als auch der aktuelle Firefox sind inzwischen in der Lage, Emojis als Bilder (statt nur als Unicode-Zeichen) darzustellen. Auf dem Safari klappt das schon eine ganze Weile länger (siehe zB diesen Beitrag aus 2012: https://www.seroundtable.com/google-mobile-emoji-14977.html)

    Viele Grüße
    Pascal

    Antworten
    1. Tina BauerTina Bauer Artikelautor

      Hallo Pascal,

      Dass Emojis auf den mobilen SERPs angezeigt werden, ist in der Tat nichts Neues. Die Darstellung von Emojis auf dem Desktop allerdings ist relativ frisch und in Deutschland noch nicht vollständig verfügbar, wie der Screenshot vom stationären Gerät zeigt.

      Schönen Gruß,

      Tina

      Antworten

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