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Das war die d3con 2013

850 Teilnehmer hatten sich angemeldet. Nicht alle konnten kommen. Ein Streik war hauptsächlich schuld.

Den roten Teppich mochte kaum einer betreten. Dabei hatten ihn die Verantwortlichen doch so liebevoll ausgerollt, um der Veranstaltung noch einen gewissen Glamour zu verleihen. Doch der Großteil der Teilnehmer flitzte schnell durch die Tür, ohne auf den Teppich zu achten. Es mag auch an den Temperaturen gelegen haben. Die lagen nämlich um den Gefrierpunkt – da will man schnell rein ins Warme.

Als dann die meisten drin waren, eröffnete Thomas Promny gewohnt souverän die Veranstaltung. Als ersten Speaker stellte er Dr. Florian Heinemann vor, der über Data Driven Display aus Sicht eines Werbetreibenden referierte. Das Publikum zeigte sich interessiert und löcherte Heinemann nach dessen Vortrag mit Fragen. Hätte es einen Preis für die Wortschöpfung des Tages gegeben – er wäre wohl an Heinemann gegangen. „Leuchtturm-Quelle“ – das hätte auch ein neuer Name für ein friesisches Bier sein können.

Im Publikum wurden einige Gesichter vermisst – der Streik an einigen Flughäfen in Deutschland war schuld. Doch der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch. Nach einer Kaffeepause ging es mit Diskussionsrunden und Vorträgen weiter. Dabei ging es nicht immer harmonisch zu. Thomas Brodowski von der 1&1 Internet AG beispielsweise kritisierte in seinem Vortrag „Logistik und Qualität: Wie gestaltet sich der Wettbewerbsvorteil für digitale Medien“ die EU für Entscheidungen zum Datenschutz. Brodowski war kurzfristig für seinen Kollegen Matthias Ehrlich eingesprungen, der wegen eines Sportunfalls passen musste.

Weitaus harmonischer ging es dagegen beim Thema „Führen neue Technologien zu einer Kannibalisierung von Premiumvermarktung durch AdTrading?“ zu. Dabei war dies doch eigentlich als Streitgespräch angekündigt worden. Doch die drei Herren, die Moderatorin Frederike Voss zum Streit animieren wollte, blieben weitgehend harmonisch. Stefan Zamic von Interactive Media, Matthias Pantke von AdScale und Andreas Rau von der 1&1 Internet AG waren sich einig: Nein: eine Kannibalisierung werde nicht stattfinden.

Nicht nur die Qualität der Programmpunkte, auch die Location stellte die meisten Besucher zufrieden. Klar, es gab Probleme mit dem W-Lan und es gab auch Kritik, dass man beim Mittagessen lange warten musste. Die Twitter-Wall war zwar beeindruckend, lenkte aber gelegentlich von den interessanten Themen ab. Doch der Ärger darüber schien schnell verraucht – nicht zuletzt dank launiger Vorträge wie dem von Prof. Dr. Burkhardt Funk von der Leuphana Universität Lüneburg. Der referierte zum Thema „Cross-Kanal-Werbewirkung – Die Welt ist keine Badewanne“. Manch einer mag da an Herrn Müller-Lüdenscheid und Herrn Dr. Klöbner im Loriot-Sketch gedacht haben. Aber nein, mit Dr. Klöbner hatte das nichts zu tun. Nur mit Prof. Dr. Funk, dem man anmerkte, dass er durch seine Hochschultätigkeit, was Referate angeht, im Training war.

Noch eine Reihe weiterer hochklassiger Vorträge rundeten das offizielle Programm der d3con ab. Um kurz nach 18 Uhr war dann das offizielle Programm beendet und das Abendprogramm wurde eingeläutet. Abendessen und Networking – in lockerer Atmosphäre konnten die Teilnehmer die Veranstaltung noch einmal Revue passieren lassen und dabei Kontakte knöpfen.

Fest steht: Einer weiteren Ausgabe der d3con sollte nach dieser größtenteils gelungenen Veranstaltung nichts im Wege stehen.

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