Branding

Bundeswehr vorgeführt: Fehler bei Domainreservierung schafft Anti-Bundeswehr-Kampagne

Mit der aktuellen “Mach, was wirklich zählt” Kampagne wollte die Bundeswehr einen guten Coup landen. Eine Nachlässigkeit führt zur Anti-Image-Kampagne.

© Flickr / Pascal, CC0 1.0

Die OnlineMarketing.de Redaktion distanziert sich ausdrücklich von jedem politischen Statement – sowohl bezüglich der Kampagne der Bundeswehr selbst, als auch bezüglich der Anti-Kampagne.

Aktuelle “Mach, was wirklich zählt” Kampagne der Bundeswehr wird zum Boomerang

Ein Camouflage Muster im Hintergrund, das Bundeswehr Logo ganz unten und in einem weißen Kasten in weißer Schrift der Satz “Mach, was wirklich zählt”. Mit ihrer aktuellen cross-channel ausgespielten Werbekampagne für eine Karriere bei der Bundeswehr erlangt das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr derzeit große Aufmerksamkeit.

Egal, welche der möglichen Domains man auch eingibt, immer landet man bei www.machwaswirklichzaehlt.de – etwa bei Eingabe von www.machwaswirklichzählt.de oder auch www.machwaszählt.de

Dass die Kampagne bei weitem nicht allen gefällt, dürfte den meisten Menschen völlig klar sein: Viele Menschen stehen dem Wirken der Bundeswehr kritisch gegenüber. Und so ist es eben doch nicht ganz “egal”, welche Domain man eintippt: Die kurze Variante ohne “wirklich” und mit “ae” hat das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr offenkundig nicht reserviert – ein folgenschwerer Fehler.

Quelle: machwaszaehlt.de / Peng! e.V.

Quelle: Screenshot machwaszaehlt.de / Peng! e.V.

Wer derzeit www.machwaszaehlt.de ansteuert, landet auf einer Website, deren Aufmachung praktisch zu 100 Prozent dem Original entspricht – mit dem Unterschied, dass es sich um eine Kampagne gegen die Karriere bei der Bundeswehr handelt.

Die Köpfe hinter der Aktion: Peng! e.V. und “Die Populistinnen”

Die Anti-Bundeswehr-Kampagne weist unter anderem darauf hin, dass seit 1992 genau 106 Soldaten und Soldatinnen bei der Bundeswehr gefallen seien – unter anderem in einem der derzeit sechzehn laufenden Auslandseinsätze.

Quelle: machwaszaehlt.de / Peng! e.V.

Quelle: machwaszaehlt.de / Peng! e.V.

Auch, dass sich rund 3.500 SoldatInnen bisher im Dienst das Leben genommen hätten, 55 Prozent der Frauen in der Bundeswehr sexuell belästigt würden und es alleine im Jahr 2013 mehr als 50 rechtsextreme Vorfälle in der Bundeswehr gegeben habe, berichtet die Website – und das alles vermutlich mit viel Aufmerksamkeit und Reichweite, was die Macher in ihrem Anliegen deutlich nach vorne bringen dürfte.

Hinter der Website steht der Peng! e.V., deren Mission sich wie folgt liest (Auszug):

Most of the time Peng! is a collective of smart and silly people producing creative political stunts and enriching campaigns with subversion, humour and civil disobedience.

We specialise in subversive direct action, culture jamming, civil disobedience and guerilla communications. We use these tactics to create difficult moments for politics and business and make media stories about social justice.

Statt einer Karriere bei der Bundeswehr legt die Website übrigens andere Beruf nahe: Arzt / Ärztin, KrankenpflegerIn, ErzieherIn oder LehrerIn werden unter anderem konkret genannt.

Übrigens ist die Website in ihrer Umsetzung rechtlich durchaus problematisch: Besitzen Layout und Design des Originals eine entsprechende Schöpfungshöhe, könnte die Website gegen das Urheberrecht verstoßen – ein Streit, den Bundeswehr und Peng! dann möglicherweise unter sich ausmachen müssen.

Wie steht ihr zu der Anti-Kampagne – und reserviert ihr euch immer alle Schreibweisen für eure Domains?

3 Gedanken zu „Bundeswehr vorgeführt: Fehler bei Domainreservierung schafft Anti-Bundeswehr-Kampagne

  1. Martin

    “ein folgenschwerer Fehler” – dasi ist für Quatsch. Wer kann und will den schon alle möglichen Domainkombinationen reservieren. Das ist einfach unsinnig. Liebes Onlinemarketing.de-Team, ihr müsst bitte nicht auf Boulevardjournalismus-Niveau rutschen.

    Antworten
  2. tom

    So what?! Muss man wirklich alle 100 varianten reservieren? Dann noch “.info” etc. Wer dagegen schießen will (achtung Wortspiel ;-)) macht das m.E. eh. Ein Fehler sehe ich da nicht wirklich.

    Antworten
    1. Stefanie P.

      Naja, aber gerade, wenn man sich doch schon die kürzere Variante reserviert… kann man sich doch auch nochmal die Mühe machen, die kürzere Variante auch mit “ae” zu reservieren, oder? :-D

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.