Marketing Strategie

Brillante Marketing-Kampagne: Diese Tech-Ringe halten Paare vom Serienbetrug auf Netflix ab

Schluss mit dem heimlichen Episoden-Schauen – Cornetto zeigt in einem schönen PR-Stunt, wie Partner die Romantik trotz Binge-Watching erhalten bleibt.

Screenshot aus der YouTube-Ad

Cornetto macht zurzeit mit einer gelungenen Marketing-Kampagne auf sich aufmerksam. Die „Commitment Rings“ sollen den Partner davon abhalten, beim gemeinsamen Serienkonsum zu schummeln.

Zwei Ringe sollen die Harmonie beim Binge-Watching sicherstellen

Insbesondere im vergangenen Jahrzehnt sind der Konsum und damit einhergehend die Produktion von Fernsehserien exponentiell in die Höhe gestiegen. Musste der Zuschauer zuvor meist noch lange vor dem TV warten, bevor die nächste Folge ausgestrahlt wird, begünstigen Online-Streamingplattformen mit ihrem einfachen Zugang zu vermeintlich endlosen Material den nahtlosen Übergang von einer Episode zur nächsten. Das führt heute zu regelrechten Serien-Marathons, dem sogenannten Binge-Watching.

Viele Partner stehen nun jedoch vor dem Problem, dass der gemeinsame Zeitplan zum Schauen nicht im Einklang mit dem mitreißenden Sog der Serie steht. Das führt dazu, dass laut Cornetto 28 Millionen Netflix-User bereits heimlich ohne ihren jeweiligen Partner die Serie weiterverfolgt haben, wobei 12 Prozent im Nachhinein sogar beim erneuten Ansehen ihre Begeisterung vorgetäuscht haben.

Dieses Problem adressiert jetzt die Marke von Langnese, selbst Teil der Unilever Gruppe, in einem intelligenten Marketing-Stunt aus Großbritannien. Die sogenannten „Commitment Rings“ sollen dafür sorgen, dass eine Serie nur zu zweit geschaut werden kann.

Mithilfe der in den Ringen verbauten NFC (Near Field Communication) Technologie, die eigentlich für Micropayment-Systeme wie beispielsweise beim Ticketkauf verwendet wird, startet eine Serie erst, wenn sich beide Parteien in der unmittelbaren Umgebung befinden. Dazu werden die Ringe via Mobile App auf die entsprechende Show kalibriert. Ein halbes Jahr, also etwa für die Dauer einer Staffel, kann dann nicht mehr alleine geschaut werden. Die Ringe sind laut dem Werbeclip kompatibel mit Größen wie Netflix, Hulu oder Amazon Prime.

Die Kampagne traf den Nerv einer ganzen Generation

Die Aktion von Cornetto erregt international Aufmerksamkeit und wird für ihren kreativen Umgang mit Technologie gelobt. Mit #SERIESCOMMITMENT entwickelten die Marketer ein erfolgreiches Hashtag, das neben dem gewitzten Slogan „Love should last for more than one season“ sein übriges tut.

Barbara Cavicchia, Global Brand Director bei Cornetto, erklärte Co-Create gegenüber, wie die Idee entstand:

Cornetto has always been about celebrating teen love in a fun, light-hearted way. We wanted to encourage teens to commit to watching their favorite TV series together—and thanks to Cornetto and NFC technology, we can end the despicable behavior of watching episodes of your favorite series without your partner.

Ein schöner Einfall, der offenbar den Nerv vieler Serienfans getroffen hat. Darüber hinaus macht der Clip ganz nebenbei in einer der Anfangsszenen dezent die offene Einstellung der Marke zu Homosexualität deutlich.

Bislang sind die Ringe allerdings noch nicht im Handel. Die Verträge mit den vorgestellten Kooperationspartnern sind auch noch nicht endgültig ausgehandelt. Bei der Rezeption wird aber wohl kaum einer das Angebot ausschlagen. Fans der Ringe können sich auf der Website der Kampagne vorab registrieren, um auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Über Anton Priebe

Anton Priebe

Anton Priebe ist Redaktionsleiter und seit Ende 2013 bei OnlineMarketing.de aktiv. Der studierte Germanist und Soziologe fokussiert sich auf Technologie, kreative Marketingstrategien, Conversion Optimierung und SEO. In seiner Freizeit klettert Anton gerne Wände hoch, bereist die Welt und freut sich über gutes Essen oder neue Musik.

Ein Gedanke zu „Brillante Marketing-Kampagne: Diese Tech-Ringe halten Paare vom Serienbetrug auf Netflix ab

  1. Rufino

    Braucht man das wirklich? Nicht alles was technisch möglich ist, ist auch sinnvoll. Durch soviel Technik-Kramm verpasst man irgendwann das Leben.

    Antworten

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