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Casper: Eine Matratze weltweit auf der Überholspur

Auf der Shoptalk Europe in Kopenhagen berichtet Philip Krim, CEO & Co-Founder bei Casper, über die wohl erste “Sleep Brand” – die Erfolgsstory der “One Fits All”-Matratze, ihre Marketing Strategie und Zukunftspläne.

Philip Krim, CEO und Co-Founder von Casper. © Flickr / Internet Week New York, CC BY 2.0

Casper auf der Shoptalk Europe: “The worst customer experience existing”

Die wahrscheinlich schlechteste Customer Experience der Welt? Wenn es nach Philip Krim, CEO und Co-Founder bei Casper geht, ist die Antwort eindeutig: Der Kauf einer Matratze – jedenfalls bis jetzt.

Buying a mattress is one of the worst customer experiences existing. (Philip Krim)

Denn statt viel zu großer Auswahl, intransparenter Preisgestaltung und Funktionen, die keiner kennt und keiner braucht, gibt es bei Casper die “One Fits All”-Matratze – eine Matratze zu einem guten Preis, universal passend. Nur die richtige Größe muss noch gewählt werden und fertig ist der Matratzenkauf, online, versteht sich.

Marketing auf allen Kanälen: Casper will top of mind sein

Bisher ist diese Art von Matratzen vor allem ein Produkt für Early Adopter, entwickelt sich der Markt für “One Fits All”-Matratzen doch gerade erst. Obgleich noch recht neu, ist der Markt schon jetzt hart umkämpft: Alleine in Deutschland kommt man schnell auf ein halbes Dutzend Anbieter, die alle eine sehr ähnliche Positionierung wie Casper verfolgen.

Our mission is to create the worlds first sleep brand. (Philip Krim)

Im Fireside Chat auf der Shoptalk Europe in Kopenhagen erklärt Krim die derzeit hohe Präsenz der Marke auf praktisch allen Kanälen: Zentrale Herausforderung sei es, top of mind zu sein, wenn der Markt die notwendige Reife erreiche – dann sollen die Konsumenten bei Kauf einer neuen Matratze direkt an Casper denken.

Der Matratzenhersteller setzt dabei gezielt auf humorvolle Werbung: 90 Prozent der Menschen hätten keine Lust, sich überhaupt mit Werbung auseinanderzusetzen. Die gelte es abzuholen – Humor, so Krim, erzeuge dabei wohl die größte Brand Awareness. Nun sei es an der Zeit, auch den breiten Markt über TV und Radio zu penetrieren, sodass auch die breite Masse beim nächsten Matratzenkauf an Casper denken möge.

Expansion: Casper dringt auch analog vor

Besonders interessant sind neben dem Schritt Richtung Radio und Fernsehen auch die Aktivitäten bei der Entwicklung neuer Vertriebskanäle:

Neben den bestehenden Märkten in Europa (DACH, UK, FR), kommt mit Dänemark bald das erste Land aus den Nordics hinzu. Zeitgleich investiert man in Partnerschaften wie zum Beispiel mit American Airlines: American Airlines wird von Casper mit allen Produkten rund um das Schlafen ausgestattet, etwa Kissen und Decken – so soll auch das Schlafen im Flieger so angenehm wie möglich werden – und Casper top of mind bei Fluggästen.

Bei Konkurrenten gerne als “Internet-Matratze” verschrien sieht Krim sein Produkt indes nicht als solche: Man habe nie eine Digital-only Brand sein wollen – die Retail Strategie sehe definitiv vor, die Matratze auf einer Vielzahl von Kanälen anbieten zu wollen.

Über Atilla Wohllebe

Atilla Wohllebe

Fokusthemen auf OnlineMarketing.de: CRM, (Web) Analytics & E-Mail Marketing. Studium: B. A. in Business Administration, M. Sc. in E-Commerce. Mitglied der Digital Analytics Association Germany. Schnittstelle zwischen Marketing & IT mit einem Herz für Analytics. Derzeit tätig im Digital Push Marketing bei OTTO (GmbH & Co KG). Vorher im Solution Consulting der netnomics GmbH.

2 Gedanken zu „Casper: Eine Matratze weltweit auf der Überholspur

  1. mercalli12

    Tatsächlich günstig sind die Matratzen nicht. 160x200cm schlagen mit 750€ zu Buche. Aber eines macht Casper richtig: die Einfachheit. Die Matratzenhersteller haben sich über die Jahre angewöhnt ihre Produkte zu verkomplizieren. Es gibt Beschichtungen, Zonen, Klimabänder, bla bla bla. Das ist in meinen Augen alles Quatsch. Es gibt keine einheitlichen Richtlinien für die Härtegrade. Es gibt keine Möglichkeit vor dem Kauf zu wissen, wie schnell sich eine Matratze beim jeweiligen Körpergewicht “durchliegt”.

    Stiftung Warentest und Co. sind bei der Masse an unterschiedlichen Modellen für viele Kunden eine Orientierungshilfe. Aber jeder Hersteller hat so viele Modelle im Programm, die sich vermutlich nur durch den Namen und die Steppung des Bezuges unterscheiden (ausgenommen unterschiedliche Techniken wie Federkern oder Kaltschaum), dass kein Warentest alles abdecken kann.

    Ich glaube Einfachheit ist in diesem Segment der Schlüssel. deswegen werden One Fits All Matratzen zukünftig sehr erfolgreich werden. Mittlerweile haben die Einzelhändler mit eigenen Schöpfungen nachgezogen. Wie diese im Vergleich zu Casper abschneiden, das wäre doch mal interessant.

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    1. Matratzen Malte

      Die nach aktuellem stand “beste jemals getestete Matratze” ist übrigens die “Bodyguard” von bett1, sagt die Stiftung Warentest. Casper schneidet mit einem “gut” ab, soweit ich das im Kopf habe.
      Insofern: Der stationäre Einzelhandel hat überhaupt noch keine – jedenfalls konkurrenzfähige – One Fits All Matratze.

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